Tattoo: Riskanter Trend

Vor allem bei jüngeren Menschen sind Tattoos beliebt. Doch der Körperschmuck birgt gesundheitliche Risiken.

Tattoovorlage einer Rose

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Nicht nur Prominente wie David Beckham, Rihanna und Justin Bieber schmücken sich damit, sondern auch Auszubildende, Studenten und Angestellte. Vor allem bei Jüngeren stehen Tattoos hoch im Kurs: In den westlichen Industrieländern tragen zwischen zehn und 25 Prozent der Menschen mindestens ein Tattoo, schätzt das Bundesinstitut für Risikobewertung.

Beim Tätowieren werden Farbpigmente mit Nadeln durch die Oberhaut in die darunterliegende Lederhaut eingebracht. „Der Körperschmuck ist allerdings mit gesundheitlichen Risiken verbunden“, sagt Dr. Christiane Roick, stellvertretende Leiterin des Stabs Medizin im AOK-Bundesverband. So entstehen beim Stechen kleine Wunden, über die Keime eindringen und örtliche Entzündungen verursachen können. Gelangen die Erreger in die Blutbahn, können Infektionen auftreten, die den gesamten Organismus betreffen.

Infektionen und Hautschäden sind möglich

Auch Infektionen mit HIV- oder Hepatitis-Viren sind möglich, wenn unzureichend desinfizierte Tätowiernadeln verwendet werden. Weitere Risiken sind allergische Reaktionen, bleibende Hautschädigungen und die Bildung von Narben. Einige gelbe Tattoo-Tinten enthalten Cadmiumsalze, die bei Sonnenbestrahlung starke Hautreizungen auslösen können. Schwarze Tinten können mit krebserregenden aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet sein.

Noch unklar ist, wie sich die Farbpigmente langfristig auf den Organismus auswirken. Wissenschaftler vermuten, dass sich Teile der Farbpigmente abspalten und in andere Organe gelangen. So wurden bei tätowierten Menschen bereits Farbpigmente in den Lymphknoten nachgewiesen.

Vorsicht bei Nickel-Allergie

Wegen des Infektionsrisikos sollten sich Schwangere, Menschen mit beeinträchtigtem Immunsystem sowie Personen, die Antibiotika oder immunschwächende Medikamente einnehmen, nicht tätowieren lassen. Nicht ratsam ist es auch für Patienten mit schweren chronischen Erkrankungen wie Herzleiden, Diabetes oder Blutgerinnungsstörungen. Das Gleiche gilt für alle, die zu Allergien, Ekzemen oder offenen Wunden neigen. Vorsicht ist auch bei einer Nickel-Allergie geboten, da der Stoff in vielen Tattoo-Farben steckt.

Treten beim Tätowieren Komplikationen auf, sehen die gesetzlichen Regelungen vor, dass Tattoo-Träger die Folgekosten ganz oder zum größten Teil selbst tragen müssen. Das gilt auch für die oft langwierige Entfernung von Tattoos, die ebenfalls mit gesundheitlichen Risiken verbunden ist. So können bei der Entfernung Narben entstehen und Farbreste unter der Haut sichtbar bleiben.

Tipps zum Tätowieren

Ein Tattoo-Studio kann im Prinzip jeder eröffnen, auch ohne Kenntnisse im Bereich Hygiene zu haben. Wer sich ein Tattoo stechen lassen will, sollte einige Tipps beachten – dadurch lässt sich das Risiko für Infektionen und andere Komplikationen verringern:

– Überlegen Sie sich das Stechen gut und fragen Sie sich, ob Sie das Tattoo nicht nur jetzt, sondern auch in vielen Jahren noch tragen möchten.

– Wählen Sie das Tattoo-Studio sorgfältig aus. Lassen Sie sich im Studio vor der Behandlung ausführlich über den Tätowiervorgang, mögliche Risiken und die Tattoo-Wundpflege beraten.

– Gehen Sie sicher, dass der Tätowierer eine Hygieneschulung absolviert hat und sterile Nadeln und Instrumente verwendet. Zudem sollte der Tätowierer einen Erste-Hilfe-Kurs nachweisen können.

– Der Tätowierer sollte eine sachgemäße Händedesinfektion durchführen, bei der Behandlung Einmalhandschuhe und Mundschutz tragen und nur sterile Einmal-Farbtuben verwenden. Auch das Wasser zum Verdünnen der Farben sollte aus sterilen Einwegpackungen stammen.

– Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, dass die verwendeten Tinten den gesetzlichen Vorgaben entsprechen und keine krebserregenden aromatischen Amine, Phenole, Nitrosamine, PAK oder Schwermetalle enthalten. In Deutschland gilt die Tätowiermittel-Verordnung. Darin ist festgelegt, dass Tattoofarben keine bedenklichen Stoffe wie krebserzeugende Azofarbstoffe enthalten dürfen.

– Versorgen Sie die Wunde nach dem Tätowieren sachgerecht. Nach dem Stechen sollte das Tattoo über zwei bis zwölf Stunden mit sterilem Verbandmaterial abgedeckt werden. Waschen Sie die betreffende Hautstelle danach vorsichtig mit antibakterieller Seife und viel Wasser. Schützen Sie das Tattoo vor Verunreinigungen. Vermeiden Sie bis zur völligen Wundheilung starke Sonnenbestrahlung, heiße Bäder sowie Chlorwasser oder Kontakt mit anderen hautreizenden Substanzen.

Weitere Informationen:

Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung

Verordnung über Mittel zum Tätowieren

Eingestellt am: 29. Februar 2016