Immer mehr Menschen halten ein Haustier

Das Haustier liegt im Trend

Foto: © IVH

In 45 Prozent aller deutschen Haushalte lebt mindestens ein Haustier. Insgesamt betreuen die Menschen hierzulande 34,4 Millionen Hunde, Katzen, Hamster, Vögel und Fische.

Der Trend geht zum Haustier. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Erhebung, die der Industrieverband Heimtierbedarf e.V. und der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. beim Marktforschungsinstitut Skopos in Auftrag gegeben haben.

Das Haustier Nummer eins ist die Katze. Insgesamt leben 14,8 Millionen Katzen in Deutschland. An zweiter Stelle folgen 9,4 Millionen Hunde. Die Zahlen zeigen deutlich, dass die Liebe zu tierischen Mitbewohnern weiterhin ungebrochen ist. „Heute lebt in fast jedem zweiten Haushalt ein Heimtier, während noch vor gut zehn Jahren nur in ungefähr jedem dritten Haushalt ein Tier gehalten wurde“, sagt Georg Müller, Vorsitzender des Industrieverbands Heimtierbedarf.

Ein Haustier gehört zur Familie

Haustiere sind besonders bei Familien mit Kindern beliebt. In 63 Prozent aller Familien lebt ein Haustier. Bei den Singles beträgt der Anteil 34 Prozent. „Haustiere sind als Sozialpartner, insbesondere für Alleinlebende, weiterhin sehr wichtig“, sagt Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands. „Und ob als Familienmitglied oder Spielgefährte: Immer mehr Menschen fühlen sich offensichtlich in der Gegenwart eines Tiers wohl, können gut entspannen und lieben ihre Tiere.“

Wenn Haustiere krank werden

Leider können auch Haustiere erkranken. Ebenso wie der Mensch fangen sie sich bei schlechtem Wetter schon mal eine Erkältung ein, vor allem Hunde und Katzen werden gar nicht so selten von Husten, Schnupfen und Niesen geplagt. „Die Erkältungssymptome sind im Prinzip wie beim Menschen“, sagt Dr. Heidi Bernauer-Münz, praktizierende Tierärztin, Tierverhaltenstherapeutin und Vorsitzende des Arbeitskreises für Kleintiere der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. in Wetzlar. „Die Kombination aus Husten, Niesen, Schlappheit und Antriebslosigkeit ist ein unverkennbares Anzeichen für eine Erkältung beim Tier.“

Hat das Tier zudem Schnupfen, erkennen Halter das an einer Flüssigkeit, die aus der Nase tropft. Sie kann auch gelblich sein, wenn Bakterien beteiligt sind. „Bei einer feuchten Hundenase mit einem klaren Sekret muss man sich jedoch zunächst keine Sorgen machen“, gibt die Tierärztin Entwarnung. Bei Katzen kann ein Schnupfen grundsätzlich dramatischer sein. Der Verlust des Geruchssinns kann zur Futterverweigerung führen, denn mit der Nase testen Katzen die Qualität ihres Futters. Riechen sie nichts, fressen sie nichts. Spätestens dann heißt es bei der Katze: ab zum Tierarzt.

Im Zweifel zum Tierarzt

„Wie beim Menschen auch, hilft den Tieren bei einer Erkältung viel trinken, Ruhe und Wärme“, sagt die Expertin. Zwar braucht der Hund trotz Erkältung seinen Auslauf. „Doch er sollte nicht überfordert werden“, so Dr. Bernauer-Münz. Mehrmals am Tag maximal 15 Minuten Gassi gehen reichen dann. Sollten sich die Symptome verschlechtern oder sollte das Tier schlapp und antriebslos im Körbchen liegen, besteht dringender Handlungsbedarf: Da Atemwegserkrankungen bei Katzen und Hunden schnell chronisch werden, sollte man schon bei ersten Symptomen einen Tierarzt aufsuchen.

Ist eine bakterielle Infektion Auslöser der Beschwerden, lassen sich Antibiotika oft nicht vermeiden. Bei einer viralen Infektion können Wirksubstanzen mit antiviralen Eigenschaften gegeben werden. Zusätzlich bieten biologische Tierarzneimittel eine gute Möglichkeit, Atemwegserkrankungen wirksam und gleichzeitig sanft zu behandeln.

Eingestellt am: 16. September 2019