Diabetes: Wie schütze ich die Nerven?

Ich bin schon länger Diabetiker und weiß, dass der Zucker die Nerven angreifen kann. Woran erkenne ich eine Nervenschädigung?

Eine Frau untersucht ihren Fuß

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Meistens äußert sich die diabetische Nervenerkrankung zuerst an den Füßen: Die Zehen brennen wie Feuer. Die Füße kribbeln, als würden tausend Ameisen darüber laufen. Nachts stülpt sich eine schmerzhafte „Socke“ über die Füße. Man geht wie auf Watte. Die geschädigten Nerven senden Fehlsignale, die die Betroffenen als Empfindungsstörungen wie Kribbeln, Schmerzen oder Taubheit in den Füßen wahrnehmen. Bei manchen Betroffenen ist die Neuropathie mit Schmerzen verbunden, die ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Oft ist die Nervenschädigung aber kaum spürbar – ganz allmählich lässt die Empfindsamkeit für Berührung, Druck, Schmerz und Temperatur nach.

Ganz wichtig ist, dass Sie regelmäßig Ihre Füße inspizieren. Ich empfehle, dies täglich zu tun. Nehmen Sie jede Auffälligkeit ernst. Dazu zählen sowohl Missempfindungen und eine nachlassende Sensibilität als auch Verletzungen, Blasen, Druckstellen oder Hautveränderungen. Mit einem Handspiegel können Sie auch die Zehenzwischenräume und Sohlen gut inspizieren. Neben der Fuß-Kontrolle ist die tägliche Pflege mit Fußcreme oder Fußschaum wichtig, denn Diabetiker haben oft trockene Haut. Verwenden Sie keine Fettsalbe, sondern lieber ein Produkt mit Feuchthaltefaktoren wie Urea. Außerdem sollte mindestens einmal im Jahr der Arzt eine Fußuntersuchung durchführen, bei der er das Berührungs-, Vibrations- und Temperaturempfinden überprüft.

Bei der Behandlung der diabetischen Neuropathie werden im besten Fall alle nervenschädigenden Faktoren berücksichtigt. An erster Stelle steht immer eine möglichst gute Blutzuckereinstellung. Außerdem sind Risikofaktoren wie erhöhte Blutfette oder ein erhöhter Blutdruck zu behandeln sowie Rauchen und zu viel Alkohol zu vermeiden. Zusätzlich können rezeptfreie Präparate aus der Apotheke helfen – zum Beispiel mit der vitaminähnlichen Substanz Benfotiamin. Diese Vorstufe des Vitamins B1 kann die Nerven vor den schädlichen Auswirkungen des erhöhten Blutzuckers schützen. Bei regelmäßiger Einnahme können damit Beschwerden wie Kribbeln, Brennen, Schmerzen oder Taubheitsgefühle in Füßen oder Händen gelindert werden. Empfehlenswert ist immer auch der Besuch einer Diabetiker-Schulung. Sie hilft Ihnen dabei, Experte für Ihre Erkrankung zu werden.

Eingestellt am: 13. Januar 2016