Wie ein träger Darm wieder munter wird

Träger Darm - was tun

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Ein träger Darm kommt zum Ende des Winters häufig vor. Dann hilft es, die Verdauung aktiv in Schwung zu bringen.

Die Natur erwacht, der Darm schläft ein: Viele Menschen plagt im Frühjahr ein träger Darm. Das ist normal, denn auch unsere Verdauung kennt einen Wintermodus. Kommt es dadurch öfter zur Verstopfung, werden die Frühlingsgefühle allerdings deutlich gedämpft.

In der kalten Jahreszeit arbeiten Magen und Darm langsamer. Wenn die Knospen sprießen und die Vögel zwitschern, wird es aber höchste Zeit auch für unseren Darm, endlich wieder richtig „aufzuwachen“.

Träger Darm – was nun?

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen kriechen nicht nur die Tiere aus ihrem Bau, auch wir Menschen kommen so langsam wieder in Bewegung. Wir verspüren Lust, Spaziergänge durch Wald und Wiesen zu machen, schlendern vergnügt mit dem ersten Eis des Jahres durch die Stadt – oder verlagern die Mittagspause gleich mal komplett ins Freie.

Dabei bringt der Beginn des Frühlings vielen Menschen auch einen Energieschub. Sie probieren neue Hobbies oder Sportarten aus. Gleichzeitig sollen unangenehme Dinge nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden. Wir möchten uns ganz allgemein von altem Winter-Ballast befreien und frisch durchstarten. 

Melatonin macht müde – auch den Darm

Ballast abzuwerfen, tut nicht nur dem seelischen Wohlbefinden gut. Es hilft auch dem Darm. In der kalten Jahreszeit klagt so manch einer über Verstopfung oder harten Stuhl. Die damit verbundenen unangenehmen Toilettengänge sind nicht zuletzt eine Folge der meist deftigen Kost im Winter. Hinzu kommt Bewegungsmangel: Wer geht bei Nebel oder Nieselregen schon gern vor die Tür?

Im Frühling ändert sich das endlich, und wir werden wieder wacher. Verantwortlich dafür ist vor allem die Sonne. Denn ihr Licht bewirkt, dass unser Körper weniger von dem Schlafhormon Melatonin ausschüttet – wir fühlen uns wieder beschwingter. Melatonin ist ein wichtiger Biorhythmusgeber. Das Hormon beeinflusst den Takt unserer inneren Uhr.

Träger Darm, harter Stuhl

Melatonin wird nicht nur in der Zirbeldrüse des Gehirns und der Netzhaut des Auges produziert, sondern auch im Darm. Das Hormon beeinflusst damit nicht nur unseren Schlaf-Wach-Rhythmus, sondern auch die Verweildauer des Stuhls im Darm. Ein träger Darm kann daher die Folge eines erhöhten Melatoninspiegels sein. So hat man hat zum Beispiel herausgefunden, dass die Aktivität des Darms nach dem Essen in der dunklen Jahreszeit geringer ist als im Sommer. Experten untersuchen derzeit noch genauer, was das für unsere Verdauung bedeutet. Fest steht aber: Ist der Darm weniger aktiv, verweilt die Nahrung länger im Körper. Je länger die Darmpassage dauert, desto mehr Wasser wird dem Stuhl entzogen – er wird fester und der Stuhlgang schwieriger. 

Um einem trägen Darm unter die Arme zu greifen, können sogenannte Stuhlweichmacher helfen. Eine verträgliche Hilfe zur symptomatischen Behandlung von hartem Stuhlgang sind zum Beispiel Präparate mit dem Inhaltsstoff Macrogol. Macrogol bindet viel Wasser, wird ansonsten aber unverändert ausgeschieden. So wird der Stuhl weicher und der Stuhlgang leichter. Ein plötzlicher Drang ist dabei nicht zu erwarten, die Wirkung setzt langsam innerhalb von 24 bis 72 Stunden ein.

Eingestellt am: 10. Januar 2020