Eltern sind Bewegungsvorbilder

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: Wenn Eltern sich oft zusam­men mit ihrem Kind bewegen, ist der Nachwuchs gesünder.

Mutter und Tochter fahren gemeinsam Rad und klatschen sich ab.

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Der Kampf gegen den Bewegungsmangel bei Kindern und Ju­gendlichen muss gesundheitspolitisch einen höheren Stellen­wert bekommen. Das fordert Rolf Buchwitz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg.

Aufgrund der veränderten Lebenswelt durch die Vielzahl der Bildschirm-Medien werden vermehrt attraktive Bewegungsangebote in Kitas, Schu­len und Sportvereinen benötigt.

Aber auch die El­tern sind ge­fordert: „Wir müssen Kindern den Bewegungs-Virus so früh wie möglich einpflanzen“, appelliert Prof. Ingo Froböse, Leiter des Zentrums für Gesundheit durch Sport und Bewegung an der Deutschen Sporthochschule Köln. Motorische Reize, die in den ersten zwölf Jahren nicht gesetzt werden, könnten nicht wieder aufgeholt werden.

Bewegung statt Beschwerden

Laut der AOK-Familienstudie 2014, bei der über 1.500 Perso­nen mit mindestens einem Kind im Alter von vier bis 14 Jahren befragt wurden, haben inzwischen 20 Prozent der Kin­der gesundheitliche Beschwerden. Jedes vierte Kind gilt als über­gewichtig. Dabei zeigte sich, dass Eltern, die sich oft zusam­men mit ihrem Kind bewegen, gesündere Kinder haben. Prob­leme wie Bauch-, Rücken- oder Kopfschmerzen, Nervosität und Einschlafstörungen hat in diesem Fall nur jedes sechste Kind. Bei Eltern, die nur höchstens einmal pro Monat oder nie mit ihren Kindern gemein­sam körperlich aktiv sind, liegt der Anteil dagegen bei 29 Prozent.

Die Zahlen un­terstrei­chen, wie wichtig die Rolle der Erziehungsberechtigten als Bewe­gungs-Vorbild ist. In der heutigen Zeit, in der zu den be­lieb­testen Freizeitbeschäftigungen von Kindern und Jugendli­chen das Sitzen vor dem Computer oder TV-Gerät gehört, ist die Mo­tivation der Eltern zu regelmäßiger körper­li­cher Aktivität eine ganz wesentliche Aufgabe. Sie bildet die Ba­sis, um eine gesunde Entwicklung zu för­dern.

Wie die AOK-Studie belegt, besteht hier ein erhebli­cher Nachholbedarf: Nur gut ein Drittel der Eltern bestätigen derzeit, dass sie sich täglich zusammen mit ihrem Kind bewe­gen. Anregungen für mehr gemeinsame sportliche Aktivitäten gibt zum Beispiel das von Experten konzipierte Ratgeber-Portal www.komm-in-schwung.de.

Zuletzt geändert am 25. November 2015

Eingestellt am: 21. September 2015