Die Grippewelle kommt ins Rollen

Anfang Februar steigt die Grippegeahr.

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Die Grippewelle nimmt gerade Fahrt auf, wie der aktuelle Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut zeigt. Höchste Zeit also, sich zu schützen.

Woran merke ich, ob die Grippewelle mich erwischt hat? Fließschnupfen, Hals- und Gliederschmerzen sowie ein dicker Kopf sind zwar unangenehm, bedeuten aber nicht unbedingt, dass die Grippe zugeschlagen hat. Meistens steckt hinter den lästigen Symptomen „nur“ eine Erkältung – zum Glück. Denn die echte Grippe (Influenza) ist eine schwere Erkrankung. „Die Abgrenzung zwischen Erkältung und Influenza ist nicht immer einfach“, sagt Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung.

Dennoch gibt es einige Anzeichen, die auf eine echte Grippe hinweisen: Die Influenza befällt den Körper meist sehr plötzlich und mit voller Wucht. Müdigkeit und Abgeschlagenheit treten in der Regel stärker auf als bei einer Erkältung. Husten, Schüttelfrost und hohes Fieber – oft um 40 °C – sind ebenfalls Hinweise auf die Influenza. Falls die Grippewelle zugeschlagen hat, sollten ältere Menschen, Kinder und Personen mit einer schweren chronischen Erkrankung auf jeden Fall den Arzt konsultieren. Auch wenn die Symptome nicht eindeutig sind. Um einer Verbreitung der Viren vorzubeugen, sollte der Arzt um einen Hausbesuch gebeten werden.

Impfung auch nach Beginn der Grippewelle noch sinnvoll

Damit es gar nicht erst zu einer schweren Grippeerkrankung kommt, sollten besonders gefährdete oder anfällige Personen wie Senioren, chronisch Kranke oder Menschen mit Immunerkrankungen sowie Schwangere mit der Grippeschutzimpfung vorsorgen. Besonders gefährdet sind auch alle, die häufig mit anderen Menschen in Kontakt kommen, wie beispielsweise medizinisches Personal, Pflegekräfte, Lehrer und Verkäufer.

Eine Impfung ist auch im Februar noch sinnvoll, obwohl die Grippewelle schon läuft. Bis der vollständige Impfschutz aufgebaut ist, vergehen lediglich zehn bis vierzehn Tage. Bei der Impfung erhält der Körper einen sogenannten Totimpfstoff. Das Immunsystem erkennt ihn als Krankheitserreger und bildet deshalb Antikörper. Steckt sich ein Geimpfter später tatsächlich mit dem Virus an, reagiert das bereits „vorgewarnte“ Immunsystem sofort und verhindert so den Ausbruch der Krankheit – oder schwächt sie zumindest erheblich ab. „Da das Grippevirus jedoch häufig seine Erscheinung ändert, reicht der Impfschutz nur für ein Jahr im Voraus. Danach wird eine neuerliche Impfung, meist mit einem neuen Impfstoff, nötig“, betont Dr. Wolfgang Reuter.

Ansteckung vermeiden: Regelmäßig die Hände waschen

„Meist überträgt sich die echte Grippe über Tröpfcheninfektion“, erklärt Dr. Wolfgang Reuter. „Das heißt: Die Viren gelangen beim Husten, Niesen oder Sprechen von Mensch zu Mensch.“ Wer bereits an der Influenza erkrankt oder für eine Infektion besonders anfällig ist, sollte daher nach Möglichkeit Menschenmengen meiden. Dazu gehören beispielsweise voll besetzte Busse, Bahnen oder Fahrstühle.

Vor allem aber ist die richtige Hygiene in der Grippezeit das A und O. Denn auch auf Türklinken, Tastaturen oder an Haltegriffen können sich die Viren festsetzen. Schnell wandert die Hand von dort an die Nase oder den Mund – und schon ist es passiert. „Häufiges, gründliches Händewaschen ist eine wichtige Vorbeugungsmaßnahme“, betont der Gesundheitsexperte. „Ebenso sollten die Hände fern vom Gesicht, insbesondere den Schleimhäuten an Mund und Nase, bleiben.“ Es empfiehlt sich, während der Grippewelle auf Händeschütteln und Umarmungen zu verzichten.

Gezielt die Abwehrkräfte stärken

Der beste Schutz vor der Grippewelle ist ein gutes, belastbares Immunsystem. Um die Abwehrkräfte zu stärken, ist es gerade in der kalten Jahreszeit ratsam, auf eine gesunde, vitaminreiche Ernährung, ausreichend Bewegung und genug Schlaf zu achten. „Wer den Viren Paroli bieten will, sollte sich warm anziehen, weil Frieren das Immunsystem schwächt“, rät Dr. Reuter.

Saunagänge und Wechselduschen können ebenfalls dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken. Die Schleimhäute bieten nur Schutz vor Ansteckung, solange sie nicht austrocknen. Deswegen haben die Viren bei trockener Heizungsluft leichtes Spiel. Häufiges Lüften zu Hause und am Arbeitsplatz ist deswegen auch im Winter eine gute Idee.

Was hilft bei echter Grippe?

Wer meint, mit Antibiotika schnell wieder auf den Beinen zu sein, irrt: Antibiotika helfen nur gegen Bakterien. Bei Grippe sind aber Viren die Übeltäter. Und die kann nur das körpereigene Immunsystem besiegen. Die Beschwerden lassen sich aber mit klassischen Hausmitteln etwas lindern. Eine heiße Hühnersuppe verbessert das Wohlbefinden, zudem lässt ihr Dampf die Sekrete aus den Atemwegen abfließen.

Gurgeln mit einem Aufguss aus Salbei, wilder Malve oder Kamille wirkt wohltuend bei Heiserkeit und Halsschmerzen, bei Husten haben sich Thymian und Spitzwegerich bewährt. Auch in der Apotheke gibt es eine Reihe rezeptfreier Erkältungsmittel: Schmerztabletten stillen Kopf- und Gliederschmerzen, Nasensprays sorgen für freien Atem. Je nach Bedarf spricht nichts gegen den Einsatz von Schleimlösern, Halspastillen oder Hustenstillern.

Aktuelle Informationen zur Aktivität der Influenza in Deutschland finden Sie hier.

Eingestellt am: 5. Februar 2019