Parodontitis: Eine gesunde Ernährung
beugt Zahnfleischbluten vor

Blutet Ihr Zahnfleisch beim Zähneputzen? Dann sollten Sie dringend etwas tun - Zahnfleischbluten ist ein Alarmsignal: Es deutet auf Parodontitis hin. Die chronische Zahnfleischentzündung ist der Hauptgrund für Zahnverlust.

Zahnfleischbluten vorbeugen
Foto: © m.barbone - fotolia.com

Eine Parodontitis wird von den Betroffenen oft erst spät bemerkt. Viele Menschen halten Zahnfleischbluten für harmlos, weil es nicht wehtut: Selbst bei fortgeschrittener, schwerer Parodontitis treten zumeist keine Schmerzen auf. Bei zahlreichen Patienten wird die chronische Zahnfleischentzündung deshalb zu spät behandelt.

Typische Symptome der Parodontitis sind neben dem Zahnfleischbluten ein unangenehmer Mundgeruch sowie gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch. Auch wenn die Zähne länger wirken als früher oder falls die Zahnstellung verändert aussieht, sollte so bald wie möglich der Zahnarzt konsultiert werden.

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Bei Zahnfleischbluten möglichst bald zum Zahnarzt

Die Parodontitis hat sich mittlerweile zur Volkskrankheit entwickelt. Mehr als 50 Prozent der 35- bis 44-Jährigen und fast zwei Drittel der 65- bis 74-Jährigen sind betroffen. Schreitet die Entzündung im Zahnbett unbehandelt fort, entwickelt sich schließlich eine schwere chronische Parodontitis – ein Martyrium für den Patienten. Denn die Erkrankung schränkt die Genuss- und Lebensqualität ein und geht mit unangenehmen Behandlungen beim Zahnarzt einher. Leider versagen klassische Therapieansätze nicht selten.

Zudem konnte die Forschung mittlerweile aufdecken, dass eine chronische Parodontitis andere schwere Erkrankungen begünstigt und zum Beispiel das Risiko für Diabetes oder Herzinfarkt erhöht.

Gesunde Ernährung beugt vor

Die Parodontitis sei inzwischen ein weitaus größeres Problem als Karies, sagt Zahnarzt Dr. Heinz-Peter Olbertz aus Troisdorf: „Karies haben wir weitgehend im Griff, die Zahnpflege ist heute einfach besser.“ Allerdings sehe man an der weiten Verbreitung der Parodontitis, dass mangelhafte Zahnpflege nicht die alleinige Ursache für Zahnerkrankungen ist. „Die Zahl der Patienten mit schwerer Parodontitis bis hin zum Zahnverlust, bei denen klassische zahnärztliche Therapien nicht anschlagen, steigt kontinuierlich. Zahnpflege allein reicht eben nicht aus. Wir brauchen Ernährungsveränderungen“, betont Dr. Olbertz.

„Parodontale Erkrankungen sind der Hinweis auf eine Mangelernährung. Hier können biologisch angebaute Nahrung, eine insgesamt ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Fertigprodukte helfen. Zusätzlich ist die Aufnahme von Vitalstoffen empfehlenswert.“ Doch nicht jede Nahrungsergänzung ist empfehlenswert. Die Mikronährstoffe sollten möglichst rein und verträglich vorliegen, sonst besteht die Gefahr, dass sie den Darm und das Immunsystem zusätzlich belasten. Olbertz empfiehlt seinen Patienten eine bilanzierte Diät zum Diätmanagement bei Parodontitis.

Das Umdenken bei der Ernährung müsse schon ganz früh beginnen, meint Dr. Olbertz: „Wir müssen Kindern schon klar machen, dass Pommes nicht auf Bäumen wachsen. Wir müssen wieder lernen, unser Essen auch selber zuzubereiten – und nicht aufreißen, Zeitschaltuhr an, fertig. Ich denke, da ist tatsächlich auch ein Bedürfnis, sonst gäbe es ja nicht so viele Kochsendungen.“

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