Sicher reisen mit Diabetes

Weißer Sand, türkisfarbenes Wasser, hellblauer Wolkenhimmel, zwei Strandstühle mit Hut und Tasche

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Mit Diabetes in die Ferne? Kein Problem, wenn die Vorbereitung stimmt. Denn bei Reisen ins Ausland gibt es einiges zu bedenken.

Urlaubs-Fernziele werden immer beliebter: Reisen in die USA, Namibia oder Thailand stehen seit Jahren hoch im Kurs. Prinzipiell müssen auch Diabetiker keine Abstriche bei ihren Urlaubsplänen machen. Allerdings sollten sie sich im Vorfeld der Reise schon überlegen, ob das Urlaubsziel und der Diabetes zusammenpassen: Ist die Einstellung des Blutzuckers nämlich erschwert, zum Beispiel im Dschungel oder in der Wüste, sollten Sie lieber das Reiseziel ändern. Denn in Notfällen kann die medizinische Versorgung sehr schwierig sein.

In jeder ungewohnten Umgebung besteht außerdem die Gefahr einer Unterzuckerung: Nicht nur Faktoren wie die Zeitverschiebung, sondern auch Aufregung oder das ungewohnte Essen können Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben.

Zuerst zum Arzt

Der Hausarzt oder Diabetologe hat die richtigen Tipps für jedes Reiseziel, auch was notwendige Impfungen betrifft. Nehmen Sie gleich Ihren Impfausweis zu diesem Termin mit. Nicht nur bei Fernreisen können bestimmte Impfungen Pflicht sein. Für Diabetiker auch grundsätzlich zu empfehlen sind die Schutzimpfungen gegen Grippe, Pneumokokken und Hepatitis A. Selbst in heimatlichen Regionen ist oft auch eine Zeckenschutzimpfung ratsam. Der Praxistermin sollte mindestens vier Wochen vor dem Reiseantritt liegen.

Wichtig: der Diabetikerausweis

Beim Untersuchungstermin kann der Arzt außerdem den HbA1c-Langzeitwert überprüfen und die Medikation während der Reise besprechen. Besorgen Sie sich außerdem gleich einen deutschen und internationalen Diabetikerausweis in Englisch und am besten auch in der Landessprache. Die kleinen Vordrucke gibt es beim Diabetologen und in der Apotheke. Außerdem sollte der Arzt eine Bescheinigung über den Diabetes und den Medikamentenbedarf für die Reise ausstellen, damit Insulin und Spritzbesteck bei der Sicherheitskontrolle kein Problem darstellen. Diese Bescheinigung gehört nebst Medikamentenbedarf griffbereit ins Handgepäck.

Blutzucker engmaschig kontrollieren

Ist das passende Reiseziel gefunden, geht es ans Koffer packen. Medikamente, kleine Snacks wie Müsliriegel oder Traubenzucker und das Blutzuckermessgerät sollten immer im Handgepäck transportiert werden, denn nur so sind sie jederzeit griffbereit. Packen Sie immer doppelt so viel Insulin, Tabletten und Teststreifen ein, wie Sie für die Reise eigentlich benötigen. Auch ein Ersatz-Messgerät, -Pen und evtl. Einmalspritzen sind ratsam.

Um Blutzuckerschwankungen rechtzeitig zu bemerken, sollte regelmäßig der Blutzuckerspiegel gemessen werden, auch bereits im Flugzeug in einem Abstand von etwa drei Stunden. Bei der Ausstattung der Reiseapotheke berät Sie Ihre Apotheke.

Besser gut versichert

Eine Auslandsreise-Krankenversicherung ist immer ratsam. Fragen Sie bei Fernreisen nach, wie Diabetes-Komplikationen abgesichert sind. Viele Menschen mit Diabetes fühlen sich generell bei weiten Reisen verunsichert und zögern, eine Fernreise zu buchen. Daher werden inzwischen auch organisierte Reisen mit ärztlicher Betreuung angeboten. Der begleitende Arzt ist 24 Stunden im Einsatz und kennt für Notfälle wichtige Anlaufstellen vor Ort. Er kümmert sich während des Urlaubs um die medizinische Grundversorgung und kann generell helfen, sich auf Essen, Zeitverschiebung und Klima einzustellen.

Das gehört ins Handgepäck

– Blutzuckermessgerät und Teststreifen (doppelte Menge wie eigentlich für die Reisedauer benötigt)

– Insulinvorrat (in kleiner Kühltasche), Insulinpens und -spritzen

– Stechhilfe und ausreichende Anzahl an Lanzetten

– Internationaler Diabetiker-Ausweis

– Ärztliche Bescheinigung für das Mitführen von Insulin, Spritzen etc.

– Blutzuckertagebuch

– Glukagon-Notfallset

– Traubenzucker, Snacks (z. B. Trockenobst, Zwieback, Kekse)

Eingestellt am: 1. Juni 2015