Auch mit Krebs kann man sich schön fühlen

Haarausfall, blasse Haut, brüchige Nägel: Sichtbare Veränderungen bei einer Krebsbehandlung belasten die Seele. Unsere Beauty-Tipps tragen dazu bei, dass Frauen sich wieder schön fühlen.

SW-Foto einer Frau ohne Haare.

© prudkov – Fotolia.com

Die Diagnose Krebs ist ein riesiger Schock, löst Angst, Wut und Verzweiflung aus. Zum Glück stehen die Heilungschancen heute oft sehr gut. Doch die Krebstherapie ist in jedem Fall belastend: Neben den körperlichen Auswirkungen der Behandlung sind es auch ihre sichtbaren Anzeichen, die vor allem Frauen zu schaffen machen – Haarausfall, Verlust von Augenbrauen und Wimpern sowie brüchige Fingernägel und Hautprobleme führen dazu, dass sie sich nicht mehr schön fühlen – das nagt am Selbstwertgefühl.

Leider lassen sich sichtbare Zeichen der Krebsbehandlung nicht verhindern. Sehr oft müssen sich krebskranke Frauen einer Chemotherapie unterziehen, um die Tumorzellen zu zerstören. Allerdings ziehen die dazu eingesetzten Medikamente auch andere schnell wachsende Zellen in Mitleidenschaft – wie beispielsweise die Haarwurzelzellen. Und so kommt es, dass bei vielen Krebspatientinnen wenige Wochen nach Therapiebeginn die Haare ausfallen. Abhängig von der Art der Chemotherapie und der individuellen Veranlagung kann es sein, dass auch Wimpern und Augenbrauen ausgehen – eine zusätzliche Belastung.

Mit Beautytricks und Schminktipps wieder schön fühlen

Für viele Frauen gleicht die lebensrettende Chemotherapie einem Generalangriff auf ihr Aussehen und ihre Weiblichkeit. Die Seele leidet, der Blick in den Spiegel wird vermieden. Doch es gibt Hilfe, damit Frauen sich wieder schön fühlen: Tipps zur Pflege und Beauty-Tricks sind für Krebspatientinnen mehr als reine Kosmetik.

Vielmehr können sie das Selbstwertgefühl erheblich verbessern, das Wohlbefinden steigern und so auch den Heilungsprozess unterstützen. Aus diesem Grund bietet die Gesellschaft DKMS LIFE in Zusammenarbeit mit Kliniken und Krebsberatungsstellen bundesweite Kosmetikseminare an. Hier bekommen Frauen zum Beispiel wertvolle Schminktipps und können sich zum Thema Kopfschmuck beraten lassen.

Die Perücke schon vorher kaufen

Viele Krebspatientinnen entscheiden sich für eine Perücke, um den Haarausfall optisch zu kaschieren. Tipp: Am besten die Perücke schon vor Beginn der Chemotherapie kaufen, damit sie der eigenen Haarfarbe und -struktur optimal angepasst werden kann. Andere bevorzugen Tücher, Kappen und Hüte, um den Kopf zu bedecken.

Möglich ist es auch, die Aufmerksamkeit durch gekonnten Einsatz von Lidschatten, Kajal und Wimperntusche auf die Augen zu lenken, um den Haarverlust weniger auffällig zu machen. Fehlende Wimpern lassen sich durch das Auftragen kleiner Punkte am Lidrand optisch ersetzen. Sind die Augenbrauen ausgefallen, können sie mit Brauenpuder oder einem Augenbrauenstift nachgestaltet werden.

Hilfe für Haut und Nägel

Wenn die Haut unter der Therapie leidet, kann Make-up helfen, sie wieder frischer und gesünder aussehen zu lassen. Die Grundierung sollte farblich zum Teint passen. Mit Rouge lässt sich ein Hauch von Frische ins Gesicht zaubern. Wichtig: Da Zytostatika und andere Medikamente die Haut trocken und empfindlich machen können, kommt es auf eine super-sanfte Pflege an. Hochwertige, dermatologisch getestete Pflegeprodukte und ein zuverlässiger Sonnenschutz sind für Krebspatientinnen unverzichtbar.

Häufig leiden auch die Fingernägel erheblich unter der Chemotherapie: Sie verändern ihre Struktur, werden weich und beginnen zu splittern. Im Laufe der Zeit lösen sich die geschädigten Nagelpatten teilweise oder sogar ganz ab. Das ist nicht nur ein optisches Problem, sondern auch schmerzhaft. Um die Nägel so gut wie möglich vor den Folgen einer Chemotherapie zu schützen, sollten Frauen bereits vor der Behandlung auf eine Vitamin-H-reiche Ernährung setzen. Eine zusätzliche Möglichkeit, um den Nagel zu stärken, ist ein Gelüberzug, der professionell aufgetragen werden sollte. Während der Chemotherapie ist es sinnvoll, die Nägel möglichst kurz zu schneiden – künstliche Nägel sind tabu.

Tipp: Viele Hinweise zur „Pflege von Haaren und Nägeln bei Brustkrebs“ liefert die gleichnamige Broschüre der Deutschen Haut- und Allergiehilfe. Sie kann kostenlos angefordert werden unter www.dha-haareundnaegel.de.

Eingestellt am: 7. Juli 2017