Pilzsammler brauchen Zeckenschutz

Pilzsammler brauchen Zeckenschutz

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Wo Pilze wachsen, lauern auch Zecken: Wer zur Pilzsaison durchs Unterholz pirscht, braucht deshalb wirksamen Zeckenschutz.

Pilze sammeln kann riskant sein. Nicht nur, weil aus Versehen ein giftiges Exemplar im Korb landen könnte. Im Unterholz besteht auch Infektionsgefahr – durch Zeckenstiche. Ein konsequenter Zeckenschutz ist daher für Pilzsammler besonders wichtig.

Der Herbst ist die Hochsaison für Pilzsammler. Der Grund: Pilze mögen Feuchtigkeit und Wärme. Dann sprießen sie besonders gern aus sonnenbeschienenem, aber noch feuchtem Waldboden, wachsen im Unterholz und an Waldrändern im hohen Gras. Überall dort also, wo sich auch Zecken bevorzugt aufhalten – und aktiv sind. Weil Zecken teilweise schwere Krankheiten übertragen, zählen sie zu den gefährlichsten Tieren in Deutschland.

Viele Zecken übertragen gefährliche Bakterien

In den heimischen Zeckenarten finden sich bis zu 50 verschiedene Krankheitserreger. Dazu gehören die in Deutschland mittlerweile weit verbreiteten Borrelien: Diese Bakterien verursachen die sogenannte Lyme-Borreliose. Sie verursacht im Frühstadium grippeähnliche Beschwerden, die sich oft im Laufe der Zeit verschlimmern – Muskel- und Gelenkschmerzen kommen hinzu. Wird die Erkrankung nicht richtig behandelt, können sich noch nach vielen Monaten schwere Symptome entwickeln.

Vor allem in Süddeutschland besteht außerdem die Gefahr einer Infektion mit FSME-Viren. Diese Erreger können ernste Hirnhautentzündungen hervorrufen.

Zeckenschutz durch lange Hosen und Insektenabwehrmittel

Pilzsammlern ist deshalb ein guter Zeckenschutz dringend anzuraten. Lange Ärmel, lange Hosen und hohe Schuhe – am besten Gummistiefel – machen es den Zecken schwer, eine freie Hautstelle zu finden. Ist die Kleidung hell, lassen sich die dunklen Spinnentiere leichter entdecken. Zusätzliche Sicherheit gibt ein Anti-Zecken-Spray aus der Apotheke.

Nach der Rückkehr aus dem Wald sollten aber auch gut geschützte Pilzsammler  den ganzen Körper nach Zecken absuchen. Hat trotz aller Vorsicht eine Zecke zugestochen, kann man sie gut mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenkarte entfernen. Geschieht dies so früh wie möglich, verringert sich das Infektionsrisiko. Passionierte Pilzsammler sollten sich in den Risikogebieten vom Arzt zur FSME-Impfung beraten lassen. Auch falls nach einem Zeckenstich Beschwerden auftreten, ist ein Arztbesuch zu empfehlen.

Eingestellt am: 1. September 2019