Erkältung: Endlich wieder durchatmen!

Nase, Nebenhöhlen, Bronchien: In der Erkältungszeit sind die Atemwege häufig entzündet und verschleimt. Welche Krankheiten sich dahinter verbergen – und was Sie wieder frei durchatmen lässt.

Eine Frau schnupft die Nase und hat Medikamente und ein Wasserglas vor sich.

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Atemwegsinfekte sind quälend und jetzt im Winter besonders häufig für Fehltage am Arbeitsplatz verantwortlich. Wenn die Nase läuft, der Kopf „dicht“ ist und eine Hustenattacke die nächste jagt, ist der Besuch beim Arzt oft unerlässlich. Doch in der Arztpraxis herrscht dann oft Ratlosigkeit: Was meint der Mediziner eigentlich, wenn er von Rhinitis, Sinusitis oder Bronchitis spricht? Wir stellen die häufigsten Krankheitsbilder rund um die Erkältung vor und sagen, was bei akuten Beschwerden hilft.

Rhinitis: Wenn die Nase läuft

Bei etwa 80 Prozent aller grippalen Infekte ist eine Rhinitis, also ein einfacher Schnupfen, ein typisches Symptom. Schuld sind oft Rhino- oder Coronaviren, die in die Nasenschleimhaut eindringen und eine Entzündung verursachen. Die Nase läuft, die Atmung ist eingeschränkt. Anfangs ist der Schnupfen klar und wässrig (Fließschnupfen), bei längerem Krankheitsverlauf wird das Sekret jedoch zunehmend gelb und zähflüssig. Eine Rhinitis ist kein Grund zur Sorge, doch um Komplikationen zu verhindern, ist die Belüftung der Atemwege wichtig. Abschwellende Nasensprays reduzieren die Schwellung der Schleimhäute und helfen beim Durchatmen. Inhalationen und eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme tragen außerdem dazu bei, den Schnupfen zu lösen.

Sinusitis: Wenn der ganze Kopf schmerzt

Als Sinusitis bezeichnen Mediziner eine Entzündung der Nasennebenhöhlen. Sie entsteht, wenn sich ein Schnupfen festsetzt und sich die Erreger bis in die Nebenhöhlen ausbreiten. Typische Symptome sind ein schmerzhaftes Druckgefühl im Gesicht, Kopfschmerzen, eitriger Schnupfen, eine behinderte Nasenatmung sowie allgemeine Abgeschlagenheit. Um zu verhindern, dass die Entzündung der Nebenhöhlen chronisch wird oder es dadurch zu Folgeerkrankungen kommt, ist eine frühzeitige und konsequente Behandlung wichtig. Denn im Extremfall kann eine Sinusitis zu schweren Komplikationen wie zum Beispiel einer Hirnhautentzündung führen.

Hilfe aus der Apotheke

Bei einer Sinusitis helfen Nasenspray, falls erforderlich Schmerzmittel und pflanzliche Schleimlöser zum Einnehmen. Wird der festsitzende Schleim rasch gelöst und abtransportiert, kann oft verhindert werden, dass sich außer Viren auch noch Bakterien in den Schleimhäuten einnisten. Ob die Gabe von Antibiotika erforderlich ist, kann der Arzt beurteilen.

Halten die Beschwerden länger als acht Wochen an, oder kommt es mehr als viermal im Jahr zu einer akuten Sinusitis mit einer bleibenden Restsymptomatik, liegt eine chronische Verlaufsform vor. Im Unterschied zur akuten Form sind die Schmerzen bei einer chronischen Sinusitis meist geringer ausgeprägt, manchmal fehlen sie auch ganz. Allerdings klagen Betroffene oftmals über allgemeine Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Leistungsschwäche.

Bronchitis: Wenn die Infektion wandert

Gelangen die Krankheitserreger von den oberen Atemwegen bis in die Bronchien, spricht man von einem Etagenwechsel: Aus der Erkältung mit Husten entsteht eine akute Bronchitis. Charakteristisch hierfür ist ein verstärkter Husten mit Auswurf. Außerdem wird der Bronchialschleim zunehmend zähflüssiger, so dass die Flimmerhärchen in den Atemwegen verkleben, und der natürliche Selbstreinigungsprozess der Atemwege gestört ist. Hin und wieder kommt es auch zu leichtem Fieber. Mit der richtigen Therapie, deren Ziel es ist, den entzündlichen, zähen Schleim zu verflüssigen und zu lösen, klingt eine akute Bronchitis meist nach einiger Zeit ohne Komplikationen wieder ab. Ob die Gabe von Antibiotika erforderlich ist, entscheidet der Arzt.

Chronische Bronchitis: Rauchen als Ursache

Bei einer chronischen Bronchitis sind die Bronchien dauerhaft entzündet. Laut Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bedeutet dies: Wenn Husten und Auswurf drei Monate lang in zwei aufeinander folgenden Jahren auftreten, ist eine Bronchitis chronisch. Ursache ist häufig jahrzehntelanges Rauchen, wodurch die Bronchialschleimhaut stark geschädigt wird. Doch auch, wer immer wieder unter einer akuten Bronchitis leidet, ist gefährdet. Die gute Nachricht: Solange die Lunge noch keine strukturellen Schäden hat, ist eine chronische Bronchitis heilbar.

Inhalieren: Der Infektion Dampf machen

Unabhängig davon, welche Diagnose der Arzt stellt, gilt bei grippalen Infekten: Um wieder frei durchatmen zu können, müssen die Schleimhäute abschwellen und das Sekret gelöst werden. Neben Nasensprays, Husten- und Schleimlösern aus der Apotheke sind hierfür auch Inhalationen gut geeignet: Sie unterstützen die Schleimlösung und befeuchten die Schleimhäute. Besonders effektiv ist das Inhalieren mit einem speziellen Inhalator aus der Apotheke. Die praktischen Geräte bieten stabilen Halt und verringern das Risiko, sich zu verbrühen. Wichtig ist es beim Inhalieren, möglichst langsam und tief zu atmen und sich im Anschluss an die Behandlung ein wenig Ruhe zu gönnen.

Was die Atemwege schützt

• Zigaretten verbannen: Die effektivste Maßnahme, um Atemwegsinfekten vorzubeugen bzw. einen grippalen Infekt zu kurieren, ist der Verzicht auf Tabak.
• Für Frischluft sorgen: Frische Luft schützt unsere Schleimhäute vor dem Austrocknen und hilft so, Erkältungsviren abzuwehren.
• Fit futtern: Dank seiner immunstimulierenden und antiviralen Wirkung kann Zink das Immunsystem im Kampf gegen Erkältungserreger unterstützen. Reich an Zink sind zum Beispiel Haferflocken, Hülsenfrüchten, Käse und Nüsse.

Eingestellt am: 6. Oktober 2015