Ein Kuss unter der Mistel bringt Glück

DIe Mistel bringt Glück und kommt auch in der Medizin zum Einsatz

Foto: © mauritius images / Juice Images

Die Mistel bringt Glück. Nicht nur für Verliebte ist die Mistel ein „zauberhaftes“ Kraut. Sie kann auch als Heilpflanze nützlich sein – unter anderem zur ergänzenden Therapie bei Krebs.

Zur Weihnachtszeit gehört der Mistelzweig – er wird dekorativ an der Decke oder im Türrahmen befestigt. Die Legende sagt: Ein Kuss unter der Mistel bringt Glück und festigt die Liebe. Dieser romantische Brauch stammt aus der viktorianischen Zeit. Damals bot er jungen Männern eine willkommene Möglichkeit, ungestraft der Liebsten näherzukommen – denn nach alter Tradition durfte eine junge Frau den Kuss nicht verwehren, wenn sie unter einem Mistelzweig steht.

Für jeden Kuss musste aber eine der weißen Beeren gepflückt werden. Trug der Mistelzweig schließlich keine Früchte mehr, war es leider auch mit dem Küssen vorbei. Heute wird diese Tradition passend zum Fest der Liebe fortgeführt.

Die Mistel bringt Glück – auch als Heilpflanze

Die Mistel fasziniert die Menschen seit Jahrhunderten. Denn es handelt sich um eine ganz besondere Pflanze: Das Sandelholzgewächs kümmert sich nicht um Licht und Schwerkraft, bildet keine Wurzeln aus und trägt seine Früchte mitten im Winter. Tatsächlich geht die Bedeutung der Mistel weit über romantisches Brauchtum und uralte Überlieferungen hinaus. Da sie schon seit Jahrhunderten als Heilpflanze eingesetzt wird, ist es nicht erstaunlich, dass die Mistel auch wissenschaftlich intensiv erforscht wurde. Heute wird sie unter anderem zur Unterstützung des Kreislaufs und bei Gelenkerkrankungen eingesetzt. Den höchsten Stellenwert besitzt die Mistel aber in der begleitenden Krebstherapie.

Eine aktuelle Umfrage ergab, dass drei von vier Menschen in Deutschland bei Erkrankungen neben der schulmedizinischen Therapie zusätzlich ergänzende Behandlungsmaßnahmen aus der Natur- oder Pflanzenmedizin wünschen. Bei Krebs kann die Misteltherapie als ergänzende Maßnahme in jedem Stadium der Erkrankung die Lebensqualität verbessern. So kann die Mistel Nebenwirkungen der Chemo- oder Strahlentherapie abschwächen und häufige begleitende Beschwerden wie chronische Müdigkeit oder ein Erschöpfungssyndrom lindern.

Begleittherapie bei allen Krebserkrankungen

Für die Misteltherapie wird der Extrakt der weißbeerigen Mistel (Viscum album) unter die Haut gespritzt. Die Anwendung erfolgt in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt. Falls gewünscht, kann der Patient – nach Anleitung durch den Arzt – die Therapie auch zu Hause selbstständig fortsetzen, da sie sich gut in den Alltag einbinden lässt. Als wichtiges Qualitätsmerkmal der Misteltherapie gilt übrigens der Gesamtextrakt als Wirkstoff, da dieser nachweislich eine höhere therapeutische Wirkung besitzt als isolierte Inhaltsstoffe. Der Gesamtextrakt erfasst das komplette, saisonal unterschiedliche Wirkstoffspektrum der Mistel, wenn die Mistelernte zu jeder Jahreszeit erfolgt.

Die Mistel gilt bei allen Tumorerkrankungen als geeignete Begleittherapie. Durch die Behandlung erfahren die Betroffenen eine Besserung und Stabilisierung ihres Allgemeinbefindens und der Lebensqualität. Indem sich auch Appetit und Verdauung, Schlaf und Körpertemperatur normalisieren, können Krebspatienten wieder mehr Kraft für ihren Alltag und die Bewältigung ihrer Krankheit gewinnen.

Eingestellt am: 17. Dezember 2019