Kopfschmerz, Übelkeit: Was tun bei Sonnenstich?

Wer sich zulange in der Sonne aufhält, riskiert einen Sonnenstich

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Ein herrlicher Sonnentag – und dann das böse Erwachen: ein Sonnenstich. Typische Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber. Lesen Sie, was dann zu tun ist.

Ein Sonnenstich entsteht, wenn eine zu intensive Sonneneinstrahlung die Gehirnhäute reizt und überhitzt. Sonnencreme hilft hier nicht: Sie kann die Haut zwar vor einem Sonnenbrand durch UV-Strahlen schützen. Gegen eine Überhitzung des Körpers durch die Infrarotstrahlen der Sonne kann aber kein Sonnenschutzmittel etwas ausrichten.

Typischerweise tritt ein Sonnenstich erst einige Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne auf. „Besonders gefährdet sind Männer mit Glatze sowie Säuglinge und kleine Kinder. Ihnen fehlen die schützenden Kopfhaare“, weiß die Gesundheitsexpertin Marlene Haufe von apomio.de. Bei Säuglingen und kleinen Kindern kommt hinzu, dass ihre Schädeldecke noch sehr dünn und teilweise noch nicht ganz geschlossen ist. „Dadurch kann der Kopf noch schneller überhitzen“, so Haufe.

Erhöhte Gefahr im Wasser oder bei Wind

Gefahr für einen Sonnenstich besteht vor allem dann, wenn Betroffene nicht merken, dass sie sich zu starker Sonneneinstrahlung aussetzen. Das kann etwa beim Baden sein, wenn der Kopf immer wieder abgekühlt wird. Oder auch im Gebirge oder bei starkem Wind, wenn die Umgebungstemperatur trotz intensiver Sonneneinstrahlung als relativ kühl empfunden wird.

Ein ausreichender Kopfschutz durch einen hellen Hut ist somit bei intensiver Sonneneinstrahlung unabdingbar. Die Mittagssonne sollte im Hochsommer möglichst ganz gemieden werden, dann ist die Infrarotstrahlung am stärksten. Außerdem wichtig an heißen Tagen: möglichst viel und regelmäßig Wasser trinken. „Mindestens ein halber Liter mehr als an anderen Tagen“, rät die Expertin.

Wichtigste Sofortmaßnahme bei Sonnenstich: Abkühlung im Schatten

Wer trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einen Sonnenstich bekommt, sollte sich umgehend an einen schattigen und möglichst kühlen Ort begeben. „Achten Sie auch auf andere Menschen, vor allem Kinder, und bringen Sie diese bei Verdacht sofort in den Schatten“, rät Marlene Haufe. Dort gilt es dann, den Kopf und Nacken des Patienten mit feuchten Tüchern oder einer kalten Dusche abzukühlen.

Aber Vorsicht: Eis oder Kältekompressen aus dem Gefrierfach sind ungeeignet, da sie zu kalt sind und so den Körper zusätzlich belasten. Der Betroffene sollte so gelagert werden, dass sein Oberkörper leicht erhöht ist.

Elektrolyte bringen Flüssigkeitshaushalt ins Gleichgewicht

Auch die Flüssigkeitszufuhr ist jetzt wichtig. Geeignet sind zum Beispiel Wasser und Saftschorlen sowie leichte Brühe. Darüber hinaus empfiehlt die Gesundheitsexpertin sowohl für Kinder als auch Erwachsene die Einnahme von handelsüblichen Elektrolytlösungen, die in jeder Apotheke erhältlich sind. „Das im Elektrolytpulver enthaltene Natriumcitrat fördert die Flüssigkeitsaufnahme aus dem Darm in das Zellinnere. Außerdem unterstützt Glucose die Aufnahme der zugeführten Elektrolyte“, erklärt Haufe. „So können Flüssigkeits- und Elektrolytverluste schnell wieder ausgeglichen werden – und das trägt erheblich zum Wohlbefinden bei.“ Ihr Tipp: Elektrolytpräparate sollten in keiner Hausapotheke fehlen und gehören ins Urlaubsgepäck – sie sind auch bei Magen-Darm-Erkrankungen ein wichtiger Helfer.

Handelt es sich um einen Sonnenstich, klingen die Symptome in der Regel nach kurzer Zeit wieder ab. Treten allerdings massives Erbrechen, Krämpfe, Bewusstseinsstörungen, Halluzinationen oder Fieber auf, sollte sofort ein Notarzt verständigt werden. Im schlimmsten Fall kann ein lebensbedrohlicher Hitzschlag vorliegen, bei dem die gesamte Temperatur- und Kreislaufregulation des Körpers zusammenbricht.

Eingestellt am: 30. Juni 2019