Sport ist gesund – auch bei schlechter Luft

CO2 Symbol aus Wolken am Wolkenhimmel

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Wer regelmäßig trainiert, lebt gesünder als Menschen, die keinen Sport treiben – das gilt selbst in Regionen mit erhöhter Luftverschmutzung.

Darauf weisen die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BDP) hin. Sie verweisen dabei auf die Ergebnisse einer aktuellen Studie aus Dänemark mit über 52.000 Menschen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren. In der Untersuchung wurde analysiert, welchen Freizeitsportaktivitäten (wie Joggen, Radfahren, Spazierengehen, Gartenarbeiten) die Teilnehmer regelmäßig nachgehen und welche Stickstoffdioxid‐Konzentration in der Außenluft ihres Wohnraums vorliegt.

„Es ist bekannt, dass körperliche Aktivität das Sterberisiko verringert, während vermehrte Luftverschmutzung es erhöht. Sport in Gebieten mit schlechter Luft könnte theoretisch die Schadstoffbelastung aufgrund der vermehrten Atmung bei körperlicher Anstrengung so steigern, dass sie die gesundheitlichen Vorteile von Sport wieder zunichte macht“, erläutert Lungenarzt Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender des BdP. „Dies ist aber offenbar – zumindest in den untersuchten Gebieten von Dänemark – nicht der Fall: Die Sterblichkeit war bei den sportlich Aktiven sogar in Wohnvierteln mit der höchsten Luftverschmutzung – wie im Zentrum von Kopenhagen – um rund 20 Prozent geringer als bei den körperlich Inaktiven.“

Möglichst im Park joggen

Selbst eine schlechte Luftqualität sollte also nicht vom Sport im Freien abhalten. Allerdings dürften die Studienergebnisse nur für Gebiete gelten, deren Grad der Luftverschmutzung mit dem in Dänemark vergleichbar ist. Davon kann man in Deutschland allgemein ausgehen – auf Megastädte mit extremer Schadstoffbelastung wie etwa in Asien oder Afrika lassen sich die Erkenntnisse aber nicht übertragen. „Auch in unseren Breiten ist es freilich empfehlenswerter, in Gegenden mit relativ geringerer Luftverschmutzung – also zum Beispiel in Grünanlagen – Sport zu treiben anstatt an vielbefahrenen Straßen“, rät Dr. Hellmann.

Ausführliche Informationen über die Ursachen von Atemwegs‐ und Lungenerkrankungen sowie Möglichkeiten ihrer Vorbeugung und Behandlung finden Betroffene, deren Angehörige und Interessierte unter www.lungenaerzte‐im‐netz.de.

Eingestellt am: 31. Juli 2015