Läuse schnell wieder loswerden

Seit einigen Jahren sind Läuse wieder häufiger auf Kinderköpfen unterwegs. Die kleinen Blutsauger können in allen Altersgruppen und sozialen Schichten vorkommen.

Bei einem Jungen wird der Kopf auf Läuse abgesucht.

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In Schulen und Kindertagesstätten sind heute wieder öfters die Läuse los. Das liegt daran, dass Kinder eben gern die Köpfe zusammenstecken – mit mangelnder Hygiene haben Kopfläuse absolut nichts zu tun: Sie lassen sich vom Haarewaschen überhaupt nicht beeindrucken geschweige denn vertreiben.

Kopfläuse brauchen den direkten Kontakt zur Kopfhaut für ihre Blutmahlzeiten, die sie alle drei bis vier Stunden einnehmen müssen. Deshalb klammern sie sich immer am Haaransatz fest und wandern nur dann eilig von Kopf zu Kopf, wenn die Kinder miteinander tuscheln oder kuscheln.

Ansteckung nur von Kopf zu Kopf

Anders als Flöhe können Kopfläuse nicht springen und werden nur durch direkten Körper- bzw. Kopfkontakt übertragen. Eine Infektion über Mützen, Kissen oder Kuscheltiere wäre zwar theoretisch möglich, findet praktisch aber nicht statt, wie verschiedene Studien zeigten.

Läuse übertragen keine Krankheiten und sind deshalb nicht gefährlich. Aber lästig sind die hautfarbenen, ein bis drei Millimeter kleinen Vampire schon, wenn sie sich in unsere Kopfhaut verbeißen und regelmäßig an unserem Blut nippen. Sie rufen oft heftigen Juckreiz hervor, können aber auch lange unentdeckt bleiben. Selten bildet sich auch mal ein Ekzem im Nacken mit einer Schwellung der Lymphknoten.

Keine falsche Scham

Bevorzugt kleben die Weibchen ihre knapp einen Millimeter kleinen Eier, die Nissen, an den Schläfen, über den Ohren oder im Nacken ganz unten an den Haarschaft nahe der Kopfhaut. Denn hier ist die Temperatur schön gleichmäßig warm.

Man sollte Läusen schnell zu Leibe rücken. Doch viele Betroffene zögern den Gang zur Apotheke hinaus, weil sie sich genieren, und experimentieren mit allerlei Hausmittelchen. Dabei muss sofort die Kindertagesstätte oder Schule informiert werden! Irgendwo hat sich das Kind die kleinen Biester ja eingefangen, und auch andere Eltern müssen auf Läusefang gehen. Sonst kann der Ausstieg aus dem Läuse-Karussell nicht gelingen.

Warnsignal Juckreiz

Kopfjucken kann viele Ursachen haben. Vor dem Gang zum Haut- oder Kinderarzt kann man schnell selber feststellen, ob Kopfläuse die Ursache sind. Inspizieren Sie mit einer Lupe den Kopf des Kindes insbesondere über den Ohren und am Nacken. Dabei entdeckt man zwar nicht unbedingt die kaum sichtbaren Läuse, wohl aber die Nissen.

Noch sicherer: Geben Sie eine normale Haarpflegespülung in das angefeuchtete Haar: nicht ausspülen und mit einem Nissenkamm aus der Apotheke Strähne für Strähne sorgfältig von der Haarwurzel bis zur Spitze auskämmen und jedesmal den Kamm auf weißem Küchenkrepp ausstreichen. So sehen Sie sofort verdächtige Objekte. Bei Läuse- oder Nissenfund müssen alle Familienmitglieder den Test machen.

Konsequent behandeln

Spätestens jetzt ist ein Gang zum Arzt oder Apotheker angesagt, der die weitere Behandlung erklärt. Denn Hausmittel wirken nicht zuverlässig und haben manchmal unerwünschte Nebenwirkungen. Wirksame Mittel gegen Kopfläuse beruhen auf zwei unterschiedlichen Prinzipien: Sie wirken entweder chemisch oder physikalisch.

Chemische Läusemittel enthalten Insektizide, die das Nervensystem der Läuse zerstören, allerdings die Eier noch nicht abtöten. Deswegen müssen die Haare anschließend ausgekämmt und die Behandlung nach zehn Tagen wiederholt werden, um nachgeschlüpfte Larven abzutöten. Der Nachteil dieser chemischen Methode sind gelegentlich unerwünschte Kopfhautreizungen. Sie ist zudem für Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere und Stillende ungeeignet.

Eine Alternative sind Medizinprodukte auf der Basis von Dimeticon, einem dünnflüssigen Silikonöl, oder bestimmten pflanzlichen Ölen wie Kokosöl. Sie überziehen die Plagegeister mit einem dünnen Film und verkleben damit ihre Atemöffnungen, so dass sie ersticken. Auch hier muss die Behandlung nach acht bis zehn Tagen wiederholt und das Haar danach mit dem Nissenkamm ausgekämmt werden. Lassen Sie sich bitte in der Apotheke beraten.

Eingestellt am: 13. September 2016