Fernreisen mit Kindern gut vorbereiten

Asien, Amerika, Australien: Fernreisen sind ein Abenteuer, Fernreisen mit Kindern erst recht. Doch auch kleine Entdecker können schon mit auf große Fahrt – vorausgesetzt, in der Vorbereitung wurde an alles gedacht.

Vater und Sohn auf dem Flughafen.

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Fernreisen mit Kindern gelten als Wagnis – vor allem, wenn der Nachwuchs noch klein ist. Doch viele Eltern, die sich nicht haben abschrecken lassen, schwärmen hinterher lange von diesem Erlebnis. Verständlich, dass nicht jeder kleinen Kindern eine weite Reise zutraut: Lange Flüge, Zeitumstellung und große Hitze – diese Strapazen möchten besorgte Eltern ihrem Sprössling ersparen. Hinzu kommt die Furcht vor fremden Keimen und Krankheitserregern, die zum Beispiel von Stechmücken übertragen werden.

Andererseits haben die Kleinsten die Chance, auf einer Fernreise viele spannende Eindrücke zu sammeln, die ihre Entwicklung fördern können. Voraussetzung ist allerdings, dass die Eltern Rücksicht auf die kindlichen Bedürfnisse nehmen. Das beginnt bei der Auswahl des Reiseziels und setzt sich fort in der Reisevorbereitung, bei der es viele Details zu beachten gibt. Eltern, die Fernreisen mit Kindern planen, sollten sich daher immer umfassend informieren und beraten lassen, am besten von einem reisemedizinisch qualifizierten Arzt oder Apotheker. Ausgewählte Adressen entsprechender reisemedizinischer Beratungsstellen sind zum Beispiel auf www.crm.de zu finden.

Mit Säuglingen besser nicht in die Tropen

Tropische Regionen, Länder mit schlechter medizinischer Versorgung und solche, in denen es mit der Hygiene hapert, eignen sich für Babys unter einem Jahr nicht. Schon der typische Reisedurchfall kann für Säuglinge nämlich lebensgefährlich werden. Im Kleinkindalter wird das Immunsystem mit Infekten bereits besser fertig. Wichtig ist, dass sämtliche der für Kinder empfohlenen Schutzimpfungen wahrgenommen wurden, und zwar rechtzeitig und vollständig.

Je nachdem, wohin die Reise geht, kann eine zusätzliche Immunisierung erforderlich sein wie etwa Impfungen gegen Hepatitis A oder Gelbfieber. Um Malaria vorzubeugen, kommt eine Prophylaxe mit Medikamenten infrage, die abhängig von Alter und Geschlecht des Kindes dosiert werden. Grundsätzlich sollten Säuglinge und kleine Kinder allerdings besser nicht in Malariagebiete reisen.

Fliegen? Kein Problem!

Keine großen Sorgen müssen sich Eltern um die „Flugtauglichkeit“ der Kinder machen: Sind sie gesund, ist Fliegen unschädlich. Ist das Kleine aber jünger als sechs Monate, sollten Eltern vor der Reise den Kinderarzt konsultieren. Gerade Babys und Kleinkinder leiden bei Start und Landung unter den wechselnden Luftdruckverhältnissen. Um den kleinen Passagieren den Druckausgleich zu erleichtern, hilft es, ihnen etwas zu trinken oder zum Nuckeln zu geben.

Vor Langstreckenflügen ist es sinnvoll, wenn Eltern bei der Airline frühzeitig geeignete Sitzplätze reservieren. In den meisten Flugzeugen gibt es Eltern-Kind-Reihen mit Babybetten, die an der Wand vor den Sitzen hängen. Ins Handgepäck gehören – je nach Alter des Kindes – Fläschchen, Schnuller, warme Söckchen, Ersatzkleidung, Windeln, feuchte Reinigungstücher, das Lieblingskuscheltier und Spielzeug.

Sonnenschutz muss sein

Am Reiseziel angekommen, müssen Kinder konsequent vor den ultravioletten Strahlen der Sonne geschützt werden: UV-Schutztextilien, Sonnenhut und kindgerechte Sonnencreme mit sehr hohem Lichtschutzfaktor sind ein Muss, damit die Kleinen an weißen Sandstränden unbeschwert toben können. In tropischen Regionen dürfen Moskitonetze und Mückenspray nicht fehlen, wobei zu beachten ist, dass sich nicht jedes Präparat für Kleinkinder eignet. Der Apotheker kennt sich aus und kann Eltern beraten.

Gegen kleinere Notfälle vor Ort wappnen sich Eltern am besten mit einer schon in Deutschland zusammengestellten Reiseapotheke. Hinein gehören unter anderem Mittel gegen Durchfall, ein Elektrolyt-Präparat, schmerzstillende und fiebersenkende Medikamente sowie Salben gegen Sonnenbrand und Insektenstiche. Um auch auf ernstere medizinische Probleme vorbereitet zu sein, empfiehlt es sich, vor Reiseantritt eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen.

Zudem gibt es bei Fernreisen mit Kindern ein paar wichtige Hygieneregeln zu beachten. In vielen Ländern sollte bei der Zubereitung von Babymahlzeiten und Getränken auf keinen Fall Leitungswasser verwendet werden, sondern immer nur Mineralwasser aus Flaschen. Entscheidend ist aber vor allem, die Kondition des Kindes im Blick zu behalten: Ruhepausen sind wichtig, feste Mahlzeiten und der gewohnte Schlafrhythmus. Und wenn der Urlaubsort noch so viele attraktive Sehenswürdigkeiten bietet: immer genug Zeit zum Spielen und Kuscheln einplanen!

Eingestellt am: 7. August 2017