Sport trotz Asthma?

Zwei Mountainbiker unterwegs durch Wiesen

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Eisschnelllauf-Weltmeisterin Anni Friesinger und Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler machten es vor: Sogar Hochleistungssport ist mit Asthma möglich. Und auch ohne Weltrekorde profitiert jeder Asthmatiker von regelmäßigem Training.

Menschen mit Asthma, die Sport treiben, stärken ihre Atemmuskulatur. Sie können Sauerstoff besser aufnehmen und verwerten. Sie nutzen Ihre Lungenreserven effektiver aus.

Bei untrainierten Asthmatikern droht ein Belastungsasthma schon bei geringen Anstrengungen im Alltag. Einige Stockwerke Treppensteigen oder ein kurzer Spurt zum Bus führen zu Atemnot. Das muss nicht sein. Jeder Asthmatiker ist in der Lage die Reizschwelle, bei der ein Asthmaanfall auftritt, mit Sport deutlich nach oben zu verschieben.

Hohe Hemmschwelle

Die Hemmschwelle ist hoch und die ersten Trainingseinheiten erweisen sich für Asthmatiker als schwer. Das Atmen fällt ihnen ohnehin schwer, sie fürchten das Gefühl der engen Brust und der knappen Luft. Und dann Sport treiben? Sport stellt für die meisten Menschen, die unter Atemnot leiden, ein Tabu dar.

Ihre Angst: Bei körperlicher Anstrengung, belasten die Wasser- und Wärmeverluste die Atemwege zusätzlich und lösen Luftnot aus. Menschen mit Asthma schrecken deshalb vor weiteren Trainingseinheiten zurück. Ein Teufelskreis,  je weniger sie sich bewegen, umso schneller kommt der nächste Asthmaanfall.

Asthmatiker profitieren vom Ausdauersport

Mediziner rät Asthmatikern deshalb zu Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen oder Radfahren, bei leichtem Asthma zu Ballsportarten wie Volleyball oder Badminton. Für manche Asthmatiker eignen sich Sportarten im Freien nicht, da sie zu stark auf Pollenflug oder auf Luftverschmutzungen reagieren. Andere vertragen Wintersportarten nicht, da der Wärmeverlust über die oberen Atemwege durch kalte Luft und niedrige Luftfeuchtigkeit die Symptome verstärkt.

Sehr heiße und schwüle Luft führt ebenfalls zu Atembeschwerden. Mit geeignetem Training und Schutz durch Medikamente sind bei nahezu allen Asthmatikern Sportarten im Freien möglich. Berücksichtigen Sie bei der Wahl der Sportart Ihr individuelles Krankheitsbild.

Mit dem Arzt den passenden Sport finden

Verstehen Sie eine optimale Therapie Ihrer Krankheit als Grundpfeiler für sportliches Leben mit Asthma. Art und Umfang des für Sie idealen Trainings stimmen Sie mit Ihrem Arzt ab. Bei Patienten mit Belastungsasthma empfiehlt es sich, etwa eine Viertelstunde vor dem Sport zu inhalieren. Dadurch verhindern Sie die – durch Anstrengung hervorgerufene – Atemnot zwei bis drei Stunden zuverlässig.

Für den Fall der Fälle – und, um sich selbst zu beruhigen – sollten Asthmatiker immer ein Notfall-Spray parat haben. Informieren Sie Trainer oder Sportpartner über Ihre Erkrankung.

Wärmen Sie sich vor dem Sport auf! Dehnübungen und ein langsames Einlaufen helfen Kreislauf und Atmungssystem, auf Betriebstemperatur zu kommen. Kontrollieren Sie mit einer Puls-Uhr, ob während des Trainings alles im grünen Bereich bleibt.

 

Eingestellt am: 29. Oktober 2013