Kinder impfen ohne Drama

Viele Kinder reagieren ängstlich, wenn der Arzt sie impfen möchte. Doch das muss nicht sein – lesen Sie, wie wichtige Schutzimpfungen stressfrei gelingen.

Ein kleines Kind schaut interessiert auf die Impfnadel.

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Vielen Kindern und Eltern graut vor dem Impfen. Da allein in den ersten zwei Lebensjahren acht bis zehn Impftermine anstehen, verbinden viele kleine Patienten den Besuch beim Kinderarzt mit Schmerzen. Einige Kinder bekommen Angst vor dem Kinderarzt, manche entwickeln zusätzlich eine Nadelphobie. Die Gefahr ist dann, dass zukünftige Impfungen nicht mehr wahrgenommen werden.

Mit unseren Tipps können Sie und Ihr Kind die nächste Impfung besser überstehen:

Vorab zu beachten

  • Wichtig: Das Kind muss zum Impfzeitpunkt gesund sein!
  • Verschieben müssen Sie den Impftermin, wenn das Kind hohes Fieber oder eine schwere Infektion hat; vor und nach einer geplanten Operation; wenn das Kind Medikamente nimmt, die das Immunsystem schwächen oder das Immunsystem des Kindes generell geschwächt ist.
  • Bei Schnupfen oder einer leichten Erkältung ist vorher eine ärztliche Untersuchung ratsam. Erkrankungen von Geschwistern sind kein Grund, die Impfung zu verschieben.

Auf zum Kinderarzt

  • Packen Sie eine kleine Tasche mit den liebsten Spielsachen Ihres Kindes ein, zum Beispiel das Kuscheltier oder ein Bilderbuch. Damit können Sie Ihr Kind ablenken, bis es soweit ist. Selbst nervös? Lassen Sie es sich möglichst nicht anmerken.
  • Wenn Ihr Kind bereits Angst vor den Schmerzen oder der Spritze hat, können Sie eine Stunde vor der Impfung ein schmerzstillendes Pflaster aus der Apotheke auf die Injektionsstelle kleben. Fragen Sie vorher bei der Arzthelferin oder dem Arzt, wo die Spritze einstechen wird. Oder kleben Sie das Pflaster gleich in der Arztpraxis zu Beginn der Wartezeit auf.

Während der Impfung

  • Bei Säuglingen hat das Stillen einen schmerzlindernden Effekt. Ist Stillen nicht möglich, kann alternativ auch Zuckerwasser vor dem Impfen gegeben werden. Es führt zur Ausschüttung körpereigener schmerzlindernder Stoffe.
  • Setzen Sie Ihr Kleinkind bequem aufrecht so hin, dass es Sie ansehen kann, zum Beispiel auf Ihren Knien. Halten Sie es und spielen Sie mit dem Knirps zum Entspannen.
  • Altersgemäße Ablenkungsmanöver führt besonders effektiv der Arzt durch, weil die Eltern meist unter Stress stehen. Oder das Kind lenkt sich selbst ab zum Beispiel durch Seifenblasen, ältere Kinder auch durch Videospiele und Heranwachsende durch Musik hören.
  • Ist das Kind schon mindestens vier Jahre alt, mindert Reiben oder leichtes Klopfen der Haut nach der Injektion den Schmerz.

Nach der Impfung

  • Jedes Kind reagiert anders aufs Impfen. Achten Sie auf eventuelle Impfreaktionen. Viele Kinder sind in dieser Zeit besonders anhänglich und brauchen viel Zuwendung. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihren Kinderarzt oder Apotheker.

Weitere Informationen zum Thema Impfen finden Sie auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts unter www.rki.de.

Eingestellt am: 30. April 2016