Magenbeschwerden durch Fett und Fastfood

Bitterstoffe sind gut für den Magen

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Magenbeschwerden plagen inzwischen fast jeden vierten Menschen in Deutschland. Die Ursachen sind vielfältig: Stress, zu viel Fastfood und Fertiggerichte, Genussgifte und das allgegenwärtige Überangebot von Zucker. Gesunde Lebensmittel kommen dagegen zu kurz.

Wenn Ärger, Stress oder ungesunde Ernährung auf den Magen schlagen, kann das zu unterschiedlichen Beschwerden führen. In einer belgischen Studie lauteten die häufigsten Symptome: Völlegefühl, Blähungen, vorzeitiges Sättigungsgefühl, Übelkeit, Unwohlsein, Schmerzen und Aufstoßen. Mediziner sprechen in solchen Fällen von funktionellen Verdauungsstörungen oder dyspeptischen Magenbeschwerden. Einige Studien machen dafür eine verzögerte Entleerung des Magens nach den Mahlzeiten verantwortlich – kein Wunder, dass daraus ein Völlegefühl entsteht.

Unser Magen-Darm-Trakt ist viel mehr als nur ein Ort, an dem die Nahrung verwertet wird. Ein komplexes Nervensystem im Bauch sorgt für eine enge Kommunikation zwischen Verdauungsorganen und Kopf. Das „Bauchhirn“ regt die Ausschüttung verschiedener Hormone an und meldet Zustände wie hungrig, satt, wohlig ans Gehirn – aber auch Schmerz, Übelkeit und Unwohlsein. Umgekehrt beeinflussen emotionale Eindrücke auch die Funktion des Magen-Darm-Trakts. Kurz gesagt: Leidet die Seele, geht’s dem Magen schlecht – leidet der Magen, spürt das die Seele.

Bitterstoffe können Magenbeschwerden lindern

Gibt es gegen Magenbeschwerden ein zuverlässiges Heilmittel? Die üblichen Ratschläge wie Verzicht auf Kaffee, Nikotin und Alkohol sowie das Meiden von Stress sind zwar wohlfeil – aber vielfach vergeblich. Auch die Forderung nach häufigeren, dafür aber kleinen Mahlzeiten statt wenigen großen scheitert oft an der Lebensrealität. Und Hausmittel reduzieren vielleicht das eine oder andere Symptom, eine nachhaltige Linderung von Magenbeschwerden ist damit jedoch nur selten möglich.

Wenn es um eine wirksame Hilfe für den Magen geht, weisen Ernährungsmediziner heute immer häufiger auf die Bedeutung von Bitterstoffen hin. Von Natur aus besitzt der Mensch fünf Geschmackssinne: sauer, salzig, süß, bitter und umami (fleischig). Die Geschmacksnote „bitter“ ist jedoch zunehmend unerwünscht, Bitterstoffe wurden in den letzten Jahrzehnten aus fast allen Lebensmitteln herausgezüchtet. Stattdessen werden unsere Geschmackssinne durch ein Überangebot an Salz, Zucker und Geschmacksverstärkern manipuliert. Kaum noch jemand nimmt Bitterstoffe zu sich – sehr zum Schaden von Magen und Darm. Fehlen Bitterstoffe, werden die Verdauungsprozesse gestört, die Kommunikation zwischen Bauch und Hirn leidet.

Das Essen muss auch Magen und Darm schmecken

Zwar waren die heilsamen Wirkungen der Geschmacksnote „bitter“ auf Magen und Darm schon lange bekannt, die Gründe hierfür jedoch nicht. Erst in den letzten Jahren entdeckten Wissenschaftler entlang des ganzen Magen-Darm-Traktes Geschmacksrezeptoren – ähnlich jenen auf der Zunge. Magen und Darm können also in der Tat schmecken und sind Teil eines Signalsystems, über das Hormone ausgeschüttet und Nährstofftransporter aktiviert werden.

Heilpflanzen wie Angelikawurzel, Benediktenkraut, Gänsefingerkraut oder Wermut enthalten in hohem Maße Bitterstoffe, die in der Lage sind, an eben diesen Geschmacksrezeptoren im Verdauungstrakt anzudocken. Sie verstärken die Schleimschicht und verhindern so, dass giftige Stoffe in die Blutbahn gelangen. Die Bitterstoffe sorgen insbesondere auch für eine erhöhte Ausschüttung an Magensäure und Gallensaft. Die Folge: Magen und Darm können die zugeführte Nahrung wieder besser verwerten.

Eingestellt am: 8. April 2019