Tee-Genuss: Wellness aus der Tasse

Für manche ist das Zubereiten von Tee nur ein Handgriff, für andere eine Kunst. Ganz gleich, wie Sie es sehen: Teetrinken bedeutet immer eine kurze Pause vom Alltag, verspricht Genuss und Wohlbefinden.

Eine gläserne Kanne mit Tee auf einem Stövchen und eine Teetasse.

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Herbstzeit ist Teezeit. Beim Teetrinken schaltet man einen Gang zurück, nimmt sich vielleicht kurz Zeit für ein Gespräch mit dem Partner oder einem Kollegen, schaut aus dem Fenster oder legt einfach mal die Füße hoch. Diese kleine Pause zu genießen – das ist noch viel wichtiger als die Entscheidung, welcher Tee in die Tasse kommt und wie lange er ziehen muss.

Für viele Teetrinker sorgt aber erst die Wahl des passenden Tees für perfekten Genuss. Die große Auswahl macht die Entscheidung nicht leicht, aber mit der Zeit findet jeder heraus, ob er es lieber kräftig, aromatisiert, fruchtig oder auch heilsam mag und braucht.

Schwarztee: beliebter Klassiker

Nachdem sich der Teegenuss in Europa seit dem frühen 17. Jahrhundert verbreitete, entwickelte sich der schwarze Tee zum beliebtesten Klassiker. Schwarztee ist heute unter anderem als Assam-, Darjeeling- und Ceylon-Tee bekannt und stammt aus Ländern wie Indonesien und Sri Lanka. Wer sich für schwarzen Tee entscheidet, sollte wissen, dass er wie Kaffee auch Koffein enthält. Zwar nimmt der Körper das Koffein aus Tee langsamer auf als das aus Kaffee, anregend ist es trotzdem. Wer empfindlich ist, sollte schwarzen Tee deshalb besonders vor dem Schlafen mit Vorsicht oder nur in kleinen Mengen genießen.

Grüner Tee: reich an Polyphenolen

Dasselbe gilt für grünen Tee, der heute bei Teefreunden hoch im Kurs steht. Weit mehr als der intensiver verarbeitete schwarze Tee enthält er eine Reihe sekundärer Pflanzenstoffe wie Polyphenole, denen eine positive Wirkung auf den Organismus zugeschrieben wird. Sie wirken entzündungshemmend und scheinen das Herz-Kreislauf-System zu stärken. Ein weiterer positiver Effekt, sowohl bei grünem als auch bei schwarzem Tee: Beide enthalten Fluorid, das den Zahnschmelz stärkt und Karies-hemmend wirkt.

Rotbusch-Tee: koffeinfreie Alternative

Geradezu zum Modegetränk hat sich der Roibusch- oder Rotbusch-Tee entwickelt: Er ist milder als schwarzer und grüner Tee, enthält kein Koffein, dafür aber Mineralstoffe und Vitamine. Deshalb können auch Kinder und Menschen mit Bluthochdruck Rotbusch-Tee bestens vertragen. Streng genommen ist er allerdings genauso wenig echter Tee wie Kräuter- und Früchtetees. Denn während schwarze und grüne Tees aus der Teepflanze gewonnen werden, stammt der Rotbusch-Tee von einer ginsterähnlichen Pflanze aus Afrika; Kräuter- und Früchtetees werden aus überbrühten Früchten, Blättern oder Blüten hergestellt.

Kräutertee: gut für die Gesundheit

Vor allem mit Kräutertees verbinden viele Teetrinker eine heilsame oder lindernde Wirkung. Tatsächlich kann Tee bei vielen Beschwerden auf die sanfte Art unterstützend wirken. So kann beispielsweise Fencheltee Blähungen und Krämpfe lindern, Lindenblüten- und Melissentee wirken beruhigend, Salbeitee kann bei Entzündungen in Mund und Rachen helfen und Hagebuttentee dank Vitamin C das Immunsystem unterstützen. Heilsame Kräutertees gibt es in der Apotheke als lose Ware oder in praktischen Filterbeuteln. Neben Tees, die nur eine Heilpflanze enthalten, werden auch fertige Kräutermischungen angeboten, beispielsweise zur Linderung von Erkältungsbeschwerden oder zur Verdauungsförderung.

Mit Tee den Tag entspannt ausklingen lassen

Wer tagsüber keine Zeit für eine kurze Teepause hatte, kann das am Abend nachholen. Einschlaftees eignen sich bestens, um den Tag angenehm ausklingen zu lassen: Für einen solchen Schlummertrunk brauchen Sie 40 Gramm getrocknete Melissenblätter, ebenso viel Hopfenzapfen und Baldrianwurzel. Nehmen Sie pro Tasse einen Esslöffel dieser Mischung, schütten Sie ihn auf und lassen Sie ihn zehn bis 15 Minuten ziehen. Eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen in langsamen Schlucken getrunken, soll der Tee dabei helfen, ganz entspannt einzuschlafen.

Praktische Tee-Tipps für jeden Tag

• Teeeier lassen losem Tee zu wenig Raum, um wirklich durchzuziehen. Deshalb lieber größere Siebe verwenden.
Schwarzer Tee wird mit sprudelnd kochendem Wasser übergossen, für grünen Tee das gekochte Wasser erst wieder auf etwa 70 Grad abkühlen lassen.
• Leitungswasser eignet sich als Teewasser. Ist es sehr hart, besser einen Filter verwenden, da sich sonst ein Film auf den Tee legt.
• Ideal ist eine Teekanne aus Glas, die den Geschmack nicht annimmt.

Eingestellt am: 13. Oktober 2015