Vorräte anlegen? Ja – aber richtig!

Vorräte anlegen für Krisenzeiten

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Viele Menschen möchten momentan Vorräte anlegen. Angesichts möglicher Quarantänephasen ist die Angst vor Engpässen zwar verständlich. Hamsterkäufe sind jedoch unsolidarisch – und unnötig: Eine Versorgungskrise ist in Deutschland nicht zu befürchten.

Der Mensch ist kein Hamster. Vorräte anlegen für Monate muss er nicht, auch nicht in Zeiten der Corona-Epidemie. Sowohl der Handel als auch die Hersteller von Lebensmitteln und täglichen Gebrauchsgütern betonen: Eine Versorgungskrise aufgrund der aktuellen Ereignisse ist nicht zu erwarten.

Dies zeigt auch der Blick in andere Länder, in denen die Verbreitung des Corona-Virus weiter fortgeschritten ist. Selbst in Italien ist die Nahrungsmittelversorgung nicht gefährdet, die Supermärkte werden auch weiterhin mit Waren beliefert und geöffnet.

Vorräte anlegen ist sinnvoll – aber nur für maximal 14 Tage

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt seit vielen Jahren allen Menschen, einen gewissen Vorrat anzulegen. Dies gilt als grundsätzliche Vorsorge und hat nichts mit der aktuellen Situation zu tun. Dabei gilt immer das Prinzip der Solidarität, betont das BBK: „Bevorraten Sie keine größeren Mengen, als Sie für 10 bis 14 Tage benötigen. Denken Sie an Ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger.“

Das BBK gibt konkrete Tipps für die Bevorratung:

  • Versuchen Sie sich in Einkaufsgemeinschaften zu organisieren, bilden Sie beispielsweise eine Chatgruppe mit Nachbarn und bieten Sie an, für ältere Personen oder chronisch Kranke Besorgungen zu machen.
  • Legen Sie einen „lebenden“ Vorrat an. Das bedeutet, die bevorrateten Lebensmittel in den alltäglichen Speiseplan einzubauen und die Vorräte regelmäßig zu erneuern. Bevorraten Sie nur, was Sie auch mögen und vertragen. Legen Sie den Vorrat zudem Stück für Stück an. Kaufen Sie zum Beispiel bei jedem Einkauf ein Teil für den Vorrat.
  • Achten Sie auf die Haltbarkeit der Lebensmittel. Stellen Sie neue Einkäufe mit dem längsten Mindesthaltbarkeitsdatum hinten ins Regal, damit Sie zuerst die Lebensmittel verbrauchen, deren Mindesthaltbarkeitsdatum unmittelbar bevorsteht. Es sollten keine Lebensmittel verderben.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung. Einzelne Produkte in großen Mengen zu kaufen ist nicht ratsam – Sie möchten sicherlich nicht tagelang das gleiche essen.
  • Denken Sie auch an ausreichend Getränke. Kalkulieren Sie zwei Liter pro Person und Tag. Besonders geeignet ist Mineralwasser.
  • Bevorraten Sie in angemessenem Umfang. Hygieneartikel wie Toilettenpapier oder Babywindeln sollten nach Ihrem eigenen Erfahrungswert bevorratet werden. Wenn Sie wissen, dass Sie mit einer Packung Toilettenpapier à 8 Rollen 10 Tage auskommen, dann reicht es, eine zweite Packung zu bevorraten. Gleiches gilt auch für andere Hygieneartikel oder die Hausapotheke.
Eingestellt am: 29. März 2020