Reizdarm und Seele sind eng verbunden

Die Beschwerden beim Reizdarm (Bauchschmerzen, Unwohlsein, Blähungen, Verstopfungen oder Durchfall) beeinträchtigen die Lebensqualität enorm. Stress und seelische Belastungen können die Entstehung eines Reizdarmsyndroms begünstigen.

Reizdarm

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Von einem Reizdarm sprechen Mediziner, wenn sich für chronische Verdauungsbeschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und Verstopfung keine organische Ursache finden lässt. Der Reizdarm ist also eine rein funktionelle Störung.

Die genauen Ursachen für den Reizdarm sind unbekannt. Die Mediziner wissen aber: Sowohl das Geschlecht als auch die Anfälligkeit für Durchfallerkrankungen sowie starker Stress und seelische Belastungen spielen eine Rolle bei der Entstehung eines Reizdarmsyndroms.

Stress reizt den Darm

In vielen Fällen löst eine akute Infektion des Magen- und Darmtrakts den Beginn des Reizdarmsyndroms aus. Frauen sind dabei deutlich häufiger betroffen als Männer. Auch bei Menschen, die unter Stress zu Durchfall neigen oder unter Angststörungen leiden, tritt der Reizdarm eher auf. Das ergab eine aktuelle Studie mit knapp 2.000 Teilnehmern.

„Ziel der Studie war es, die individuelle Einwirkung psychologischer und demografischer Faktoren wie Alter und Geschlecht, körperlicher Symptome, sowie von Magen- und Darm-Infektionen auf die Entwicklung des Reizdarmsyndroms zu untersuchen“, erklärt Studienleiter Professor Bernd Löwe, Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. „Insbesondere wurde die Hypothese überprüft, inwieweit psychologische Faktoren wie Ängste oder Stress vorhersagen können, ob ein Reizdarmsyndrom neu entsteht und wie es sich entwickelt.“

Hoher Leidensdruck beim Reizdarm

Für die Experten, die an der Studie mitgewirkt haben, geht daraus ein ganz klarer Handlungsbedarf hervor: „Die Studie zeigt einmal mehr, dass Psyche und körperliche Beschwerden eng zusammenhängen“, sagt Professor Harald Gündel, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Psychosomatik des Universitätsklinikums Ulm. „Für die Betroffenen geht das Reizdarmsyndrom mit einem hohen Leidensdruck einher. Um eine schnelle, ganzheitliche und nachhaltige Hilfe gewährleisten zu können, ist es wichtig, dass die Betroffenen neben körperlichen eben auch seelische Ursachen in Betracht ziehen und sich frühzeitig psychologische Beratung suchen“, so Gündel.

Das gelte insbesondere dann, wenn der Reizdarm während oder nach einer seelisch belastenden oder stressigen Lebensphase oder im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen auftritt. Ist eine unterstützende psychotherapeutische Behandlung des Reizdarmsyndroms angebracht, lernen die Patienten dabei beispielsweise, mit möglichen Stressoren wie belastenden inneren oder äußeren Einflüssen umzugehen, diese zu bekämpfen und dadurch gezielt die Ursachen des Reizdarmsyndroms einzudämmen.

Die Darmgesundheit aktiv unterstützen

Eine gute Verdauung hängt auch von den Darmbakterien ab. Die Darmflora freut sich über eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, frischem Gemüse und Obst. Langsames Essen und gründliches Kauen sind eine wichtige Voraussetzung für die problemlose Verdauung der Nahrung.

Für eine sanfte und schonende Therapie bei Darmbeschwerden eignen sich neben Probiotika und pflanzlichen Arzneimitteln unter anderem auch Schüßler-Salze. Dabei handelt es sich um homöopathisch potenzierte Mineralstoffe, die über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Schüßler-Salze können sowohl bei akuten als auch begleitend bei chronischen Darmbeschwerden eingesetzt werden.

Eingestellt am: 24. Februar 2019