Fasten tut gut: Machen Sie mit!

Gewinn durch Verzicht: Das Fasten erweist sich immer wieder als Wohltat für Körper und Seele. Neuester Trend ist das Intervallfasten.

Junge Frau freut sich über Ihren leeren Teller und streckt den Daumen in die Höhe.

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Dass ein bewusster Verzicht auf Nahrung dem Menschen gut tut, ist eine uralte Erfahrung: Schon in der Antike fasteten die Spartaner, um neue Kraft zu schöpfen. Auch Hippokrates von Kos (geb. um 460 v. Chr.) empfahl das Fasten. Der berühmteste Arzt des Altertums riet dazu, „kleines Weh eher durch Fasten als durch Arznei zu heilen.“

Heute gewinnt die Wissenschaft immer tiefere Einblicke in die komplexe Biochemie beim Fasten. Und es zeigt sich: Die alte Tradition hat einen nachweisbaren Nutzen und ist als natürliches Mittel zur Gesundheitsvorsorge aktueller denn je. Denn unser moderner Lebensstil hat eine gefährliche Kehrseite – Stress, Bewegungsmangel, Über- oder Fehlernährung, Genuss- und Umweltgifte können auf Dauer die Gesundheit untergraben.

Fasten fördert Vitalität und Wohlbefinden

Erste Folgen sind oft diffuse Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen, Muskel- oder Gelenkbeschwerden. Manche Menschen stecken einen belastenden Lebensstil aber auch scheinbar unbeschadet weg – und bemerken jahrelang nichts davon, dass Blutdruck oder Blutzuckerspiegel schleichend in krankhafte Bereiche steigen.

Von einer Fastenkur können sowohl Menschen mit Befindlichkeitsstörungen profitieren als auch Gesunde, die ihre Vitalität steigern möchten. Wer unter einer chronischen Erkrankung leidet, sollte dagegen nur unter Aufsicht eines Arztes fasten. Studien bestätigen, dass regelmäßiges Fasten den Stoffwechsel günstig beeinflussen und erhöhte Blutfett- und Zuckerwerte senken kann. Gleichzeitig steigen Wohlbefinden und Stimmung: Schon nach wenigen Tagen fühlen sich die meisten Fastenden beschwingter und ausgeglichener.

Zum Abnehmen geeignet: das Intervallfasten

Der neueste Diättrend ist das Intervallfasten: Sie essen die gewohnten Speisen, machen aber zwischen den Mahlzeiten lange Pausen. Wissenschaftler fanden nun heraus, dass diese Methode einem Typ-2-Diabetes vorbeugen könnte. Die älteste und bekannteste Variante des Intervallfastens ist die sogenannte 5:2-Diät. Dabei essen Sie an fünf Tagen in der Woche ganz normal, zur Auswahl oder Zubereitung der Lebensmittel gibt es keinerlei Vorgaben. Die beiden anderen Tage sind Fastentage – dann ist maximal ein Viertel der sonst üblichen täglichen Kalorienmenge „erlaubt“. Viele Menschen, die eine 5:2-Diät einhalten, verzichten an den Fastentagen sogar ganz aufs Essen. Empfehlenswert ist ein fester Rhythmus, der zum Beispiel immer den Montag und den Donnerstag als Fastentage vorsieht.

Eine weitere beliebte Form des Intervallfastens ist das 16:8-Schema: Dabei essen Sie jeden Tag nur innerhalb eines Zeitfensters von acht Stunden. Sie würden also beispielsweise um 9 Uhr mit dem Frühstück beginnen und spätestens um 17 Uhr Ihr Abendessen beenden. In den restlichen 16 Stunden fasten Sie komplett. Das Trinken von Wasser oder Tee ist natürlich gestattet. Das Intervallfasten wurde entwickelt, um einen vorzeitigen Abbruch der Diät aufgrund komplizierter Ernährungs-Vorschriften zu vermeiden. Das Ziel ist in erster Linie eine langfristige Gewichtsreduktion. Im Gegensatz zu anderen Fastenformen oder Diäten soll das Intervallfasten dauerhaft durchgeführt werden.

Intervallfasten beugt der Fettleber vor

Auch das schon länger bekannte Dinner-Cancelling kann als eine Form des Intervallfastens angesehen werden. Bei diesem Konzept wird an mehreren Tagen in der Woche auf das Abendessen verzichtet. Damit entsteht eine Essenspause von mindestens 14 Stunden bis zum nächsten Frühstück. Weitere Varianten des Intervallfastens sind das Weglassen des Frühstücks sowie die sogenannte Warrior-Diät, bei der jeden Tag nur abends eine Mahlzeit eingenommen wird.

In einer aktuellen Pilot-Studie fanden Wissenschaftler heraus: Konsequentes Intervallfasten verbessert die Empfindlichkeit der Körperzellen für das blutzuckersenkende Hormon Insulin und kann so einem Diabetes vorbeugen. Es schützt außerdem vor einer Fettleber, die viele übergewichtige Menschen mit der Zeit entwickeln.

Zuletzt geändert am 25. Februar 2020

Eingestellt am: 7. März 2016