Neuer Ernährungstrend „Paleo“

Kein Getreide, keine Milchprodukte, kein Zucker – dafür viel Obst, Gemüse und mageres Fleisch: Das sind die Grundzüge der Steinzeitdiät „Paleo“.

Auf einem Holztisch sind Nahrungmittel ausgelegt.

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„Paleo“ orientiert sich am Speiseplan unserer Vorfahren aus der Steinzeit. Die Steinzeitdiät liegt im Trend und wird immer häufiger in Internetforen, Kochbüchern und Seminaren aufgegriffen. Auch wenn „Paleo“ positive Aspekte hat, wird die Diät von vielen Experten kritisch gesehen.

In der Altsteinzeit aßen die Jäger und Sammler vermutlich mehr Eiweiß, dafür aber weniger Fett und Kohlenhydrate als der moderne Mensch. Der Energiebedarf wurde in erster Linie durch mageres Fleisch, frisches Obst und Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte gedeckt.

Kein Brot, kein Mehl, keine Kartoffeln

Paleo-Köche verwenden hochwertige Öle, Honig, Eier, Nüsse, Samen und würzen mit frischen Kräutern. Das Salzen der Speisen wird auf ein Minimum reduziert. Die Einführung des Ackerbaus vor rund 10.000 Jahren hat die Lebensmittelauswahl stark erweitert. Auf diese Produkte wird bei der Paleo-Ernährung komplett verzichtet: Sämtliche Getreidesorten und daraus hergestellte Lebensmittel wie Brot, Nudeln, Mehl und Müsli sowie Kartoffeln, Milch und Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Zucker.

Eine Steinzeit-Diät hat durchaus Vorteile: Der reichliche Verzehr von Obst und Gemüse versorgt den Körper mit Mineralstoffen, Ballaststoffen und Vitaminen. Fisch und mageres Fleisch liefern wertvolles Eiweiß, und auch der Verzicht auf industriell verarbeitete Produkte und Zucker ist positiv zu bewerten. Qualität und Nachhaltigkeit haben in der Lebensmittelauswahl einen hohen Stellenwert. Durch die Ernährungsumstellung soll das Wohlbefinden steigen und Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes vorgebeugt werden.

Ein Nährstoffmangel droht

So weit, so gut. Doch mit den Getreideprodukten fehlen auch wichtige Mineral- und Ballaststoffe. Milchprodukte liefern wertvolles Kalzium, das der Körper bei einem Verzicht aus anderen Quellen beziehen muss. Zudem ist noch nicht klar, wie sich der hohe Eiweißkonsum langfristig auf die Funktion von Nieren und Leber auswirkt. Bei der heutigen Vollwertkost liegt der Eiweißanteil bei ungefähr 20 Prozent der Gesamtenergie, die Paleo-Diät empfiehlt 32 bis 37 Prozent.

Ein weiterer Kritikpunkt: Es ist keineswegs sicher, wie die Ernährung der Steinzeitmenschen tatsächlich aussah. Je stärker aber die Lebensmittelpalette eingeschränkt wird, desto schwieriger wird es, dem Körper alle Nährstoffe in ausreichender Menge anzubieten. Wer die Paleo-Kost ausprobieren möchte, sollte einen guten Ernährungsplan aufstellen, damit eine ausreichende Nährstoffzufuhr gesichert ist.

Weitere Informationen zu alternativen Ernährungsformen finden Interessierte unter www.was-wir-essen.de/gesund/alternative_ernaehrungsformen.php

Eingestellt am: 25. Mai 2016