Makula-Erkrankungen rechtzeitig behandeln

Gutes Sehen so lange wie möglich erhalten

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Makula-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Erblindung. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt ermöglichen eine frühe Diagnose und rechtzeitige Behandlung.

Das Sehen ist unser wichtigster Sinn. Mit steigendem Alter steigt jedoch das Risiko fürs Augenlicht. Chronische Makula-Erkrankungen wie die altersabhängige Makula-Degeneration (AMD) und das diabetische Makula-Ödem (DMÖ) gehören zu den häufigsten Ursachen für Erblindung. Daher ist es sehr wichtig, regelmäßig die Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt wahrzunehmen – nur sie ermöglichen eine frühzeitige Diagnose und die rechtzeitige Therapie.

Bei der AMD unterscheiden die Augenärzte zwei Verlaufsformen. Während die häufigere trockene Makula-Deneration (tAMD) langsam fortschreitet, führt die seltenere feuchte Makula-Degeneration (fAMD) ohne Behandlung zu einem raschen Verlust der zentralen Sehfunktion. Zum Glück stehen heute für die fAMD und auch für das Makula-Ödem wirksame Medikamente zur Verfügung.

Makula-Erkrankungen gefährden das Sehvermögen

Bei der Mehrzahl der Patienten kann durch eine konsequente und regelmäßige Behandlung die Sehkraft erhalten oder sogar wieder verbessert werden. „Wichtig ist, dass die Erkrankung so früh wie möglich erkannt wird. Die Behandlung sollte schnellstmöglich begonnen und danach regelmäßig und dauerhaft wiederholt werden, denn fAMD und DMÖ sind chronische Netzhauterkrankungen“, erklärt der Augenarzt Dr. Eike Tobias Matthiessen. Beide betreffen die Makula, die Stelle des schärfsten Sehens in der Netzhaut.

Das diabetische Makula-Ödem gehört zu den gefürchteten Folgeerkrankungen des Diabetes. Erhöhte Blutzuckerwerte führen auf Dauer zu Ablagerungen an den Gefäßwänden in der Netzhaut. Es bilden sich dann zwar neue, aber krankhafte Blutgefäße, die porös sind – dadurch kann Flüssigkeit austreten. Sammelt sie sich an der Makula, bildet sich dort eine Schwellung: das Makula-Ödem. Ein DMÖ äußert sich durch schwarze Flecken im Blickfeld, unscharfes oder verschwommenes Sehen sowie verzerrte Linien. Betroffene bemerken häufig auch einen grauen Schleier. Umso wichtiger ist deshalb neben der Überprüfung der Blutzuckerwerte auch eine regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt.

Eine Spritze gegen die Erblindung

Mit zunehmendem Alter werden bei vielen Menschen die Augen schlechter. Wenn unscharfes Sehen und verblassende Farben bemerkt werden oder Linien, die eigentlich gerade sein sollten, verzerrt oder gebogen erscheinen, könnte es sich um eine AMD handeln. Ursache für die AMD sind Eiweiß- und Fettablagerungen in der Netzhaut. Bis zu 4,5 Millionen Menschen in Deutschland sind von der Erkrankung betroffen.

Das krankhafte Gefäßwachstum bei DMÖ und fAMD wird durch den Überschuss eines körpereigenen Botenstoffs ausgelöst, den Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF). Hier setzen moderne Medikamente an: Sogenannte VEGF-Hemmer fangen diesen Botenstoff ab und verhindern die Bildung krankhafter Gefäße. Das Medikament wird bei der Behandlung mit einer feinen Nadel direkt ins Auge gespritzt.

Risikofaktoren vermeiden, Netzhauterkrankungen vorbeugen

„Bei der Injektion handelt es sich um einen Routineeingriff, der unter örtlicher Betäubung stattfindet und in der Regel völlig schmerzfrei abläuft. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt“, erklärt Dr. Matthiessen. Die Therapie kann das Sehvermögen erhalten und teilweise sogar wieder verbessern. Eine Heilung der Makula-Erkrankungen ist jedoch nicht möglich. Sowohl AMD als auch DMÖ können aber mit einem gesunden Lebensstil positiv beeinflusst werden. „Besonders Menschen mit Diabetes und Menschen über 60 sollten auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung achten, um Netzhauterkrankungen entgegenzuwirken“, empfiehlt Matthiessen. Es gilt, möglichst viele Risikofaktoren wie Rauchen und UV-Strahlen zu vermeiden. Weitere Faktoren, die eine chronische Netzhauterkrankung begünstigen, sind Stoffwechselstörungen und Herz-Kreislauferkrankungen.

Menschen mit Diabetes sollten grundsätzlich auf eine möglichst optimale Blutzuckereinstellung achten. Genaueres zum DMÖ erfahren Diabetiker und ihre Angehörigen auf der Website „Das Diabetische Auge“. Hier finden sie außerdem Tipps für den Alltag mit Diabetes. „Das Diabetische Auge“ ist eine gemeinsame Aufklärungsinitiative von Bayer, dem Zentrum für berufliche Bildung blinder und sehbehinderter Menschen (BFW Düren), der Initiativgruppe „Früherkennung diabetischer Augenerkrankungen“ (IFDA) und der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Auge (AGDA).

Eingestellt am: 22. Juli 2019