So gesund ist Wandern

Wandern Sie: Der Herbst ist die ideale Jahreszeit, den Rucksack zu schultern und durch Wald und Flur zu stapfen. Ein Naturerlebnis, das Genuss bereitet und gut für die Gesundheit ist.

Zwei Senioren beim Wandern im Herbst

© Robert Kneschke – Fotolia.com

Wandern Sie doch mal wieder! Bevor im Herbst die Blätter fallen, inszeniert die Natur ein höchst abwechslungsreiches Farbspektakel. Wer Zeit und Muße hat, macht sich jetzt auf zu langen Wanderungen durch den Wald. Die Japaner haben einen schönen Ausdruck dafür gefunden: „Baden in Waldluft“. Dabei gehen sie von einer therapeutischen Wirkung auf alle Sinnesorgane aus und berufen sich auch auf westliche Konzepte wie zum Beispiel die Kneipp-Therapie.

Studien, die Vitalwerte von Menschen in waldreicher Umgebung mit denen von Städtern verglichen, bestätigen Erholungseffekte und Stressreduktion durch das „Baden im Wald“.

Wandern Sie, entspannen Sie

Schon Simone de Beauvoir unternahm als junge Frau lange Wanderungen in den Pyrenäen, wenn sie mal wieder Stress mit Jean-Paul Sartre hatte – keine Seltenheit bei dem berühmten Philosophenpaar. Tatsächlich verspricht sich etwa jeder zweite Wanderer durch die ausdauernde Aktivität in der Natur eine Entlastung vom Alltagsstress. Rund zwei Drittel erhoffen sich überdies einen positiven Effekt für ihre Gesundheit, wie regelmäßig in den deutschen Mittelgebirgen durchgeführte Befragungen zeigen.

Bereits kürzere Distanzen und wenig anspruchsvolle Strecken wirken sich positiv auf die Gesundheit aus. Das ist das zentrale Ergebnis einer siebenwöchigen Vergleichsstudie des Deutschen Wanderinstituts. Die körperlichen Wirkmechanismen sind allerdings noch nicht bis ins Detail geklärt. Die Forscher wollen nun genauer herausfinden, wie sich die Art der körperlichen Betätigung auf die seelische Gesundheit und das subjektive Wohlbefinden auswirkt. Entscheidend für die positiven Effekte ausdauernder Bewegung wie Gehen, Laufen, Wandern und Radeln ist übrigens weniger die Intensität als die Kontinuität der Aktivitäten. Dranbleiben ist also wichtiger, als sich auszupowern.

Arznei ohne Nebenwirkungen

Das Beste am Wandern: Es harmoniert mit jedem Alter und jeder konditionellen Verfassung. Eine besondere Variante ist das Gesundheitswandern: Dabei werden die Wanderfreunde von speziell ausgebildeten Wanderführern begleitet – auf Routen, die sich für Menschen aller Altersgruppen eignen. Das Tempo wird dabei individuell angepasst an die körperlichen Möglichkeiten.

Wer das regelmäßig macht, steigert schonend und stetig seine Fitness und kann sich danach das Wanderabzeichen des Deutschen Wanderverbandes abholen. Es wird im Bonussystem vieler Krankenkassen anerkannt. Welcher Landschaft beim Wandern Sie den Vorzug geben, spielt für das Abzeichen keine Rolle und hängt einzig von Ihren Vorlieben ab.

Tipps fürs Wander-Outfit

Muskelkater und Blasen an den Füßen müssen nicht sein. Achten Sie auf

  • gute Wanderschuhe: Knöchel bedeckend, fest zu schnüren, rutschfest, gut gepolstert und „eingelaufen“;
  • wetterfeste, atmungsaktive Kleidung im „Zwiebellook“;
  • einen gut tragbaren Wanderrucksack mit Platz für Handy, Sonnen- und Insektenschutz, Erste-Hilfe-Utensilien wie Pflaster und unbedingt auch Blasenpflaster, Regenschutz, Wasser und Proviant für alle Fälle;
  • eine gute Wanderkarte, damit Sie den Überblick behalten.
Eingestellt am: 15. September 2017