Mit einem Arzt auf Fernreise

Von einer Fernreise träumen viele Menschen. Aber vor allem chronisch Kranke trauen sie sich oft nicht zu. Die Lösung kann ein begleitender Arzt sein: Die Betreuung durch den Mediziner beugt gesundheitlichen Risiken vor.

Fröhliche Senioren auf Kreuzfahrtschiff

| © Andy Dean – Fotolia.com

Auch für Menschen mit einer chronischen Erkrankung – wie etwa Diabetes – muss eine Fernreise kein Traum bleiben. Denn inzwischen gibt es zahlreiche Veranstalter, die ärztlich begleitete Reisen auch in die entlegensten Regionen anbieten.

Die Angst vor den Gesundheitsgefahren blockiert manchen Wunschurlaub: Exotische Viren, die Belastung durch Klimaveränderung und Zeitverschiebung oder mangelhafte Hygienebedingungen – die Liste möglicher Risiken kann bei einer Fernreise recht lang sein. Was tun, wenn der Magen gegen das einheimische Essen rebelliert? Wer hilft, wenn ein Insektenstich mit Schweißausbrüchen und Herzrasen einhergeht?

Der Arzt ist immer dabei

Innerhalb Europas findet sich fast überall ein Krankenhaus mit gewohntem Standard. Auf anderen Kontinenten sieht das oft anders aus. Viele fühlen sich wohler mit einem deutschsprachigen Arzt in Reichweite. Deshalb kann eine ärztlich begleitete Reise gerade für Menschen mit einer chronischen Erkrankung Sinn machen.

Ärztlich begleitete Reisen sind ganz normale Bildungs-, Rund- oder Gruppenreisen, auch Kreuzfahrten oder Treckingtouren sind im Angebot. Sie werden teils auch unter der Bezeichnung „Komfortreisen“ oder „Reisen mit Muße“ angeboten. Das Besondere an dieser Urlaubsform ist nur, dass während der gesamten Reise ein Arzt dabei ist. Er ist 24 Stunden am Tag ansprechbar, beantwortet alle gesundheitlichen Fragen, verabreicht bei kleineren Wehwehchen das passende Mittel und leistet im Notfall Soforthilfe.

Schon vor der Reise den Arzt konsultieren

In aller Regel verfügt der Arzt über eine reise- oder auch tropenmedizinische Zusatzausbildung, um den Teilnehmern auch bei länderspezifischen Notfällen zur Seite stehen zu können. Bei einer schweren Erkrankung oder Verletzung begleitet er Mitreisende in ein örtliches Krankenhaus. Die Veranstalter ärztlich begleiteter Touren wissen meist gut über die medizinische Infrastruktur vor Ort Bescheid.

Die ärztliche Begleitung entbindet den Teilnehmer natürlich nicht von seiner Eigenverantwortung. Ob man den Strapazen einer Fernreise gewachsen ist, sollte vorher mit dem Hausarzt besprochen werden. Die Veranstalter bieten den Teilnehmern oft auch ein Vorab-Gespräch mit dem begleitenden Mediziner an oder lassen sie einen Fragebogen ausfüllen. Es ist wichtig, diese Fragen sorgfältig zu beantworten, damit der Arzt über eventuelle Probleme Bescheid weiß.

Jede Fernreise muss gut vorbereitet sein

Chronisch Kranke sollten nur verreisen, wenn ihr Zustand stabil ist und sie sich mit der Wahl des Ziels nicht überfordern. Generell ist eine gute Vorbereitung bei jedem Urlaub das A und O: So gehört auch bei ärztlich begleiteten Touren eine Reiseapotheke mit ins Gepäck. Der Arzt hat zwar Mittel gegen alle gängigen Reisebeschwerden dabei. Doch wer regelmäßig Medikamente nehmen muss, sollte genug davon einpacken.

Außerdem sollte man sich rechtzeitig um den nötigen Impfschutz kümmern. Eine Reisekrankenversicherung darf ebenfalls nicht fehlen. Sonst bleiben Urlauber, die unterwegs in eine Klinik oder eine Praxis gehen müssen, womöglich auf den Kosten sitzen.

Eingestellt am: 5. Mai 2017