Venenfalle Gartenarbeit

Gartenarbeit gilt als gesund. Doch passionierte Hobbygärtner leiden nach getaner Arbeit oft unter schweren oder schmerzenden Beinen, weil das häufige Knien die Venen abschnürt.

Junge Frau sitzt in einer Schubkarre und läßt die Beine baumeln.

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Gartenarbeit baut Stress ab und senkt den Blutdruck, hat aber auch Schattenseiten. Hobbygärtner klagen nicht nur über Gelenkbeschwerden oder Rückenschmerzen, viele leiden nach einem langen Tag im Garten auch unter geschwollenen und schmerzenden Beinen. Ursache ist die häufig kniende oder gebückte Haltung beim Graben, Säen, Pflanzen oder Heckenschneiden: Dabei werden oft wichtige Venen abgedrückt, so dass der Blutfluss stockt.

Um Beete zu pflegen oder Unkraut zu jäten, bedarf es häufig einer eher gebückten oder knienden Haltung. „Wer längere Zeit in dieser Position verbleibt, ruft Beeinträchtigungen im Gefäßsystem hervor. Venen werden abgeschnürt und können Blut nicht mehr ordnungsgemäß zurück zum Herzen pumpen. Ein schmerzhafter Rückstau entsteht“, erklärt Prof. Stefan Hillejan von der Praxisklinik für Venen- und Enddarmerkrankungen in Hannover.

Abwechslung bei der Gartenarbeit hilft den Venen

„Hält diese Belastung für Venenwände und -klappen an, steigt das Risiko für Erkrankungen wie Krampfadern oder sogar Thrombosen“, warnt Prof. Hillejan. Um vorzubeugen, eignet sich beispielsweise das Anlegen von Hochbeeten. Außerdem sorgen abwechselnde Tätigkeiten für Abhilfe. Regelmäßige Bewegungswechsel zwischen Knien, Stehen und Gehen regen die natürliche Muskelpumpe in den Beinvenen an und verbessern den Blutfluss. Bei anhaltender Venenschwäche helfen Kompressionsstrümpfe, damit die Gartenarbeit wieder leichter fällt.

Wenn Menschen bereits unter Krampfadern leiden, gilt besondere Vorsicht. Denn schon kleine Verletzungen an den betroffenen Gefäßen haben unter Umständen starke Blutungen zur Folge. Um diese zu stillen, empfiehlt sich das Hochlegen der Beine sowie ein leichter Druckverband. Anschließend raten Experten, zeitnah einen Phlebologen (Facharzt für Venenerkrankungen) aufzusuchen.

Vorsicht bei Krampfadern

Außerdem reichen bei Krampfader-Patienten in einigen Fällen schon leichte Stöße oder langes Knien, um eine Beinvenenthrombose auszulösen. Dabei entsteht ein Blutgerinnsel (Thrombus), welches die Blutbahn an einer Stelle verengt oder gänzlich verschließt. „Werden Gerinnsel frühzeitig entdeckt, lassen sie sich gezielt therapieren, und das Risiko einer Lungenembolie verringert sich deutlich“, sagt Prof. Hillejan.

Schmerzhafte Krampfadern lassen sich inzwischen mithilfe moderner Verfahren wie der endovenösen Lasertherapie schonend entfernen. Dabei führt der Venenspezialist eine feine Laserfaser unter Ultraschallkontrolle in das betroffene Gefäß ein. Unter Abgabe von warmen Lichtimpulsen verschließt sich die Vene sofort. Danach sucht sich das Blut problemlos einen neuen Weg über benachbarte gesunde Gefäße.

Eingestellt am: 13. Juli 2017