Bleiben Sie lieber locker

Dieser gut gemeinte Rat ist schwer zu befolgen, wenn Verspannungen der Nacken- und Rückenmuskulatur jede Bewegung zur Qual machen. Wir sagen, wie Sie die schmerzhaften Verhärtungen dauerhaft loswerden.

Frau macht Lockerungsübung am Schreibtisch

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Viele Menschen werden von Nacken-, Schulter, Kopf- und Rückenschmerzen geplagt. Häufige Ursache: Verspannungen. Dahinter stecken meist einseitige Belastungen oder Fehlhaltungen: am Arbeitsplatz, beim Schlafen oder auch beim Sport. Verlieren die Muskeln dadurch ihre normale Dehnbarkeit, verkrampfen sie, werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, verhärten sich und schmerzen.

Sind die Beschwerden erst da, nimmt man fast automatisch eine Schonhaltung ein, die im ersten Augenblick zwar für Schmerzlinderung sorgt, die Verspannungen jedoch dauerhaft verstärkt und schließlich zu noch schlimmeren Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt. Deshalb ist es wichtig, diesem Teufelskreis zu entrinnen – und zwar so schnell wie möglich.

Akute Schmerzen lindern

Bei akuten Muskelverspannungen sind Arzneimittel mitunter unersetzlich. Gut wirksam sind schmerzlindernde und entzündungshemmende Präparate zum Einnehmen. Der Apotheker weiß, welches Mittel im Einzelfall geeignet ist. Schmerzsalben oder -gele mit synthetischen oder pflanzlichen Wirkstoffen, die auf die verspannte Körperregion aufgetragen und sanft in die Haut einmassiert werden, versprechen ebenfalls Linderung.

Um bei Muskelverspannungen die Durchblutung anzuregen, ist auch Wärme hilfreich. Gönnen Sie sich abends zum Beispiel ein warmes Bad, oder legen Sie zwischendurch eine Wärmflasche oder ein erwärmtes Kirschkernkissen auf die verspannte Körperregion. Sehr gute und gerade auch unterwegs oder bei der Arbeit bewährte Helfer sind Wärmeumschläge und -pflaster aus der Apotheke.

Anhaltende Muskelverspannungen machen einen Arztbesuch unumgänglich. Der Mediziner kann bei Bedarf stärker wirksame, verschreibungspflichtige Schmerzmittel verordnen, aber auch Maßnahmen wie Physiotherapie oder therapeutische Massagen, um die verhärteten Muskeln zu lockern.

Den Rücken stärken

Damit die Muskeln dauerhaft locker bleiben, ist aber auch Eigeninitiative gefragt. Und das bedeutet: Viele Verspannungsgeplagte kommen nicht darum herum, ihre Rücken- und Nackenmuskulatur gezielt zu kräftigen, damit der Bewegungsapparat alltäglichen Strapazen besser trotzen kann. Gut geeignet sind zum Beispiel spezielle Rückengymnastik oder gerätegestütztes Krafttraining unter fachlicher Anleitung. Auch Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung können hilfreich sein.

Ebenfalls wichtig: Den Alltag so nacken- und rückenfreundlich wie möglich gestalten. Dazu gehört es beispielsweise, den Arbeitsplatz kritisch unter die Lupe zu nehmen: Ist der Bürostuhl ergonomisch angepasst, stimmen die Tischhöhe und der Abstand zum Bildschirm? Wer lange am Computer sitzen muss, sollte zwischendurch immer wieder kleine Arbeitspausen einlegen und ein paar Lockerungsübungen machen. Dehnen, strecken, Schultern kreisen: Auch einfache Maßnahmen können viel bewirken.

Eingestellt am: 18. März 2017