Kampf dem Juckreiz

Eine Frau verspürt Juckreiz am Arm

Foto: © Adam Gregor – Fotolia.com

Hautkrankheiten wie Neurodermitis rauben vielen Patienten Schlaf und Nerven. Besonders schlimm ist der Juckreiz – ihn zu lindern steht im Mittelpunkt der Therapie.

„Juckreiz ist eine unangenehme Sensation, die Kratzen provoziert.“ Diese Erkenntnis formulierte der Arzt Samuel Hafenreffer vor 330 Jahren. Das gilt heute noch verstärkt: Juckende Hauterkrankungen wie Neurodermitis nehmen immer mehr zu. Experten schätzen, dass hier zu Lande jedes siebte Kind im Vorschulalter unter diesem allergischen Ekzem leidet. Insgesamt sind in Deutschland rund vier Millionen Menschen betroffen.

Schuppen und Bläschen

Eine Neurodermitis beginnt häufig im ersten Lebensjahr. Frühe Anzeichen sind trockene und gerötete Hautareale auf den Wangen und an Armen und Beinen. Im weiteren Verlauf kommt es zu Hautveränderungen mit Schuppen, Bläschen, Papeln und Knötchen.

Alle Patienten, insbesondere Kinder, quält ein sehr starker Juckreiz: Es kommt zu Schlafstörungen, Unruhe und Konzentrationsproblemen. Kinder können dem Juckreiz nicht widerstehen und geraten deshalb in einen Teufelskreis: Kratzen lindert zwar, führt jedoch durch Verletzung der Haut zu Entzündungen, die den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen – und neuen Juckreiz auslösen.

Es gilt: frühzeitig behandeln

Warum die Haut juckt, wissen die Mediziner bis heute nicht. Sie kennen die Sinneszellen für Wärme, Kälte, Druck und Schmerz. Die speziellen Nervenenden für den Juckreiz bleiben noch unbekannt. Wissenschaftler vermuten, dass dieselben Zellen Schmerzsignale und Juckreize empfangen. Sie bilden zwei Spielarten einer Sinneswahrnehmung. Wie Schmerzen sollte das Jucken frühzeitig behandelt werden, um Komplikationen zu vermeiden.

Gefahr der Austrocknung

Neben der Neurodermitis gibt es weitere Ekzemerkrankungen, die ein starkes Kratzbedürfnis verursachen. Die bekannte Nickelallergie, die durch Schmuck ausgelöst wird, stellt ein sogenanntes Kontaktekzem dar. Beim seborrhoischen Ekzem produziert die Haut zu viel Talg. Dies führt zu Entzündungen am behaarten Kopf, im Gesicht und in der Mitte von Brust und Rücken.

Alle Ekzemkrankheiten verlaufen chronisch und in Schüben; akute Phasen wechseln sich mit symptomfreien Intervallen ab. In der akuten Phase weisen die Patienten eine gerötete, brennende, nässende Haut auf. Im weiteren Verlauf trocknet die Haut aus, und es bildet sich eine Schuppenkruste. Der ständige Wechsel führt zu einer Veränderung der Hautstruktur: Die Oberfläche wird immer gröber und trockener. Gerade diese Partien jucken sehr stark – auch außerhalb der akuten Krankheitsphase.

Sorgsame Pflege muss sein

GezielteTherapie hemmt die Entzündung und lindert den Juckreiz. In der akuten Phase kann der Arzt Kortisonsalben verordnen, um die Entzündung schnell zurückzudrängen. Je nach Stärke der Symptome kommt eine äußerliche Anwendung von Harnstoff oder Gerbstoffen in Frage. Die Juckreiz-Attacke kann so heftig sein, dass eine äußerliche Behandlung nicht ausreicht. Dann ist die Einnahme so genannter Antihistaminika möglich: Diese Stoffe blockieren die Juckreizrezeptoren in der Haut.

Die Therapie darf sich nicht nur auf den akuten Schub beschränken. Sie muss den beschwerdefreien Zeitraum so weit wie möglich verlängern. Dabei ist es wichtig, der trockenen Haut ausreichend Feuchtigkeit zuzuführen. Dies geschieht durch spezielle Fettcremes und Fettsalben. Wasser trocknet aus! Unterstützend bei der Pflege wirken rückfettende Badeöle oder –emulsionen sowie Duschöle und -cremes aus der Apotheke.

 

Zuletzt geändert am 3. August 2015

Eingestellt am: 17. Januar 2013