Stillen: Gut und gesund

Das Stillen ist heute wieder voll im Trend. Zu Recht – denn es hat viele Vorteile für Mutter und Kind.

Eine Mutter hat ihr Kind gestillt.

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Für immer mehr Frauen ist das Stillen heute selbstverständlich. Die meisten werdenden Mütter beschäftigen sich schon während der Schwangerschaft intensiv mit dem Thema Stillen. „Stillen ist für das Baby äußerst gesund und für die Mutter nach einer Phase des Eingewöhnens sehr praktisch“, sagt Dr. Eike Eymers, Ärztin im AOK-Bundesverband.

Nachdem das Stillen vor Jahrzehnten im Zusammenhang mit Schadstoffbelastungen in Verruf geraten war und die Mütter vorübergehend stillmüde wurden, nahmen sich die Weltgesundheitsorganisation und das UN-Kinderhilfswerk des Themas an. Sie warben intensiv für die natürliche Versorgung Neugeborener mit dem Ergebnis, dass Stillen heute wieder voll im Trend ist.

Das sind die Vorteile fürs Kind:

– Es kann die Muttermilch leicht verdauen.

– Die Muttermilch enthält alle wichtigen Nährstoffe in der richtigen Menge.

– Die Menge passt sich immer automatisch dem Bedarf an: Braucht das Baby mehr, produziert der Körper der Mutter mehr Milch.

– Eine Überernährung ist ausgeschlossen.

– Gestillte Kinder werden seltener krank: Der Nestschutz, bei dem die Mutter dem Kind vor der Geburt einen Teil ihrer Immunabwehrstoffe überträgt, lässt innerhalb der ersten Monate schon deutlich nach. Über die Milch nimmt das Baby aber immer wieder Antikörper gegen Erreger auf, die zum Beispiel vor Infektionen des Magen-Darm-Trakts schützen. Auch vermindert Stillen das Risiko fürs Kind, an Mittelohrentzündung zu erkranken.

– Muttermilch ist keimfrei und hat genau die richtige Temperatur.

Das sind die Vorteile für die Mutter:

– Stillen spart nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld.

– Es ist umweltfreundlich.

– Stillen kann man überall und immer – das macht trotz Baby unabhängig.

Hinzu kommt, dass Mutter und Kind beim Stillen viel Zeit miteinander verbringen. Auch von dieser Nähe profitieren beide: Das Baby spürt, dass die Mutter zuverlässig da ist. Mutter und Kind werden schnell vertraut miteinander, darauf baut sich eine sichere Bindung auf.

Sechs Monate Muttermilch

Bei den meisten Müttern löst das Stillen Glücksgefühle aus. Es schafft Ruhezeiten im ansonsten sehr anstrengenden Alltag mit einem Neugeborenen. Sind Mutter und Kind ein gut eingespieltes Team, sollte das Kind anfangs ausschließlich gestillt werden. Bei der Nationalen Stillkommission heißt es im Einklang mit internationalen Empfehlungen, dass ausschließliches Stillen in den ersten sechs Monaten für die Mehrheit der gesunden, reif geborenen Säuglinge in Europa die ausreichende Ernährung ist.

Etwa in der Mitte des ersten Lebensjahres soll Beikost zugefüttert werden, also etwa zwischen Beginn des fünften und dem Beginn des siebten Monats. Wann der richtige Zeitpunkt ist, merken Eltern in der Regel selbst. Ansonsten sind Kinderärzte, Hebammen oder Stillberaterinnen dafür die richtigen Ansprechpartner.

Die Hebamme hilft

Bei den meisten Müttern klappt das Stillen problemlos. Oft ist aber am Anfang Geduld gefragt: Vielleicht weint das Baby, weil es nicht richtig loslegen kann. Das macht die Mutter schnell unsicher und stresst sie. Jetzt ist es ganz wichtig, nicht sofort aufzugeben. Hebammen sind hier sehr erfahrene Begleiterinnen, die über Anfangsschwierigkeiten hinweghelfen und viele Tipps geben können. Sie beraten, wie und wie oft das Kind angelegt werden sollte, wie man die Positionen wechselt und was zu tun ist, wenn es mal nicht klappt.

Auch bei Themen wie wunden Brustwarzen oder möglichen Brustentzündungen stehen Hebammen den Müttern zur Seite. Später finden Mütter dann auch viel Unterstützung in Stillgruppen, die es überall gibt.

Weder eine Behinderung beim Kind noch ein Kaiserschnitt sind Gründe, um auf das Stillen verzichten zu müssen. Viel zu früh geborenen Kindern fehlt oft noch die Kraft zum Trinken. Aber alle Krankenhäuser sorgen heute dafür, dass die Mütter ihre Milch für das Baby abpumpen können. Viele Frauen machen sich zudem Gedanken, ob ihre Brüste vielleicht zu klein oder ihre Brustwarzen ungeeignet sind fürs Stillen. Beides ist aber kein Hindernis.

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Eingestellt am: 3. Februar 2016