Bei Husten oder Schnupfen schnell handeln

Bei Husten und Schnupfen schnell handeln
Foto: © Pixabay/silviarita

Husten, Schnupfen – oder Covid-19: Während akute Atemwegsinfekte früher schnell als Bagatellerkrankung abgetan wurden, sind viele Menschen heute bereits bei den ersten Symptomen beunruhigt. Betroffene sind aufgefordert, sich zu isolieren – zumindest bis eine Corona-Infektion ausgeschlossen werden kann. Experten raten dazu, schon die Phase der Isolation zu nutzen, um aktiv in den Krankheitsverlauf einzugreifen.

Wenn Menschen früher Husten oder Schnupfen hatten, war die Sache klar: Banaler Atemwegsinfekt - zwar lästig, aber harmlos. Heute sieht das ganz anders aus. Die Symptome, die man von den üblichen Erkältungen gut kannte und gut einordnen konnte, kann der Laie nun kaum von einer beginnenden oder milden Corona-Infektion unterscheiden. Weil das so ist, heißt jetzt die Devise: Bei Husten oder Schnupfen schnell handeln.

Zu den am häufigsten berichteten Beschwerden bei einer Covid-19-Erkrankung gehören bei rund 40 Prozent der Patienten Husten und bei jedem dritten Betroffenen Schnupfen. Ebenso wie bei anderen entzündlichen Atemwegsinfekten deutet diese Symptomatik grundsätzlich auf einen gestörten Selbstreinigungsmechanismus der Schleimhäute hin.

Erreger schnell nach draußen befördern

Nase und Bronchien verfügen über ein perfektes Selbstreinigungs-Prinzip. Eingeatmete Keime, Staubteile oder Pollen bleiben auf den mit Sekret befeuchteten Schleimhäuten haften und werden durch Wellenbewegungen der sogenannten Zilien (Flimmerhärchen) in Richtung Rachen befördert. Dort werden sie abgehustet oder verschluckt. Dieses ausgeklügelte System bezeichnen Fachleute als mukoziliäre Clearance.

Die mukoziliäre Clearance wird jedoch durch mehrere Faktoren bedroht. Dazu zählen Bakterien und Viren, die die Atemwege belasten: Sie rufen eine Entzündung hervor, die die Schleimhäute anschwellen lässt. Das bei Infekten produzierte zähflüssige Sekret verklebt die Zilien und bremst sie aus. Schadstoffe und Erreger werden nicht mehr so effektiv aus den Atemwegen abtransportiert, und die Gefahr einer Sekundärinfektion steigt.

Abwarten und Tee trinken reicht nicht mehr

Die Wiederherstellung der mukoziliären Clearance als Unterstützung und zur Beschleunigung der Abheilung eines akuten Atemweginfekts gilt schon lange als etablierte Therapieoption und gewinnt im Zuge der aktuellen Pandemie zunehmend an Bedeutung. Studien mit Covid-19-Erkrankten konnten zeigen, dass das Virus durch eine gestörte Reinigungsfunktion der Schleimhäute leichter in die Lunge gelangen kann und dies zu einem schweren Verlauf beiträgt. Der Einfluss einer medikamentösen Verbesserung der mukoziliären Clearance auf den Verlauf einer Corona-Infektion ist bereits Gegenstand klinischer Untersuchungen.

„Nicht zuletzt durch die Erfahrungen mit der Covid-19-Pandemie müssen Atemwegsinfekte heute neu gedacht und betrachtet werden. Nur 'Abwarten und Tee trinken' und Selbstisolation reichen vielen Patienten nicht aus,“ erläuterte Dr. Kai-Michael Beeh, Internist und Pneumologe aus Wiesbaden, bei einer Veranstaltung von Pohl Boskamp im Oktober 2021. „Sie möchten durch eine frühe unterstützende Therapie den Verlauf ihrer Atemwegserkrankung günstig beeinflussen, unabhängig vom Vorliegen einer Covid-19-Erkrankung.“

Bei Husten oder Schnupfen schnell handeln

Um einer Ausweitung von Atemwegsinfekten entgegenzuwirken, heißt es, bei Husten oder Schnupfen schnell handeln. Eine frühzeitige Therapie mit speziellen, schleimlösenden Präparaten aus der Apotheke verbessert die Funktion der Schleimhaut der oberen und unteren Atemwege: Die Aktivität der Flimmerhärchen wird gesteigert, der Schleim verflüssigt und das Sekret mit anhaftenden Bakterien und Viren schneller abtransportiert. All das aktiviert die mukoziliäre Clearance.

Experten sind sich einig: Die Behandlung akuter Atemwegsinfekte muss neu gedacht werden. Oberstes Therapieziel ist eine schnelle Linderung der Symptome und die Vermeidung der Infektausweitung. Denn ein frühzeitiger Therapiebeginn beeinflusst maßgeblich den Verlauf der Erkrankung und damit auch die Entwicklung der Pandemie.

Eingestellt am: 9. November 2021