Melisse beruhigt die Nerven

Melisse – ein Kraut für jedes Wetter: Seit dem Altertum hat sich die Heilpflanze aufgrund ihrer wohltuenden Wirkung bei vielen nervösen Beschwerden bewährt – unter anderem auch bei Wetterfühligkeit.

Frische Minze mit Tee

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In der Volksmedizin hat die Melisse von alters her ihren Platz. Im Mittelalter wurde sie auf Anordnung Karls des Großen schon im 9. Jahrhundert in Klostergärten und später auch in den Bauerngärten angebaut. Hildegard von Bingen pries das „Bienenauge“ im 12. Jahrhundert als Heilkraut, das die Kraft von 15 anderen Kräutern in sich trage „und das Herz freudig macht“ – unter anderem gegen „melancholische Zustände“ und Magenbeschwerden.

Auch bei starken Wetterfühligkeitssymptomen und Frühjahrsmüdigkeit wirkt die Melisse beruhigend und ausgleichend auf das vegetative Nervensystem. Die ätherischen Öle der traditionellen Naturarznei können speziell die charakteristischen Beschwerden wetterfühliger Menschen lindern und bei Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden, Nervosität und Schlafstörungen helfen.

Beruhigendes ätherisches Öl

Wegen ihrer krampflösenden Wirkung wurde die Melisse außerdem in der Frauenheilkunde als „Mutterkraut“ bei Unterleibsbeschwerden und Erbrechen in der Schwangerschaft verwendet. Nonnen des Karmeliterordens vertrieben erstmals 1611 eine Geheimrezeptur mit einem alkoholhaltigen Extrakt aus Melisse, Angelikawurzel, Zimt, Muskatnuss, Zitrone und anderen Zutaten unter dem Namen „Eau de Carmes“ gegen diverse Beschwerden. Der Melissengeist ist bis heute ein beliebtes Hausmittel.

Ihren zarten Duft verdankt die Melisse dem ätherischen Öl, das Zitral und Zitronellal enthält. In Tees und Arzneimitteln hat es verdauungsfördernde und beruhigende Eigenschaften, hilft bei nervösen Magenbeschwerden und Blähungen. Melisse lindert auch nervöse Herzbeschwerden und sorgt für einen ruhigen Schlaf. Darüber hinaus enthält die Pflanze Bitterstoffe, Flavonoide und Rosmarinsäure. Die Bitterstoffe regen die Magen- und Gallensaftproduktion an und verbessern damit die Verdauung und den Appetit.

Eingestellt am: 15. Januar 2016