Organspende: Eine gute Entscheidung

Nach dem eigenen Tod vielleicht Lebensretter werden: Weil sie Sterbenskranken helfen wollen, sind viele Menschen zur Organspende bereit. Eine gute Entscheidung!

Organspende rettet leben

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Aus welchen Gründen erklären sich Menschen zur Organspende bereit? Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wollte es genau wissen und hat deutschlandweit eine repräsentative Umfrage durchgeführt. Ergebnis: Sie tun es in erster Linie, weil sie anderen Menschen helfen wollen. Das sagen fast zwei Drittel der über 4.000 Befragten zwischen 14 und 75 Jahren – und zeigen damit, wie sehr ihnen die Zukunft schwerstkranker Mitmenschen am Herzen liegt.

Allein in Deutschland warten über 10.000 Patienten auf ein Spenderorgan – zum Beispiel auf eine Niere, eine Leber oder ein neues Herz. Und leider kann für längst nicht alle rechtzeitig ein geeignetes Organ gefunden werden. Doch ihre Chance auf die rettende Transplantation und damit auf ein zweites Leben steigt mit jedem Entschlossenen, der sich bereit erklärt, nach seinem Tod zum potenziellen Organspender zu werden.

Die eigene Entscheidung dokumentieren

Die Entscheidung für oder gegen eine Organspende ist immer eine sehr persönliche. Deshalb ist es sinnvoll, sich zu Lebzeiten mit diesem sicherlich schwierigen, aber wichtigen Thema auseinanderzusetzen und seinen Willen in einem Organspendeausweis zu dokumentieren. Mehr als jeder dritte Deutsche besitzt mittlerweile ein solches Dokument, hat die BZgA-Umfrage ergeben.

Gut zu wissen: Einen Organspendeausweis bei sich zu tragen bedeutet nicht, dass man generell mit der Entnahme von Organen und Geweben einverstanden ist. Vielmehr bietet der scheckkartengroße Ausweis, den man am besten ins Portemonnaie oder in die Brieftasche steckt, die Möglichkeit, genau festzulegen, ob und welche Organe und Gewebe im Falle eines Hirntodes entnommen werden dürfen.

Die Angehörigen entlasten

Umfangreiche Informationsmaterialien und Organspendeausweise halten die Krankenkassen für ihre Versicherten bereit. Auch in Arztpraxen und Apotheken gibt es kostenlose Organspendeausweise. Wer einen solchen in der Tasche trägt, übernimmt Eigenverantwortung und erspart es Angehörigen, im Ernstfall entscheiden zu müssen, ob Organe entnommen werden dürfen oder nicht.

Die Entscheidung für oder gegen eine Organspende kann übrigens jederzeit auch widerrufen werden. Dazu reicht es, einen neuen Ausweis auszufüllen und den alten zu vernichten.

Grundsätzlich kann jeder Mensch Organspender werden, nur wenige Erkrankungen schließen eine Spende aus. Ebenfalls wichtig: Nur wenn mindestens zwei erfahrene Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod festgestellt haben, also den vollständigen und unwiderruflichen Ausfall aller Hirnfunktionen, kommt eine Organentnahme infrage.

Eingestellt am: 4. November 2016