Bauchweh ade

Bauchschmerzen kennen alle: Kinder weinen, Jugendliche verziehen sich ins Bett, und Erwachsene versuchen, den Alltag trotzdem irgendwie zu meistern. Wir haben die besten Tipps bei Bauchweh – für die ganze Familie.

Rote Wärmflasche mit weißem Herz

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Bei jüngeren Kindern sind Bauchschmerzen die häufigste Form von Schmerzen, bei älteren Kindern und Jugendlichen treten sie – nach Kopfschmerzen – am zweithäufigsten auf. Ein wesentlicher Grund: Aufregung, Ungewissheit und Angst spiegeln sich bei Kindern oft in der Körpermitte wieder. Sie haben Bauchweh, bevor es in den Urlaub geht, wenn die Eltern sich streiten, oder wenn sie das erste Mal allein bei einem Freund übernachten dürfen und ohne Mama und Papa auskommen müssen.

Die Anspannung wird eins zu eins auf die sensible Muskulatur im Magen-Darm-Bereich übertragen. Auch bei älteren Kindern können ungewisse oder belastende Situationen den Bauch krampfen lassen. Bei Erwachsenen spricht man hier von Bauchschmerzen durch Stress. Zu viele Reize im Alltag, die nicht mehr kompensiert werden können, erhöhen die Spannung im Körper.

Ursache ist meist eine verkrampfte Muskulatur

Aber nicht nur unser Kopf lässt den Bauch krampfen. Magen-Darm-Infektionen verbreiten sich oft in der ganzen Familie und gehen mit unangenehmen Krämpfen einher. Typische Mädchen- und Frauenbeschwerden sind Blasenentzündungen und Regelschmerzen – in beiden Fällen können Unterleibskrämpfe auftreten.

Rebelliert der Bauch häufig nach dem Essen, könnte eine Nahrungsmittelunverträglichkeit der Auslöser sein. Laktose in Milchprodukten oder Fruchtzucker werden von vielen Menschen nicht gut vertragen. Ebenfalls immer öfter beobachtet wird das Reizdarmsyndrom. Hierbei ist die genaue Ursache noch ungeklärt. Bereits bei niedrigem Stresslevel reagiert der Magen-Darm-Trakt mit krampfartigen Schmerzen, Verstopfung oder Durchfall. Gut zu wissen: Unabhängig vom Auslöser der Beschwerden entstehen Schmerzen im Bauch meist durch eine verkrampfte Muskulatur im Magen-Darm- oder Urogenital-Bereich.

Tipps für die ganze Familie

Kindern hilft bei Bauchweh oft eine sanfte Massage: Legen Sie Ihre warme Hand auf den Bauch des Kindes, und streichen Sie dann langsam und sanft mit kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel. Die Kreisbewegungen immer größer werden lassen, bis der Kreis vom Schambein bis zu den Rippen reicht. Dann wieder mit kleinen Kreisen beginnen. Der Darm verläuft im Uhrzeigersinn – massieren Sie deshalb immer in diese Richtung. Beenden Sie die Massage, indem Sie die Hand auf den Bauchnabel legen und dort etwas verweilen. Wenn bei Kindern Unsicherheit und Angst hinter den Bauchschmerzen stecken, hilft ihnen Aufmerksamkeit und Zuwendung. Lesen Sie aus einem Buch vor und kuscheln Sie ein bisschen – das wirkt zuweilen Wunder.

Bei Regelschmerzen kann eine Entspannungsübung helfen, um zur Ruhe zu kommen und die Bauchbeschwerden zu lindern: auf den Rücken legen, die Beine anziehen und mit den Händen umfassen und einige Minuten in dieser Position verharren.

Erwachsene sollten versuchen, den Stress zu reduzieren und Hektik zu vermeiden. Auch wenn es im Alltag nicht immer leicht fällt, sollten Sie bei Bauchbeschwerden einen Gang zurückschalten und der sensiblen Körpermitte etwas Ruhe gönnen. Hilfreich ist auch ein Entspannungsbad: Das heiße Bad wirkt beruhigend auf Kopf und Bauch – das tut einfach gut.

Gezielte Entspannung durch Krampflöser

Für unterwegs und für den Fall, dass einen der Alltag fest im Griff hat, empfiehlt es sich, einen Krampflöser immer dabei bzw. in der Hausapotheke parat zu haben. Fragen Sie Ihren Apotheker nach einem entsprechenden, gut verträglichen Präparat, dass auch für Kinder geeignet ist.

Ist die Körpermitte in Aufruhr, kann außerdem Kräutertee – zum Beispiel mit Fenchel, Kümmel, Anis oder Kamille – die Beschwerden lindern. Last not least hat sich die klassische Wärmflasche bewährt: Wärme wirkt krampflösend und tut bei Schmerzen gut. Hierbei müssen Sie nur aufpassen, dass die Wärmflasche nicht zu heiß ist, damit es nicht zu Verbrennungen kommt.

Wann muss ich mit Bauchschmerzen zum Arzt?

Vor allem bei Kindern ist es oft nicht leicht einzuschätzen, wann ein Arztbesuch nötig ist. Folgende Hinweise geben Orientierung:

  • Klingen die Schmerzen nach einem Tag nicht ab oder werden sogar stärker, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
  • Beginnen die Schmerzen plötzlich und werden immer stärker, unbedingt zum Arzt gehen. Das gilt ebenfalls, wenn Fieber dazu kommt.
  • Bei Kindern: Hält das Bauchweh auch nachts an, lässt sich das Kind nicht ablenken und hat es keinen Appetit, ist eine körperliche Ursache wahrscheinlich. Hier sollte schnell der Kinderarzt aufgesucht werden.
Eingestellt am: 5. Dezember 2015