Reisen mit Kindern müssen gut geplant werden

Welche Urlaubsziele sind für Kinder geeignet? Was sollten Eltern beachten, wenn sie Länder mit hoher Infektionsgefahr besuchen? Lesen Sie die wichtigsten Tipps zum Reisen mit Kindern.

Vater und Sohn betrachten einen Globus

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Bei Reisen mit Kindern gilt: Besser nicht so weit in die Ferne schweifen. Viele Menschen verzichten ohnehin auf eine Fernreise – die beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen sind nach wie vor Spanien, Italien und die Türkei. Erst auf Platz 10 kommt mit den USA ein Fernreiseziel.

„Anhand der Statistik ist davon auszugehen, dass viele Familien ihren Jahresurlaub eher in europäischen Ländern verbringen“, sagt Dr. Mathias Wagner, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Referent des Centrums für Reisemedizin (CRM). „Das entspricht auch unseren Empfehlungen bei der Urlaubsplanung.“ Für das Reisen mit Kindern gilt: Ist das Ziel weit weg und eine Anreise deshalb mit Strapazen verbunden, ist die medizinische Infrastruktur vor Ort nicht gut ausgebaut oder das Klima extrem, sollten Eltern ihren Sprösslingen diese Belastungen besser nicht zumuten.

Reisen mit Kindern: lieber nicht in die Tropen

Insbesondere von Reisen in Malariagebiete rät das CRM ab – sie könnten für Babys und Kleinkinder sogar lebensgefährlich werden. „Von einer Tropenreise mit Kindern unter fünf Jahren sollten Eltern absehen“, so Wagner. „Malaria verläuft bei Kleinkindern oft schwer und untypisch. Bei Kindern unter drei Monaten kann Malaria beispielsweise auch ohne Fieber auftreten.“

Zudem ist in warmen Gebieten das Risiko weiterer gesundheitlicher Schäden bei Kindern höher: Sie haben eine geringere Hitze- und Kältetoleranz als Erwachsene, und ihre Haut reagiert empfindlicher auf UV-Strahlung. Auch sind Reisedurchfall-Erkrankungen wesentlich häufiger und schwerwiegender: Kinder können stärker dehydrieren – das heißt, sie verlieren zu viel Flüssigkeit -, und ihr Kreislauf kann schneller entgleisen.

Ist eine Reise in Gebiete mit Infektionserkrankungen wie Malaria unvermeidbar, sollten die Eltern sich zunächst individuell und umfassend von einem Reisemediziner beraten lassen. Der Impfstatus aller Familienmitglieder muss geprüft, entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) vollständig sein und den Anforderungen des Reiselandes entsprechen.

Medikamente vor der Reise in Deutschland kaufen

Für einen Schüler- oder Studentenaustausch empfiehlt das CRM neben den für das Zielland notwendigen Impfungen zusätzlich eine Meningitis-B-Impfung. Bei kurzfristiger Planung sollten Schnellimmunisierungs-Schemata genutzt werden, um die Reisenden maximal zu schützen.

Prinzipiell gilt: Bei jeder fieberhaften Erkrankung eines Kindes im Urlaub oder nach der Rückkehr sollten die Eltern sofort einen Arzt aufsuchen. Darüber hinaus rät Dr. Wagner, Arzneimittel für Reisen grundsätzlich in ausreichender Menge in Deutschland zu kaufen. Häufig seien Medikamente – insbesondere Malariamittel – im Ausland gefälscht. „In eine Reiseapotheke gehören in jedem Fall orale Rehydrationslösungen bei Durchfall, Fiebermittel und Nasentropfen – neben den speziell notwendigen Medikamenten für das Reiseland“, betont der Experte.

Eingestellt am: 3. Juni 2017