Gegenwind für den Husten

Husten ist zwar ein wichtiger Schutzreflex des Körpers, aber meist sehr lästig. Kein Wunder, dass Erkältungsgeplagte ihn möglichst rasch loswerden möchten.

Mann hat Husten im Winter

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„Eine Erkältung ist doch halb so schlimm“, sagen viele Menschen – zumindest so lange, wie sich die Symptome auf Halskratzen und laufende Nase beschränken. Doch spätestens, wenn Husten das klassische „Erkältungstrio“ komplettiert, wird die Krankheit dann doch als erhebliche Beeinträchtigung wahrgenommen. Kein Wunder, denn Husten ist unberechenbar, quälend, schlafraubend und lässt sich einfach nicht unterdrücken.

Wenn eine Hustenattacke die nächste jagt und den ganzen Körper schüttelt, hat so mancher den dringenden Wunsch, sich nur noch ins Bett zu legen. Doch auch hier finden Hustengeplagte nicht die ersehnte Ruhe. Denn befindet sich der Körper in der Waagerechten, treten die Hustenstöße noch häufiger und heftiger auf. An nächtliches Durchschlafen ist nicht mehr zu denken. Wer würde da noch behaupten, Husten sei eine Bagatelle?

Schonung ist angesagt

Obwohl der typische Erkältungshusten für ansonsten gesunde Menschen kein Grund zur Besorgnis ist, kann er die Lebensqualität vorübergehend merklich mindern. Betroffene fühlen sich häufig richtig krank und sollten ihrem Körper deshalb die erforderliche Ruhe gönnen – anstrengende körperliche Aktivitäten und Sport sind jetzt erst einmal tabu. Kleine Spaziergänge an der frischen Luft können das Wohlbefinden allerdings steigern und das Durchatmen erleichtern. Erkältete sollten sich einen schützenden Schal um den Hals binden, ehe sie ins Freie gehen.

Trockene Raumluft ist dagegen Gift bei Husten, denn Mund- und Rachenschleimhaut sind ohnehin schon angegriffen. Umso wichtiger ist regelmäßiges Lüften, um das Raumklima zu verbessern. Vor allem jetzt im Winter ist Stoßlüften für rund zehn Minuten für den Luftaustausch besser, als die Fenster ständig in Kippstellung zu belassen. Ebenfalls sinnvoll: Die Raumluft befeuchten, beispielsweise mit feuchten Tüchern.

Viel trinken ist eine weitere einfache Möglichkeit, um eine trockene Mund- und Rachenschleimhaut zu befeuchten und damit dem Hustenreiz entgegenzuwirken. Neben Wasser bieten sich Kräutertees aus der Apotheke an. Der Apotheker kann spezielle Hustentee-Mischungen empfehlen.

Erst trocken, dann produktiv

Welche Medikamente hilfreich sind, hängt ganz wesentlich von der Art des Hustens ab. In der Regel verläuft Erkältungshusten in Phasen. In den ersten Tagen wird der Erkältete meist von trockenem, unproduktivem Reizhusten geplagt. Er ist hart, schmerzhaft und hat für den Körper keinen wirklichen Nutzen. Erlaubt ist es deshalb, den lästigen Hustenreiz zu unterdrücken, zum Beispiel mit pflanzlichen Hustenstillern aus der Apotheke. Sie enthalten Schleimdrogen wie Spitzwegerich, Malve, Isländisch Moos und Eibisch, die die gereizte Schleimhaut schützen und beruhigen. Auch Hustenstiller mit Wirkstoffen wie Dextromethorphan und Pentoxyverin sind rezeptfrei erhältlich und gut wirksam.

Nach ein paar Tagen geht der trockene Reizhusten dann meist in einen schleimbildenden, produktiven Husten über, der die körpereigene Abwehr unterstützt und die Viren aus dem Körper transportiert. In dieser Phase kommt es darauf an, den Husten zu lösen, damit der zähe Schleim besser abgehustet werden kann. Auch hier gibt es pflanzliche Präparate, etwa mit Efeublätter-Trockenextrakt, Thymian oder Süßholzwurzel. Ebenfalls rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind hustenlösende Arzneimittel mit Wirkstoffen wie Ambroxol oder Acetylcystein.

Hartnäckiger Reizhusten

Der produktive Husten ist in der Regel nach einer Woche wieder vorbei. In der Heilungsphase sind die Schleimhäute aber noch überempfindlich, so dass jetzt oft erneut ein trockener Reizhusten entsteht, der mehrere Wochen andauern kann. Solange sollte der Arztbesuch jedoch nicht hinausgezögert werden. Bessern sich die Beschwerden trotz Selbstbehandlung nach etwa einer Woche nicht, gehen Erkältete besser zum Arzt. Umgehend in die Arztpraxis gehören von Husten Geplagte, wenn Symptome wie hohes Fieber, Atemnot oder starke Schmerzen hinzukommen.

Eingestellt am: 4. Dezember 2015