rtCGM: Zuckerwerte messen ohne piksen

Blutzuckermessen ohne Piksen

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Systeme zur kontinuierlichen Gewebeglukosemessung in Echtzeit (rtCGM) können erheblich zur Verbesserung der Lebensqualität von Diabetes-Patienten beitragen. Inzwischen gibt es sogar Geräte, bei denen keine Blutzuckermessung zur Kalibrierung mehr erforderlich ist.

Die Blutzuckermessung kann kleine wie große Diabetes-Patienten und deren Angehörige im Alltag vor einige Herausforderungen stellen. Eine schnelle Überprüfung der Werte beim Sport oder beim Arbeitsmeeting ist mitunter schwierig. Nachts muss der Wecker gestellt werden, um den Blutzucker zu messen. Technische Entwicklungen der letzten Jahren haben den Umgang mit der Erkrankung in diesen Punkten erleichtert. Ein wichtiges Stichwort ist hier die kontinuierliche Glukosemssung in Echtzeit: „Real-Time-Glucose-Monitoring“, kurz rtCGM. Sie kommt für alle Typ-1-Diabetiker sowie Typ-2-Diabetiker, die Insulin spritzen, in Frage. Ein solches System misst den Zuckerwert rund um die Uhr ganz automatisch. Dafür muss sich der Diabetiker nicht mehr jedes Mal in den Finger piksen. Außerdem informiert es über den Verlauf des Zuckerwerts und warnt, wenn der Zucker in die Höhe schnellt oder eine Unterzuckerung droht.

Mehr Sicherheit dank rtCGM

Die rtCGM-Technologie besteht aus einem Sensor, einem Sender und einem Empfänger. Der Patient setzt sich den Sensor nahezu schmerzfrei selbst in das Unterhautfettgewebe des Bauches. Nach einigen Tagen – neueste Geräte erreichen eine Tragezeit von zehn Tagen – muss der Sensor gegen einen neuen ausgestauscht werden. Auf den Sensor wird der Sender gesetzt. Über den Sender werden die Zuckerwerte auf den Empfänger übertagen. Zusätzlich gibt es die Möglichekit, sich die Werte mittels App aufs Smartphone, das Tablet oder die Smartwatch senden zu lassen und mehrere Personen mit dem System  zu verbinden. So sind beispielsweise die Eltern kleiner Diabetes-Patienten jederzeit über die Werte ihres Kindes informiert und werden im Fall einer Entgleisung mit einem Signal gewarnt.

Weniger Angst durch Vorab-Alarm

„Da mir persönlich mein Blutzucker immer sehr unberechenbar erschien, entwickelte ich eine starke Angst vor Unterzuckerungen. Teilweise überpüfte ich meine Werte alle 30 Minuten – entsprechend sahen auch meine Fingerkuppen aus“, so Ramona Stanek, Autorin des Diabetes-Blogs tattoostravelstypeone.de. „Auch nachts sind die Warnungen vor möglichen Hypotglykämien sehr hilfreich“, sagt die Typ-1-Diabetikerin und Anwenderin der neusten Gerätegeneration. Die Studienlage ist eindeutig: Systeme für kontinuierliche Gewebeglukosemessung in Echtzeit können signifikant zu einer Reduktion des HbA1c-Wertes bei insulinpflichtigen Diabetikern beitragen.

Eingestellt am: 16. November 2018