Überlebenskünstlerin punktet bei Stressbelastungen

Auch Pflanzen wie die Rosenwurz können Stressbelastungen trotzen
Foto: Die Heilpflanze Rosenwurz ist robust © Pixabay.com

Wer wünscht sich nicht ein dickes Fell? Und möchte selbst extremen Belastungen trotzen können? Auch Pflanzen brauchen je nach Standort solche Qualitäten. Eine davon ist die Rosenwurz. Und die gute Nachricht für uns: Was die Heilpflanze in der Natur „einsteckt“, kann sie abgeben: Rosenwurz gehört zu den sogenannten adaptogenen Pflanzen, die bei anhaltenden Stressbelastungen helfen, besser damit umzugehen.

Wenn bei der Sommersonnenwende die Sonne senkrecht über dem nördlichen Wendekreis steht, erleben wir den längsten Tag des Jahres. Vor allem in skandinavischen Ländern feiern die Menschen die Magie der hellen Mittsommernacht um den 21. Juni. Zwar ist die Sonne ein Symbol des Lebens, für die Pflanzenwelt sind die langen Tage der Sommermonate jedoch eine Herausforderung. Mit einer solchen Stressbelastung kommen nur gut angepasste (Langtages-)Pflanzen zurecht.

Denn die Sommer-Sonne hat auch ihre Schattenseiten: Dort, wo die UV-Strahlen besonders stark vom Himmel blitzen, sorgen sie nicht nur für gute Laune. Sondern setzen Pflanzen ganz schön zu. Die Rosenwurz hat da sprichwörtlich ein dickes Fell entwickelt. Denn sie kann mit Stressbelastungen gut umgehen und besteht den UV-Stresstest in jeder Beziehung.

Pflanzen, die extremen Bedingungen trotzen können, benötigen eine besondere Ausstattung. Diese besitzen Dickblattgewächse wie Rosenwurz aufgrund ihres Crassulaceen-Säurestoffwechsels (Crassulacean Acid Metabolism). Sie werden deshalb auch CAM-Pflanzen genannt.

Wie funktioniert der CAM-Stoffwechsel?

Um Wasser zu sparen, halten CAM-Pflanzen tagsüber quasi die Luft an. Erst nachts öffnen sie ihre Spaltöffnungen und atmen das für sie lebenswichtige CO2 ein, um es chemisch zu binden. Am folgenden Tag verarbeiten sie ihren so über Nacht angelegten CO2-Vorrat. Dadurch verdunsten sie bis zu 20mal weniger Wasser als die meisten unserer Kulturpflanzen – etwa Weizen, Soja, Kartoffeln oder Mais. Aufgrund ihres Stoffwechsels können CAM-Pflanzen bei gleichem Energieverbrauch weniger Kohlenstoff binden. Daher wachsen sie langsamer als andere Pflanzen.

Wer sich anpassen kann, kommt mit Stressbelastungen besser klar

CAM-Pflanzen haben sich im Lauf der Evolution an schwierige Lebensbedingungen, insbesondere Trockenheit und starke Sonneneinstrahlung, angepasst und sich dadurch viele Nischen erschlossen. Bekannteste Vertreter sind die Kakteen, die sich unter den extremen Bedingungen in Wüsten behaupten müssen. Die Heilpflanze Rosenwurz, botanischer Name Rhodiola rosea, ist dagegen vorwiegend in den mittleren Höhenlagen der nördlichen Hemisphäre (holarktische Regionen) beheimatet. Dort vor allem in der Altai-Region, Skandinavien und Sibirien.

Rosenwurz hat keine hohen Standortansprüche, sie wächst auf kargen, nährstoffarmen Böden und sogar auf nacktem Fels, wo sich ein wenig Humus angesammelt hat. Sie wurde schon in 4.500 Metern gefunden, häufig kommt sie in Gebirgsregionen zwischen 1.000 bis 2.800 Metern vor. Die Pflanze wird bis zu 25 cm hoch und hat einen knollenartigen Wurzelstock (Rhizom). Angeschnitten verströmt dieser seinen charakteristischen Rosenduft. Bei einer Wanderung in den Alpen oder der Fjellregion Skandinaviens kann man mit etwas Glück das gelb bzw. rot blühende Dickblattgewächs entdecken.

Schneller, höher, weiter...

Der Alltag verlangt uns täglich einiges ab. Aufgrund hoher persönlicher und beruflicher Anforderungen werden wir häufig von Stressbelastungen geplagt. Anhaltende Anspannung und Überlastung rauben viel Kraft und Energie. Neben Anti-Stress-Strategien ist eine weitere Option zur Linderung von Stress-Symptomen wie Müdigkeits- und Schwächegefühl die Anwendung eines pflanzlichen Adaptogens mit dem Wirkstoff Rosenwurz.

Eingestellt am: 19. Juni 2021