Wie gelingt Erholung?

Mann am See sitzt in einem Sessel auf einem Steg

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Auszeit vom Stress: Jeder Mensch braucht Erholung. Aber wie schafft man es eigentlich, sich richtig zu erholen?

Nach einem langen Arbeitstag oder einer anstrengenden Woche freuen sich alle Menschen auf den wohlverdienten Feierabend bzw. ein schönes Wochenende. Ganz zu schweigen vom Urlaub: Dieser längeren Auszeit vom Alltag fiebern alle Erholungsbedürftigen entgegen. Doch wie gelingt es, sich in der arbeitsfreien Zeit wirklich zu erholen? Im Rahmen der so genannten Erholungsforschung gehen Mediziner, Psychologen und Soziologen der Frage nach, was eigentlich eine erfolgreiche Erholung am Feierabend oder in den Ferien ausmacht.

Urlaub allein reicht nicht

Studien zeigten: Auch wenn der Urlaub noch so schön ist, sein Erholungseffekt hält höchstens vier Wochen an – danach fühlen sich Berufstätige wieder genauso gestresst wie zuvor. Es reicht daher nicht aus, ein oder zwei Mal im Jahr Urlaub zu machen. Entscheidend für die seelische Ausgeglichenheit ist die tägliche Erholung am Feierabend und an den Wochenenden.

Erholung fällt nicht vom Himmel – einfach nur auf dem Sofa liegen oder den Fernseher anschalten, genügt nicht unbedingt. Denn Erholung ist auch ein aktiver Prozess: mit wohl dosierten Aktivitäten, Bewegung und Unternehmungen, die Geist und Seele beflügeln.

Eine wichtige Erkenntnis der Erholungsforschung lautet: Es kommt nicht darauf an, welchen Aktivitäten man in der Freizeit nachgeht – sondern wie man diese Aktivitäten erlebt. Die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen zeigen, dass sportliche Aktivitäten fast immer positiv und als erholsam empfunden werden. Dasselbe gilt im Grundsatz für soziale Aktivitäten – dabei ist der Erholungseffekt allerdings individuell verschieden: Wer beruflich schon sehr viel Kontakt mit Menschen hat, braucht am Abend auch mal Ruhe.

Der Mensch braucht Pausen

Wesentlich für eine gelungene Erholung in der Freizeit ist vor allem, vier Erfahrungen zu machen: von der Arbeit abschalten zu können, Entspannung zu erleben, die Freizeit selbstbestimmt gestalten zu können und Gelegenheit für besondere Erlebnisse oder Hobbys zu haben, die den eigenen Horizont erweitern.

Während der Arbeit wiederum kommt es darauf an, rechtzeitig und genügend Pausen zu machen. Phasen der hohen Beanspruchung werden im Idealfall möglichst unmittelbar durch eine kurze Auszeit ausgeglichen. Natürlich ist das nicht immer möglich – aber Erholung sollte nicht auf „bessere Zeiten“ verschoben werden, denn die kommen erfahrungsgemäß nicht von selbst. Zeiten der Regeneration muss sich heute jeder Mensch ganz bewusst selber schaffen.

Zuletzt geändert am 21. Juli 2015

Eingestellt am: 2. April 2015