Auch Diabetiker dürfen schlemmen

Die Zeiten für Diabetiker bessern sich: Waren süße Naschereien und alkoholische Getränke vor der Jahrtausendwende noch tabu, dürfen sie heute auch mal schlemmen – mit Augenmaß.

Weihnachtsgedeck mit roten Kugeln

© Tanja – Fotolia.com

Christstollen und Spekulatius, Glühwein und Gänsebraten – für viele Menschen ist das Schlemmen traditioneller Bestandteil einer besinnlichen Weihnachtszeit. Zum Glück sind die Zeiten vorbei, in denen Diabetiker eisern widerstehen oder sich schämen mussten, wenn sie wieder mal schwach geworden waren.

Heute weiß man: Selbstkasteiung bringt oft nichts, weil das „heroische“ Entsagen aller weihnachtlichen Genüsse häufig mit einer Heißhungerattacke am Abend endet.

Kontrolle statt Kasteiung

Zucker und andere Süßigkeiten sind für Diabetiker zum Glück nicht mehr tabu. Heute können sie essen wie jeder andere Mensch auch – sofern sie regelmäßig ihren Blutzucker messen, die Kohlenhydrateinheiten im Auge behalten und gegebenenfalls ihre Insulindosis anpassen.

Wie alle Menschen sollten sie aber auch darauf achten, dass Kalorienmenge und Bewegung im richtigen Verhältnis zueinander stehen.

Mit Bedacht schlemmen

Auch wenn Diabetiker heute öfter mal schlemmen dürfen und zum Beispiel nicht auf Weihnachtsplätzchen verzichten müssen: Christstollen, Vanillekipferl und andere Leckereien sind und bleiben Kalorienbomben, die den Zuckerspiegel schnell in die Höhe treiben können. Typ-1-Diabetiker sollten die Menge der Kohlenhydrate in verschiedenen Süßigkeiten kennen. Menschen mit Diabetes Typ 2 müssen darüber hinaus auch die Kalorien im Blick behalten.

Gerade auf dem Weihnachtsmarkt lauern die Versuchungen überall: Gebrannte Mandeln haben es nicht nur in sich, den meisten fällt es auch schwer, die Tüte nach zwei, drei Mandeln wieder zu schließen. Genauso lecker, aber viel kalorienärmer sind geröstete Maroni. Obendrein sättigen sie besser. Die Lust auf Süßes stillen auch Bratäpfel mit Rosinen und Zimt – im Idealfall ohne Marzipanfüllung.

Auch gesundes Naschwerk schmeckt

Der Adventsteller zu Hause lässt sich schön mit gesundem Naschwerk wie Äpfeln, Mandarinen und Nüssen dekorieren. Letztere schmecken nicht nur, sie enthalten außerdem noch wichtige Vitamine und essenzielle Fettsäuren. Wer Nüsse selber knackt, isst übrigens meist weniger davon. Und Pfeffernüsse beispielsweise schlagen längst nicht so zu Buche wie Vanillekipferl.

Auch das weihnachtliche Festessen hat seine Stolperfallen: Muss es immer eine Gans sein? Andere Vögel haben weniger Fett auf den Rippen. Zum Beispiel eine knusprige Pute, oder noch besser gegrillte Putenbrust. Lecker sind auch mageres Rinderfilet, Kaninchenbraten oder Rehrücken. Aus dem Bratenfond lassen sich auch ohne Sahne schmackhafte Saucen zaubern.

Fisch schützt das Herz

Abwechslung über die Weihnachtstage bieten zudem Fischgerichte: Forelle blau mit einem knackigen Salat oder gegrillter Wildlachs. Der ist zwar nicht fettarm, schützt aber mit gesunden Omega-3-Fettsäuren das Herz-Kreislaufsystem und die Blutgefäße.

Als Vorspeise stillt eine klare, entfettete Bouillon oder eine schmackhafte Gemüsesuppe den ersten Hunger. Dann muss die nachfolgende Fleischportion nicht so üppig ausfallen. Verbannen Sie Kalorienbomben wie Pommes oder Kroketten vom Teller. Kartoffeln, Reis oder Nudeln haben deutlich weniger Kalorien. Unverzichtbar ist Gemüse zum Hauptgang. Und als Nachtisch statt einer fetten Schokoladenmousse lieber etwas Obst mit leichter Vanille-Jogurtcreme oder einen Schokopudding, angerührt mit Magermilch und weniger Zucker.

Alkohol mit Vorsicht genießen

Weihnachtsklassiker wie Glühwein und Eierpunsch haben es in sich: Zu den Alkohol-Kalorien liefern sie auch noch viel Zucker. Wenn der Verzicht schwer fällt, bietet sich ein alkoholfreier Weihnachtspunsch als Alternative an. Mit Fruchtsaft, Früchtetee, einer Zimtstange, Nelken und ungespritzten Zitrusfrüchten kann man ihn auch leicht selbst herstellen.

Rotwein sollten Diabetiker dagegen lieber in reiner Form genießen: Hin und wieder ein Glas während der Feiertage ist auch ihnen erlaubt.

Eingestellt am: 14. Dezember 2016