Sport senkt den Blutdruck

Sport anstatt Bluthochdruck Schild Zeichen

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Der Blutdruck lässt sich auch natürlich senken, ohne Medikamente: Dabei stehen regelmäßige Bewegung und Sport an erster Stelle.

Von den rund 20 Millionen Erwachsenen mit Bluthochdruck in Deutschland werden viele Patienten nicht ausreichend behandelt, obwohl hoher Blutdruck das Risiko für Infarkt, Schlaganfall und Herzschwäche deutlich erhöht. „Leider pflegen viele Betroffene nicht konsequent genug einen gesunden Lebensstil, der die Grundlage für die Hochdrucktherapie ist“, sagt Prof. Ulf Landmesser vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. So wird Hochdruckpatienten als Erstes zu Sport und regelmäßigen Ausdaueraktivitäten geraten, wenn sie den Blutdruck ohne Medikamente senken möchten.

Dass regelmäßige Bewegung den Blutdruck senken kann, am besten an fünf Tagen in der Woche zu je 30 Minuten, ist durch Studien belegt. Für die natürliche Blutdrucksenkung steht an erster Stelle Sport mit mäßiger Ausdauerbelastung. Geeignet für Hochdruckpatienten sind lockeres Joggen, schnelles Gehen, Wandern, Schwimmen oder Radfahren; auch Tennis, wenn es nicht mit zu viel Ehrgeiz gespielt wird.

Der Puls darf nicht zu stark steigen

Prof. Landmesser betont, dass grundsätzlich die Belastung spürbar sein sollte, der Puls aber nicht zu stark steigen dürfe. Auch sollte der Blutdruck bereits vor Aufnahme des Ausdauertrainings gut eingestellt sein. „Bei Werten über 160/95 mmHg sollte man kein Training beginnen.“ Für Sport und Bewegung spricht außerdem, dass sie das Risiko für Diabetes und Krebserkrankungen (Darm- oder Brustkrebs) senken und eine positive Wirkung bei der Stressbewältigung und depressiven Verstimmungen zeigen.

Ein mäßiges Krafttraining ergänzend zum Ausdauertraining kann von Nutzen sein. Denn ein Krafttraining stärkt die Muskulatur, und eine größere Muskelmasse wirkt sich günstig auf den Stoffwechsel aus. Dadurch verringert sich die Insulinresistenz, die häufig bei Menschen mit Bluthochdruck und Vorstufen von Diabetes beobachtet wird. Allerdings sollte das Krafttraining in Maßen betrieben werden und unter fachkundiger Anleitung erfolgen, rät Prof. Landmesser. „Pressatmung muss vermieden werden, weil sie den Blutdruck erhöht.“

Auch Herzkranken hilft leichter Sport

Bluthochdruck geht oft einher mit Begleit- oder Folgeerkrankungen wie koronare Herzkrankheit, Diabetes oder Herzschwäche. Auch hier sollten Patienten sportlich aktiv sein, aber vorher mit ihrem Kardiologen den optimalen Trainingspuls feststellen und besprechen, welche Sportart für sie geeignet und welche Trainingsintensität möglich ist.

Generell sollten sich Hochdruckpatienten von einem Internisten, Kardiologen oder Sportarzt für ihren optimalen Trainingspuls untersuchen lassen. Dies gilt ebenso für Gesunde über 45 Jahre, die nach langer Passivität wieder Sport treiben möchten.

Welche wichtigen Punkte beim Thema Sport und Bluthochdruck zu beachten sind, erläutert der kostenfreie Ratgeber „Bluthochdruck: Was tun?“. Er kann unter www.herzstiftung.de/Bluthochdruck-Sonderband.html angefordert werden – oder per E-Mail (bestellung@herzstiftung.de) oder telefonisch unter 069 955 128 400.

Eingestellt am: 20. April 2017