Impfungen – warum und wogegen?

Kleiner Piks – große Wirkung: Mit Impfungen kann man gefährlichen Infektionskrankheiten effektiv vorbeugen und die Erreger vielleicht sogar ganz ausrotten.

Eine Spritze wird aufgezogen.

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Impfungen schützen vor gefährlichen Krankheitserregern, die schwere Schäden verursachen können. Deswegen folgen die meisten Eltern den Empfehlungen der ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts. Durch eine Impfrate von mittlerweile über 90 Prozent rückt die Ausrottung einiger schlimmer Infektionskrankheiten wie Masern in greifbare Nähe.

Dafür muss aber möglichst früh mit der Immunisierung begonnen und die Impfung auch regelmäßig aufgefrischt werden. So erklärt sich die Häufung der Impfungen in den ersten 24 Lebensmonaten.

Wogegen wird geimpft?

Mit zwei Monaten beginnt der Kinderarzt üblicherweise mit der Immunisierung gegen Polio (Kinderlähmung), Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie (Echter Krupphusten), Pertussis (Keuchhusten), Influenza (Grippe) und Hepatitis (Gelbsucht).

Ab elf Monaten kann dann gegen Meningokokken (Hirnhautentzündung), Masern, Mumps, Röteln und Varizellen (Windpocken) geimpft werden. Im Einzelfall können noch weitere Impfungen zum Beispiel gegen Rotaviren nötig sein.

Die Impfungen in den ersten Lebensjahren schützen Kinder und Jugendliche zuverlässig vor teilweise lebensbedrohlichen Infektionen. Aber auch wenn der Mensch längst erwachsen ist, ist das Thema Schutzimpfungen immer noch wichtig. So müssen einige Impfungen in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden, damit man ein Leben lang vor den Erregern geschützt ist. Das gilt beispielsweise für die Tetanus-Impfung.

Auch Senioren brauchen Schutz

Gerade für Senioren ist es wichtig, auf einen vollständigen Impfschutz zu achten. Denn mit dem Älterwerden sinken die körpereigenen Abwehrkräfte, und es steigt die Gefahr, sich eine Infektion einzufangen. Im Alter verlaufen Infektionskrankheiten oftmals besonders schwer – vor allem, wenn eine Grunderkrankung wie Diabetes oder Asthma vorliegt. Dieses Risiko sollten Senioren nicht eingehen.

Alle Personen ab 60 Jahren sollten sich jährlich gegen die saisonale Virusgrippe (Influenza) impfen lassen. Ebenfalls wichtig für Ältere ist der Schutz vor Pneumokokken: Diese Bakterien können Infektionen wie Mittelohr-, Lungen- oder Hirnhautentzündungen auslösen.

Jede Impfung schützt auch die Mitmenschen

Impfungen schützen nicht nur den Einzelnen, sondern auch die Gemeinschaft: Wenn ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist, kann sich ein Erreger nicht ausbreiten und zu Menschen vordringen, die nicht immun sind. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von Herdenimmunität – ist eine ausreichend große Gruppe gegen einen Erreger immun, wird die Infektionskette unterbrochen. Im günstigsten Fall kann eine gefährliche Krankheit durch eine ausreichend hohe Impfrate in der Bevölkerung sogar ausgerottet werden.

Die Herdenimmunität ist auch deshalb wichtig, weil sie jene Mitmenschen vor Infektionen schützen kann, die nicht geimpft werden dürfen. Dazu zählen Schwangere, Menschen mit Immundefekt sowie AIDS- und Krebspatienten. Vor diesem Hintergrund wird deutlich: Jeder, der sich heute für eine Impfung entscheidet, schützt nicht nur sich selbst, sondern übernimmt auch Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.

Eingestellt am: 11. November 2017