Faszinierende Faszien

Faszien umhüllen Muskeln und Organe wie ein feines, elastisches Netz. Falls die Faszien mit den Jahren ihre Elastizität verlieren, kann das manchmal schmerzhaft sein.

Faszienrolle in blau.

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Schon wieder viel zu lange am Computer gesessen: Nacken steif, der Rücken tut weh? Die übliche Selbst-Therapie sieht so aus: ein bisschen die schmerzenden Muskeln massieren und dann in die Badewanne abtauchen – in der Hoffnung, dass Wärme die Verspannungen lösen kann. Manchmal können auch verklebte Faszien mit für die Beschwerden verantwortlich sein.

Die Faszien gehören zum Bindegewebe des Körpers, sie umhüllen als weiße Schicht Muskeln und Organe. Bei jungen Menschen sind die feinen Kollagen-Fasern so elastisch wie eine Damenstrumpfhose. Je älter wir werden und je weniger wir uns bewegen, desto mehr können sie sich verhärten und verkleben – sie „verfilzen“ quasi und verlieren ihre Elastizität. Dann kann es bei einseitigen Belastungen oder plötzlichen, ungewohnten Anstrengungen zu feinen Rissen in den Bindegewebsfasern kommen – sie machen sich durch Schmerzen bemerkbar.

Faszien sanft massieren

Lange wusste man gar nicht, wozu die Faszien überhaupt gut sein sollen. Verschiedene Studien verdeutlichen inzwischen ihre Funktion und zeigen auch, wie sich etwa den typischen Rückenschmerzen vorbeugen lässt. Physiotherapeuten nutzen schon lange bestimmte Massagetechniken, um die Kollagenfasern wieder weich und elastisch zu machen.

Eine spezielle Variante des Faszientrainings ist die sogenannte MELT-Methode. Sie soll tiefsitzende Verspannungen und Verklebungen im Bindegewebe lösen und so die Ursache viele chronischer Schmerzsymptome beseitigen, sagt die Physiotherapeutin Marleen Van Damme: „Die MELT-Methode unterstützt Sie dabei, Ihr Leben aktiv und schmerzfrei zu gestalten. Und das ist einfacher als Sie denken.“ Mehr Infos über die MELT-Methode finden Sie zum Beispiel hier oder hier.

Daneben scheint sich auch die „Rolfing“-Technik aus der Alternativmedizin zu bewähren, die mit sanftem Druck die Verklebungen wieder lösen kann.

Mehr Kraft beim Sport

Nicht nur wer viel am Schreibtisch sitzt oder öfter unter Rückenschmerzen leidet, sollte etwas für die Geschmeidigkeit des Bindegewebes tun. Auch sportliche Menschen profitieren vom Faszientraining, denn es kann vor Verletzungen schützen und die Beweglichkeit unterstützen: Es hilft, die Kraft beim Joggen oder bei anderen Sportarten effizienter einzusetzen.

Sehr gut für die Faszien sind speziell dehnende, fließend ineinander übergehende Übungen wie bei Yoga und Pilates, Tai Chi oder Qi Gong. Auch leichtes Wippen und Federn trainiert die Kollagenfasern. Wer die Übungen barfuß ausführt, verbessert zudem die Körperwahrnehmung.

Eingestellt am: 29. Juni 2017