Krank nach dem Urlaub?

Hand mit Fieberthermometer und 40,2 Grad

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Wer nach einer Fernreise krank wird, sollte gleich zum Arzt gehen. Denn hinter den Beschwerden könnte eine gefährliche Tropenkrankheit stecken – auch wenn die Symptome zunächst harmlos erscheinen.

Fieber, Durchfall und Schmerzen gehören ganz sicher zu den Souvenirs, auf die jeder Mensch gut verzichten kann. Doch es kommt leider gar nicht so selten vor, dass Reisende im Anschluss an ihren Traumurlaub krank werden. Dabei ist eine Erkältung, die man sich unterwegs durch große Temperaturunterschiede oder Aufenthalte in klimatisierten Räumen zugezogen hat, sicher ein eher harmloses Übel. Und auch Schlafstörungen, die nach einem Langstreckenflug auftreten können, sind meist nach wenigen Tagen wieder vergessen.

Mangelnde Hygiene, stechende Plagegeister

Doch leider sind die Mitbringsel nicht immer so harmlos: Vor allem in tropischen und subtropischen Regionen der Erde sowie in Gebieten mit schlechten hygienischen Bedingungen können sich Urlauber eine ganze Reihe von gefährlichen Infektionskrankheiten zuziehen.

Dengue-Fieber, Bilharziose, Hepatitis, Malaria – die Liste der gefährlichen Reiseandenken ist lang. Die Erreger werden beispielsweise von Mücken übertragen, gelangen mit verschmutztem Wasser oder verdorbener Nahrung in den Körper. Auch über die Haut können gefährliche Parasiten in die Körper eindringen – manchmal schon beim Barfußlaufen.

Symptome immer ernst nehmen

Deshalb ist es wichtig, Beschwerden im Anschluss an eine Reise immer ernst zu nehmen. Egal ob starker Durchfall, Fieber, Gelenkschmerzen, Bauchbeschwerden, anhaltende Müdigkeit oder juckende, entzündete Hautstellen: Wer nach dem Urlaub krank wird oder sich matt fühlt, sollte auf keinen Fall zu Tabletten, Zäpfchen oder Salben aus der Hausapotheke greifen – sondern zum Arzt gehen. Möglicherweise steckt hinter den Beschwerden lediglich eine harmlose Darminfektion, die rasch wieder vergeht, vielleicht aber auch eine ernsthafte (Tropen)-Krankheit, die umgehend mit hochwirksamen Arzneimitteln behandelt werden muss. Nur eine schnelle Diagnose sorgt für Sicherheit.

Auch Reisende, die „nur“ im Süden oder Osten Europas waren, sollten hellhörig werden, wenn ihnen im Anschluss an die Reise Krankheitszeichen wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Fieber und Erschöpfung zu schaffen machen. Dahinter könnte eine Hepatitis-Infektion stecken – eine Ansteckung mit dem Hepatitis-A-Virus, das über verunreinigte Lebensmittel und Wasser übertragen werden kann, ist auch in Europa möglich.

Beschwerden können noch Wochen später auftreten

Manchmal vergehen zwischen der Rückkehr aus dem Urlaub und dem Auftreten der ersten Krankheitssymptome mehrere Wochen oder sogar einige Monate. Die Erinnerungen an den Traumurlaub sind schon längst verblasst, wenn es plötzlich zu Fieber oder Durchfall kommt. Berichten Sie dem Arzt auf jeden Fall von der zurückliegenden Fernreise. Gezielte Untersuchungen, etwa Blut- und Stuhltests, können zeigen, ob es einen Zusammenhang gibt.

Auch die gefährliche Malaria kann noch ausbrechen, wenn nach der Fernreise längst wieder der Alltag eingekehrt ist. Bei jedem Fieber nach einem Tropenaufenthalt muss man an Malaria denken und sofort zum Arzt gehen. Und auch jeder Durchfall mit Fieber ist so lange Malaria-verdächtig, bis durch Untersuchungsergebnisse Entwarnung gegeben werden kann. Sollten Haus- und Facharzt bei der Diagnostik an ihre Grenzen stoßen, kann es sinnvoll sein, sich an ein spezielles Tropenmedizinisches Institut überweisen zu lassen.

Zuletzt geändert am 1. Juni 2015

Eingestellt am: 1. Juni 2015