Sauna: Jahrtausendealte Schwitzkultur

In der Sauna wird ein Aufguss gemacht

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Wer hat’s erfunden? Die Finnen? Obwohl die finnische Sauna als bekannteste Form des Schwitzbades heute jedem ein Begriff ist, handelt es sich bei der Schwitzkultur an sich um eine wesentlich ältere Tradition. Sie hat sich in vielen Völkern unabhängig voneinander entwickelt. Ein Ursprungsland lässt sich nicht mehr ermitteln.

Der erste schriftliche Beleg für Finnland stammt aus dem Jahre 1113. Doch das Wort „Sauna“ kommt aus dem Finnischen. Nirgends auf der Erde ist die Saunadichte so hoch wie in diesem nordosteuropäischen Land: Auf fünf Millionen Einwohner kommen rund zwei Millionen Saunen. Seit 1986 hat die Sauna in Finnland ihren eigenen Feiertag.

Vom Steinschwitzbad zur Hochkultur der Römer

Den zeitlichen Ursprung der Schwitzkultur kennen wir nicht genau. Historiker vermuten, dass Vorläufer der heutigen Sauna bereits in der mittleren Steinzeit verbreitet waren. Erste Beweise hierfür gibt es erst in den Schriften des Herodot (ca. 450 v.Chr.). Für diese entstand der Begriff „Steinschwitzbäder“. Die Menschen beheizten sie mit zuvor im Feuer erhitzten Steinen und nutzten sie zur gründlichen Körperreinigung. Als Vorläufer finnischer und russischer Saunen gilt die sog. Erdsauna.

Diese waren einfache Erdgruben in der Böschung. Diese einfachen Schwitzräume konnten überall und mit sehr wenig Aufwand errichtet werden. Das Schwitzen in warmen Räumen findet sich auch bei anderen Naturvölkern. Ein sehr altes Schwitzbad ist das Temazcal (Badehaus) der Azteken, dessen Wurzeln in Mexiko liegen. Ähnlich wie die Schwitzhütten der Indianer Nordamerikas diente hier die wohltuende Kombination aus Feuer und Wasser der Entspannung und Körperreinigung.

Vergnügen und Pflege an einem Ort

Die Eskimos kennen das Schwitzbad als Bestandteil großer Feste oder besonderer Anlässe. Im Maqiuq reinigen sie Körper und Geist. Bei dem Eskimo-Schwitzbad handelt es sich um ein trockenes Schwitzbad mit einem offenen Feuer, das in der Regel in ihrem Gemeinschaftshaus stattfand. Seit dem 3. Jh. n. Chr. prägt das Hamam die Badegeschichte des Orients.

Beim „türkischen Bad“ handelt es sich um eine öffentliche soziale Einrichtung. Sie dient dem Beisammensein, der Reinigung und der Entspannung. Sie ist am engsten mit der römischen Therme verbunden. Im 3. Jh. v. Chr. hatten Die Römer die Einrichtung eines warmen Bades von den Griechen übernommen. Und wie wir unsere Wellnessoasen schätzten die Römer und die Griechen ihre Thermen als Orte des Freizeitvergnügens.

Sauna macht fit

Neben der körperreinigenden Funktion, kultischen Riten und Zeremonien gehen wir davon aus, dass den Menschen seit zehntausend Jahren die positive Wirkung der Sauna auf die Gesundheit bewusst ist. Dass die Sauna eine schweißtreibende Angelegenheit ist, vergisst der regelmäßige Saunabesucher schnell. Er schätzt die Entspannung für Körper und Geist.

Durch die Wärme schüttet der Körper Endorphine (die sog. Glückshormone) aus. Sie regen die Durchblutung an und die reinigt die Poren der Haut. Nach einer Belastung regenerieren sich die Muskeln in der Sauna schneller. Der abschließende kalte Guss bringt den Kreislauf in Schwung und trainiert die Blutgefäße. Doch Vorsicht: Wer übertreibt, schadet dem Körper und schwächt sein Immunsystem.

Eingestellt am: 15. November 2013