Visitenkarte Fingernägel

Ob nur poliert, ganz dezent lackiert oder mit Schmuckelementen versehen: Schöne und gepflegte Fingernägel signalisieren Weiblichkeit, und aufwändiger Nagelschmuck ist beliebt. Hier lesen Sie, worauf Sie dabei achten sollten.

Schöne Frauenhände mit rot lackierten Nägeln

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Nagelstudios boomen. Insbesondere jüngere Frauen lieben lange künstliche Fingernägel, oder sie lassen sich ihre Nägel mit Nagelgel und dekorativen Elementen wie Glimmer, Sternchen oder Glitzersteinen verzieren. Fingernägel sind zum modischen Kultobjekt geworden. Ganz billig ist das Vergnügen allerdings nicht.

Mittlerweile kann man Gelnägel oder Nagel-Blenden auch preisgünstig zu Hause selber anbringen. Doch ob professionell gefertigt oder selber fabriziert: Der aufwändige Nagelschmuck ist mit einigen gesundheitlichen Risiken verbunden.

Fingernägel in Atemnot

Ob künstliche Nagelblende oder Gelschicht auf dem Nagel: Gelangt kein Sauerstoff mehr an den natürlichen Nagel, leidet seine Qualität ganz erheblich. Je länger der aufwändig applizierte Nagelschmuck an Ort und Stelle bleibt, desto dünner und weicher wird der natürliche Hornnagel. Er verfärbt sich und kann schließlich das Nagelbett nicht mehr schützen.

Reißt eine Ecke ein oder platzt der Gellack etwas ab, wird häufig nur nachgebessert, um die Tragezeit zu verlängern. So werden Nagel und Nagelbett immer empfindlicher für Verletzungen und Pilzinfektionen. Deshalb sollte man bei der Haus- und Gartenarbeit stets Arbeitshandschuhe tragen.

Allergie durch Acryldämpfe

Ein weiteres Risiko der Kunstnägel: Beim Befestigen und Aushärten werden Dämpfe freigesetzt, die eine Kontaktallergie auslösen können. Vor allem Acrylate, die in vielen Mitteln zur Nagel-Modellage, in Klebern und Nagelhärtern enthalten sind, bergen ein hohes Sensibilisierungsrisiko, warnen Allergologen. Nach dem Einatmen der acrylhaltigen Dämpfe können Bläschen, Juckreiz und Schwellungen an den Händen und im Gesicht auf eine Acrylat-Allergie hinweisen.

Es gibt jedoch auch acrylatfreie Gels zur Befestigung der Nägel, die keine Probleme bereiten. Übrigens zeigen mehrere Studien, dass auch normale Nagellacke Hautausschläge und Ekzeme im Gesicht verursachen können. Da Frauen sich häufig mit den Händen ins Gesicht fassen, können insbesondere Kunstharze im Nagellack allergische Reaktionen auslösen. Meist ist den Betroffenen dieser Zusammenhang mit ihrer Allergie nicht bewusst.

Den Nägeln Gutes tun

Wer nur zu besonderen Anlässen Gel- oder Kunstnägel trägt, muss sich weniger Sorgen machen. Ansonsten freuen sich belastete Nägel über jede „Atempause“. Dann sollten sie besonders verwöhnt werden. Vom regelmäßigen massierenden Eincremen mit einer hochwertigen Handcreme profitieren auch die Nägel. Sie werden dadurch geschmeidiger und widerstandsfähiger. Glyzerin- oder harnstoffhaltige Cremes können die Genesung geschädigter Nägel unterstützen.

Behutsam sollte man auch bei der Maniküre vorgehen: Bringen Sie die Nägel nach dem Cremen mit einer guten Sandpapier- oder Glasfeile in Form. Immer nur in einer Richtung feilen, damit sie nicht splittern. Vorsicht mit spitzen Utensilien wie Nagelschere und Nagelreinigern. Sie bergen immer ein gewisses Verletzungsrisiko und begünstigen kleine Risse – Eintrittspforten für Bakterien und Pilze.

Kosmetisch störende Nagelhaut lässt sich behutsam mit einem Rosenholzstäbchen zurückschieben. Abschneiden der Nagelhaut ist tabu! Zum Abschluss kann man die Nägel mit einer Polierfeile oder einem Wildlederkissen auf Hochglanz bringen – ganz ohne Lack.

Eingestellt am: 12. Juli 2016