Ohne Skiunfall über die Piste wedeln

Eine gute Vorbereitung auf den Wintersport beugt Verletzungen vor

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Ein Skiunfall kann zu schweren Verletzungen führen. Die meisten Ursachen ließen sich durch Umsicht und gute Vorbereitung vermeiden.

Jedes Jahr erleiden in den Alpen rund 50.000 Skifahrer einen so schweren Skiunfall, dass sie in die Klinik gebracht werden müssen. Dies geht aus einer Dokumentation der ARAG-Sportversicherung hervor, die regelmäßig alle Unfälle im alpinen Skisport registriert.

Dabei werden auch die Ursachen erfasst. Ihre Auflistung liest sich wie ein Katalog der Fahrlässigkeiten: Unaufmerksamkeit, schlechte Sicht, Fahren unter Alkoholeinwirkung, Zusammenstöße mit anderen Skifahrern, unangepasste Geschwindigkeit, Fehlauslösen der Bindung.

Helm auf zur Abfahrt

Die Versicherungs-Experten empfehlen sowohl eine aktive als auch passive Vorbereitung auf die Skisaison, um das Risiko für einen Skiunfall und schwere Folgen wie Kopfverletzungen zu minimieren. Passiver Schutz bedeutet vor allem das Tragen eines Schutzhelms. Er ist zwar für Kinder besonders wichtig – bei ihnen treten doppelt so häufig Kopfverletzungen auf wie bei Erwachsenen.

Dennoch sollten auch Erwachsene unbedingt einen Helm aufsetzen, er kann nach einer kanadischen Untersuchung das Risiko für Kopfverletzungen um ein Drittel verringern. Zum passiven Schutz zählen außerdem:

  • ein jährlicher Check der Ski- oder Snowboardbindung auf sichere Funktion,
  • das Tragen von sogenannten Protektoren-Handschuhen für Snowboarder, um Brüche im Handgelenksbereich zu vermeiden,
  • und das Tragen von Rückenprotektoren, die vor allem bei Snowboardanfängern Wirbelsäulenverletzungen verhindern können.

Nie ohne Training auf die Piste

Zur Vermeidung von Ski-Unfällen trägt auch eine geeignete Sehhilfe bei. Sollte die Brille nicht unter die Skibrille passen, sind Kontaktlinsen zu empfehlen. Werden sie nicht vertragen, kommt als Alternative der Einsatz von geschliffenen Gläsern in der Skibrille infrage.

Die Statistiken weisen nach, dass jeder dritte Skiunfall in den späten Nachmittagsstunden passiert – eine Folge von Übermüdung und nachlassender Konzentrationsfähigkeit. 60 bis 80 Prozent der Opfer von Skiunfällen haben sich darüber hinaus völlig untrainiert auf die Piste gewagt. Im eigenen Interesse sollte daher eine aktive Vorbereitung auf die Skisaison sein. Das konsequente Training erfolgt am besten das ganze Jahr über, um die körperliche Fitness zu stärken. Als geeignete Aufbausportarten gelten Nordic Walking, Radfahren, Jogging, Bergwandern und Aerobic.

Fit durch Skigymnastik

Eine spezielle Ski- oder Snowboardgymnastik, wie sie viele Fitnessstudios und Sportvereine anbieten, bereitet Knie und Muskulatur auf die harten Anforderungen eines Skitages vor. „Spätestens sechs bis acht Wochen vor dem Start in den Winterurlaub sollte mit der Skigymnastik begonnen werden“, empfiehlt der leitende Mannschaftsarzt alpin des Deutschen Skiverbands, Dr. Hubert Hörterer. Er rät sogar die letzten zwei bis drei Monate vor dem Skiurlaub ein Training zu machen, das vor allem die Oberschenkelmuskeln kräftigt. Das hilft, Verletzungen von Bändern und Kniegelenken zu vermeiden, die ein gutes Drittel aller Skiverletzungen ausmachen.

Wichtig ist auch das Aufwärmen unmittelbar vor der Abfahrt. Nach dem Auskühlen beim Anstehen an der Seilbahn und bei der Bergfahrt im Lift ist es laut Dr. Hörterer wichtig, ein paar gymnastische Übungen zu machen. Etwa ein leichter Höhenanstieg mit den Skiern. Auch auf der Stelle hüpfen oder laufen bringt den Kreislauf in Gang, die Muskeln werden besser durchblutet.

Die Muskeln in Form bringen

Entscheidend für das sportliche Stehvermögen auf der Piste sind die Oberschenkelmuskeln, die seitliche Rumpfmuskulatur und die Wadenmuskeln. Drei einfache Übungen können Sie neben gezielter Skigymnastik im Verein auch zu Hause machen, um den Effekt zu verstärken:

• Gehen Sie in die Hocke, wie bei der Skiabfahrt. Die Oberschenkel sollten waagrecht sein. Wippen Sie mit beiden Beinen zehnmal. Das sollte nach jeweils kurzen Pausen zweimal wiederholt werden.

• Zur Stärkung der seitlichen Rumpf- und Oberschenkelmuskeln legen Sie sich auf die Seite, der Oberkörper bleibt gerade ausgerichtet. Nun heben Sie das oben gelegene Knie langsam an, halten es mehrere Sekunden in dieser Stellung und senken es dann wieder. Nach zehn Wiederholungen kommt die andere Körperseite dran.

• Die Waden können Sie kräftigen, indem Sie sich mit dem Vorderfuß auf eine Treppenstufe stellen. Strecken Sie sich vom Ballen aus nach oben. Zehnmal wiederholen.

 

Viele Verletzungen beim Skifahren sind zum Glück nicht so schwer, dass der Verunfallte ins Krankenhaus muss. Wie Sie Prellungen oder Zerrungen selbst behandeln können, lesen Sie hier.

Eingestellt am: 18. Januar 2019