Wenn die Potenz nachlässt

Viele Männer leiden unter Potenzstörungen. Doch Erektionsprobleme lassen sich heute gut behandeln. Voraussetzung: Ein Besuch beim Arzt.

Sei es, dass der Penis gar nicht mehr richtig steif wird, oder dass die Erektion nicht lange genug aufrecht erhalten werden kann: Potenzstörungen sind sehr belastend. Und zwar sowohl für die Männer als auch für die Frauen. Dabei sind Probleme im Bett weiter verbreitet, als man denkt – etwa jeder fünfte Mann in Deutschland leidet an einer erektilen Dysfunktion.

Ein betrübtes Paar unter der Bettdecke.

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Experten legen allen betroffenen Männern dringend ans Herz, sich dem Arzt anzuvertrauen. Nicht nur, damit das Liebesleben wieder in Schwung kommt – sondern auch, weil Potenzstörungen häufig frühe Anzeichen organischer Erkrankungen sind: Eine erektile Dysfunktion kann auf zugrundeliegende Störungen des Herz-Kreislauf-Systems deuten.

Meistens liegen organische Ursachen vor

Früher wurde vermutet, Erektionsprobleme werden vorwiegend durch psychische Faktoren ausgelöst wie etwa Stress oder Partnerschaftskonflikte. Heute weiß die Wissenschaft es besser: Bis zu 80 Prozent aller Potenzprobleme sind organisch begründet. Häufige Ursachen sind Diabetes, Bluthochdruck, schlechte Cholesterinwerte und Übergewicht – also dieselben Faktoren, die auch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. Potenzschwäche gilt als zuverlässiger Frühindikator für Durchblutungsstörungen im ganzen Körper. Schon allein aus diesem Grund ist der Arztbesuch unerlässlich!

Um den Ursachen der Erektionsprobleme auf den Grund zu gehen, wird der Mediziner neben Fragen zum Sexualleben auch seelische Aspekte beleuchten: Lebensgewohnheiten, Alltagsstress und die Beziehung zur Partnerin. Welche Medikamente eingenommen werden und ob der Patient Alkohol oder Zigaretten konsumiert, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Damit der Arzt sich ein vollständiges Bild machen kann, folgt eine gründliche körperliche Untersuchung.

Pillen für die Potenz

Männern mit Erektionsschwäche kann heute gezielt und erfolgreich geholfen werden. Für mehr „Standhaftigkeit“ sorgen zum Beispiel so genannte PDE-5-Hemmer. Diese Medikamente bewirken, dass mehr Blut in den Schwellkörper des Penis gelangt. Dieser richtet sich auf und drückt dabei Venen ab, aus denen sonst das Blut gleich wieder abfließen würde – damit ist eine ausreichend lange Frist fürs Liebesspiel gegeben. Zur Verfügung stehen verschiedene Präparate, die sich bezüglich der Wirkstoffe, der Wirkdauer, der Darreichungsformen und der Dosierung unterscheiden. Wie sie sicher angewendet werden, weiß der Apotheker, der Männer diskret beraten kann.

PDE-5-Hemmer sind allesamt verschreibungspflichtig – aus gutem Grund. Denn die Medikamente weiten die Gefäße überall im Körper, weshalb ihre Anwendung bei manchen Vorerkrankungen absolut tabu ist. Nur der Arzt kann entscheiden, ob ihre Einnahme für den einzelnen Patienten empfehlenswert ist.

Kleine Veränderungen, große Wirkung

Natürlich wird der Arzt Männern nicht nur potenzsteigernde Präparate verordnen, sondern auch mögliche Grunderkrankungen behandeln und hilfreiche Tipps für den Alltag mit auf den Weg geben. Erfreuliche Wirkung zeigt oft eine Änderung im Lebensstil, zum Beispiel durch regelmäßige Bewegung, Stressabbau und gesünderes Essen.

Sportliche Aktivitäten helfen nicht nur beim Abnehmen, sondern sorgen auch für eine bessere Durchblutung der Muskulatur und Stärkung des Beckenbodens. Bei Stress und Versagensängsten kann eine Psychotherapie helfen, um das seelische Gleichgewicht zurückzuerlangen und die Liebe wieder unbeschwert zu genießen.

Eingestellt am: 7. September 2015