Corona-Stress: Die Seele braucht Unterstützung

Corona-Stress kann Schlafstörungen zur Folge haben
Foto: ©AdobeStock/Swen Vitense/wefra

Die Pandemie schlägt auf die Psyche: Corona wird mehr und mehr zur seelischen Belastung. Innere Unruhe, Nervosität und Schlafstörungen haben zugenommen. Wie sich der stressige Alltag im Lockdown auswirkt, zeigte eine aktuelle Studie.

Welche Auswirkungen hat der Corona-Stress durch Kontaktverbote und Lockdown auf die Menschen in Deutschland? Diese Frage beantwortete eine Sonderbefragung im Rahmen der NAKO Gesundheitsstudie, an der im Mai 2020 knapp 160.000 Menschen teilnahmen. Im Rahmen der Untersuchung wurde der subjektiv empfundene Gesundheitszustand ermittelt. Die Studie fragte insbesondere nach Stress, Angstzuständen und depressiven Symptomen.

Die Auswertung der Antworten ergab: Ängste und depressive Symptome nahmen vor allem bei den Teilnehmern unter 60 Jahren zu - besonders bei jungen Frauen. Außerdem stieg der Anteil von Menschen mit stärkeren depressiven Symptomen von 6,4 auf 8,8 Prozent. Der subjektiv empfundene Stress nahm in allen Altersgruppen und bei beiden Geschlechtern zu.

Der Corona-Stress macht Angst

„Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass im Frühjahr 2020 während der ersten Welle der Pandemie und der ergriffenen Gegenmaßnahmen – wie „social distancing“, Kontaktbeschränkungen und Betriebsschließungen – sich die Ausprägung depressiver Symptome, sowie von Angst und Stresssymptomen in der Bevölkerung verstärkt hat“, folgert Prof. Dr. Klaus Berger, Sprecher der NAKO-Expertengruppe „Neurologische und Psychiatrische Erkrankungen“ und Direktor des Instituts für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Münster.

Die Experten befürchten langfristige Auswirkungen der Pandemie auf den psychischen Gesundheitszustand. Denn negativer Stress macht krank. Er kann nicht nur zu Nervosität, Konzentrationsstörungen, innerer Unruhe und Trübsal führen – auch körperliche Beschwerden wie Magen-Darm-Probleme, Muskelverspannungen, Kopfschmerzen und Bluthochdruck sind möglich.

Auf die eigenen Bedürfnisse und gesunde Ernährung achten

Hinzu kommt: Wenn die Gedanken um Probleme kreisen, fällt es schwer, auf sich selbst zu achten. Dieses Phänomen kennen viele Menschen - statt beim Spazierengehen Stresshormone abzubauen, sitzen sie auf der Couch und grübeln über ihre Sorgen. Weil der Tag mit Pflichten vollgepackt ist, fehlen ausreichende Phasen der Erholung. Auch eine gesunde Ernährung bleibt im nervenzehrenden Alltag oft auf der Strecke. Statt selbst gekochten Gerichten mit frischen Zutaten gibt es schnelles Fast Food. Dabei hat der Körper gerade bei innerer Anspannung und Stress einen höheren Bedarf an Vitalstoffen. Besonders wichtig in Phasen hoher seelischer Belastung ist Magnesium: Der Mineralstoff spielt eine zentrale Rolle für die normale Funktion des Nervensystems. Magnesium entspannt aber nicht nur, es trägt außerdem entscheidend zur Energieversorgung der Zellen bei und wirkt so Müdigkeit entgegen.

Mit welchen allgemeinen Maßnahmen können Sie den Corona-Stress abbauen? Psychologen geben unter anderem folgende Tipps:

  • Nehmen Sie sich nicht zu viel vor. Planen Sie ein realistisches Tagespensum, und halten Sie es möglichst auch ein. Wenn am Abend alle Aufgaben erledigt sind, ist das ein Erfolgserlebnis – Sie können zufrieden sein und besser einschlafen.
  • Schrauben Sie Ihre Erwartungen zurück. Niemand ist perfekt: Wer auch mit einer einfachen statt der optimalen Lösung leben kann, erspart sich viel Stress.
  • Delegieren Sie. Wenn Sie alles selbst machen, haben Sie zwar am Ende ziemlich sicher das gewünschte Ergebnis – aber eben auch eine Menge zusätzliche Arbeit. Geben Sie Dinge aus der Hand, das entlastet Sie.
  • Hören Sie auf Ihren Körper. Wenn Sie sich allgemein abgeschlagen und matt, nervös oder zunehmend gereizt fühlen, ist das ein Alarmsignal. Ignorieren Sie es nicht, sondern tun Sie etwas.
Eingestellt am: 30. März 2021